Die Hohe Jagd 2011

cartoon by Honzi 2011

Als passionierter Nichtjäger begleitete ich vor ein paar Tagen meinen Bruder auf die “Hohe Jagd”, die Jagd- und Fischereiausstellung in Salzburg.

Von Karl Traintinger

Ich bin kein prinzipieller Jagdgegner, ich mag nur die moderne Jagd nicht. Es ist für viele Jäger und auch Jägerinnen ein Sport geworden, ein Tier zu erlegen. Sie brauchen den Kick, etwas Lebendiges zu erschießen; und das kann ich nicht nachvollziehen. Ich werde auch nie verstehen, was schön daran sein soll, irgendwo auf der Welt einen Wolf, einen Löwen, einen Bären, oder sonst etwas zu erlegen.

Der Jagd, wie sie mein Bruder betreibt, kann ich schon etwas abgewinnen. Er beobachtet das Wild in seinem Revier das ganze Jahr über, pflegt und hegt es. Im Winter wird Heu gefüttert. Hin und wieder wird  etwas erlegt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Rehfleisch von ihm bekomme, alle paar Jahre einmal.

Die Hohe Jagd hat schon etwas für sich. Unzählige Menschen drängen sich durch die Messehallen. Jagdreisen in die entlegensten Regionen der Welt werden angeboten, schießen kann man fast alles, es ist nur eine Frage des verfügbaren Geldes. Das Outfit mancher Ausstellungsbesucher ist sehenswert, es reicht vom Tarnanzug bis zum obligaten federgeschmückten Großwildjagdhut. In den Schießkinos, Counterstrike für Jäger, kann die Treffsicherheit überprüft werden. Jugendschießstände führen bereits Kinder an das Jagdwesen heran. An allen Ecken und Enden wird auf irgendetwas gezielt. Viele sehr schöne Messer gibt es zu besichtigen.

Angeboten wird alles, was nur irgendwie für die Jagd zu gebrauchen ist. 3 Highlights: Eine Wildkamera für den bewegungsunfreudigen Jäger. Eine 3-Megapixelkamera liefert Tag und Nacht bis zu 2000 Farbfotos pro Batteriesatz. Wildbeobachtung vom Wohnzimmersofa aus, könnte hier das Schlagwort heißen, nach dem bekannten Fernsehmotto: ” Big Jaga is watching you”. Ein weiterer Höhepunkt an Jagdgebrauchsutensilien sind die Hundeortungssysteme für freilaufende und nicht mehr auffindbare Jagdhunde. Ja, offensichtlich gibt es auch solche Kameraden. Über GPS Navigation können die verloren gegangenen Gebrauchshunde wiedergefunden werden. Seit diese Geräte am Markt sind, gehen auch deutlich weniger Jungjäger und Jägerinnen im Gelände verloren, heißt es aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der Jägerschaft. Der mit Abstand interessanteste Messestand war der mit den gebrauchten Trophäen: Es gab Rehgeweihe in verschiedenen Größen, Gamskrickerln und vieles mehr zu kaufen.

Alles in allem war der Ausstellungsbesuch eine interessante Erfahrung, wenn ich auch nichts gekauft habe.

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4 Kommentare zu "Die Hohe Jagd 2011"

  1. Peter Müller | 1. März 2011 um 15:21 |

    Ein guter kritischer Beitrag zur Jagd, die zur Zeit sicher zum Teil eine falsche Entwicklung erlebt. Ich glaube auch, dass es ohne Jagd wahrscheinlich nicht gehen wird, aber der Kult, den so manche darum betreiben, ist krank. Der Cartoon von Honzi gefällt mir sehr gut, man hört auch immer wieder, dass sich Jäger mit ihren Waffen verletzten, aber wie es ausschaut, kann es auch andere Gründe dafür geben. 🙂

  2. Laubfrosch Laubfrosch | 2. März 2011 um 08:11 |

    Es gibt unter den vielen Jägern leider viele zu viele Schiessköpfe. Die haben dann das Problem, dass ihnen zu viel Lärm um die Ohren fliegt und das ist dann ähnlich wie mit den Kopfschlägen bei manchen Boxern, einige halten es aus, andere heben ab. Jagd ja, Jagd als Freizeitvergnügen nein.

  3. Otmar Hutya | 2. März 2011 um 10:32 |

    …..unter der geschickten Führung Schaubergers und nach einigen Schwierigkeiten gelang es der Fürstin (Schaumburg – Lippe), die noch nie ein Wild geschossen hatte, den Kapitalhirschen zu erlegen, was sie allerdings in so große Aufregung versetzte, dass sie in Ohnmacht fiel…….Nichts bringt Menschen näher, als ein interessantes Jagderlebnis. Nächsten Tag erschien die Fürstin im Jagdhaus, erzählte dass kein Mensch glaubte, daß sie den STARKEN HIRSCH eigenhändig erlegte…Bravo, bravo bravo….aus F. Ferzak „Viktor Schauberger“, Förster und Erfinder im Steyrtal.

  4. christine | 2. März 2011 um 14:56 |

    …schon wieder in die FALLE getappt… Samstag Nacht sind sie auf der PIRSCH, die JÄGER und die röhrenden HIRSCHE… ein SCHUSS ins Blaue… den Vogel/den Bock ABSCHIESSEN… eine Schreckensnachricht JAGT die andere… beim Foto-SHOOTING immer den Finger am ABZUG… geh mir aus dem SCHUSSFELD… eine TREIBJAGD auf den Promi veranstalten… er verschanzt sich in seinem BAU… einen Pokal als TROPHÄE heimbringen… die Stoßstange vor mir ins VISIER nehmen…
    wer wird denn gleich die FLINTE ins Korn werfen… wen hat er diesmal Hübsches an der ANGEL…
    ups, jetzt hab ich mein ganzes PULVER VERSCHOSSEN…

    Sind wir nicht alle ein bisschen Jäger und Fallensteller?

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