Das Dorf. Symposion.

Michaelbeuern in nördlichen Salzburger Flachgau. Foto: KTraintinger

Symposium. Freitag 21.1.2011 Kunsthaus Langenthal, Schweiz

Kaum ein Thema hat den Diskurs der letzten Jahrzehnte derart bestimmt, wie Fragen um urbanistische Belange. Kunstschaffende leben weit überwiegend in grossen Städten und differenziert haben sie sich mit deren Öffentlichkeiten, mit Auftragssituationen oder – ganz aktuell – demokratischen Abstimmungsverfahren hinsichtlich von Arbeiten im öffentlichen Raum auseinandergesetzt.

Oichtental mit Michaelbeuern. Foto: KTraintinger

Wie sieht demgegenüber das Engagement jenseits der Städte aus? Wie bringen sich Kunstschaffende in die generell als rückständig und kunstfern bezeichnete Provinz ein? Sofern diese, in Form der ländlichen Gemeinde, überhaupt noch existiert. Denn das traditionelle Dorf – als das Andere zur Stadt – ist heute weitgehend verschwunden. Nicht nur bei den über fünfzig Prozent der seit der Jahrtausendwende in städtischen Gebieten lebenden Bevölkerung auch bei den Landbewohnenden hat sich der urbane Lebensstil durchgesetzt und die Landwirtschaft, einst bestimmender Mittelpunkt, macht längst nicht mehr den Zusammenhalt ländlicher Gemeinden aus. Ist der ländliche Raum, fragt der deutsche Geograph Gerhard Henkel, „ein Stück Vergangenheit, das unwiderruflich vorbei und museal zu behandeln ist?“

Im Kontext der Ausstellung „Das Dorf“ im Kunsthaus Langenthal beschäftigt sich das Symposium mit der kulturellen Produktion auf dem Land, ihren Formaten, Motivationen und Zielsetzungen.

Fünf Positionen sollen zu Wort kommen.

Rolf Wicker stellt die deutsche Stiftung Kulturlandschaft vor, welche Kunstschaffende für ein halbes Jahr in winzige entlegene Dörfer schickt, um Brain Drain und Überalterung entgegen zu wirken. Astrid Wege wirft einen kritischen Blick auf das Festival der Regionen, eines der profiliertesten zeitgenössischen Kulturfestivals in Österreich, das gesellschaftspolitische, ästhetische und regionale Fragestellungen verknüpft. Antje Schiffers hat eigenwillige Strukturen für den Handel und Aus-Tausch mit Dorfbewohner/innnen entwickelt. Ursula Rellstab zeigt den Konflikt der Schweiz zwischen der Realität des urbanen Grossraums und dem Mythos des Ländlichen auf. Anne Kersten schliesslich wirft einen Blick auf die Wandlungen der Landwirtschaft und wie sich Rural Art und Urban Farming durchdringen.

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Dorfladen

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