„HIGH IN VERSAILLES“ – Toihaus Salzburg

Auf die Bühne wurde ein kleiner, aber feiner barocker Garten samt Springbrunnen gezaubert. Vier romantische Hecken auf Rädern können vielseitig genutzt werden. Sie dienen als Verstecke, als Sitzgelegenheiten und immer wieder bilden sie ein Labyrinth, in dem der arme Baron Èraste gefangen wird. Dieser ist auf der Suche nach seiner Geliebten, doch die „lästigen“ Damen, die sich im Garten vergnügen, halten ihn ständig auf. Er schafft es nicht, ihren frivolen Spielchen zu entkommen.

Die neue Produktion im Toihaus Salzburg ist eine Hommage an die Zeit des Barocks, welche für großzügige Lebenslust steht, wobei die triste Lage des einfachen Volkes nicht ganz ausgeklammert wird. Ein Baumstumpf symbolisiert eine Guillotine und kündet von der nahenden Revolution. Zum Glück werden hier nur Krautköpfe halbiert, doch auch diese Aktion hat etwas Erschreckendes. Ansonsten überwiegt Heiterkeit und pure Sinnenlust. Neben den vier Tänzerinnen Cornelia Böhnisch, Pascale Staudenbauer, Ceren Oran und Katharina Schrott begeistert Felipe Salazar Hidalgo als freches Schaf. Oder ist er doch nur ein verkleideter Höfling in einem der so beliebten Schäferspiele? Wunderschön sein Pas de Deux mit Pascale Staudenbauer. Zwischen den vielen kleinen Szenen werden zu Lullys Musik Menuette getanzt. Für die wunderbaren Arrangements sorgt in bewährter Manier Hüseyin Evirgen. Neben Yoko Yagihara am Schlagzeug und Herbert Pascher am Cello sorgt diesmal Gudrun Raber-Plaichinger mit ihrer Violine für ganz besonders feine Töne. Lully war ja nicht nur ein begnadeter Tänzer und hervorragender Komponist, sondern auch ein Meister an der Violine. Susanne Lipinski sorgt mit ihren frechen, vorlauten Auftritten für die beabsichtigten Brüche in diesem barocken Spektakel.

Doch nicht nur der Garten steht den Schauspielern und Tänzern zum Lustwandeln zur Verfügung. Das Foyer wurde zu einem repräsentativen Schlossraum umgestaltet, auch hier wird gefeiert und getanzt. Die wunderbaren, fantasievollen Kostüme, witzige Kleidchen mit Federn, Glitzer und Tand, sorgen für ein buntes Szenario (Bühne und Kostüme: Irene Edenhofer-Welzl).

Wird es für den armen Baron Èraste ein Happy End geben? Wird er seine blutjunge Geliebte Orphise endlich wieder sehen? Und endet diese wilde Feier vielleicht sogar mit einem Feuerwerk? Tauchen Sie ein in ein barocke Fest voll gefährlicher Liebschaften, frivoler Spielchen und höfischer Tänze. Ludwig XIV. und das gesamte Toihaus-Ensemble erwarten Sie zu einer Vorstellung von „High in Versailles“.

„HIGH IN VERSAILLES“ – Toihaus Theater / Es spielen und tanzen: Susanne Lipinski, Markus Rupert, Cornelia Böhnisch, Katharina Schrott, Pascale Staudenbauer, Ceren Oran, Felipe Salazar Hidalgo / Musik: Yoko Yagihara, Hüseyin Evirgen, Herbert Pascher, Gudrun  Raber-Plaichinger / Bühne und Kostüm: Irene Edenhofer-Welzl / Foyergestaltung: Ela Grieshaber und Irene Edenhofer-Welzl / Künstlerische Leitung: Myrto Dimitriadou / Copyright: Toihaus Theater / Michaela Grieshaber


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1 Kommentar zu "„HIGH IN VERSAILLES“ – Toihaus Salzburg"

  1. Günther Demel | 1. März 2011 um 22:49 |

    War die beste Aufführung des Toihauses, die ich bisher gesehen habe. Absolut empfehlenswert.

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