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In „Kiss me, Kate“ spielt eine Theatergruppe die musikalische Fassung Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Der Zuseher sieht sozusagen ein „Stück im Stück“.

Heide-Maria Müller

Von Heide-Maria Müller

Der Produzent Fred Graham besetzt sich selbst als Petrucchio und engagiert als Kate seine Ex-Frau Lilli Vanessi. Fred hat aber eine Liebesaffäre mit der Nachtclubschönheit Lois Lane, der er die Rolle von Kate´s Schwester Bianca gibt. Lilli hingegen ist mit dem Geldgeber der Show, General Harrison Howell verlobt. Beim Einstudieren der Show wird klar, dass es zwischen Fred und Lilli immer noch „knistert“. Ein von Fred an Lois gesendeter Blumenstrauß landet versehentlich bei Lilli, die sich zuerst sehr darüber freut.

Als sie jedoch die beigelegte Karte liest und ihren Irrtum erkennt, wird sie fuchsteufelswild und kratzt, beißt und tritt nach Fred während der Vorstellung – bis dieser sie auf der Bühne über´s Knie legt. Lilli weigert sich nach dieser Demütigung weiter zu spielen. Da kommen Fred zwei Ganoven gerade recht, die von ihm einen Schuldschein eintreiben wollen, den eigentlich sein Kollege Bill Calhoun unterzeichnet hat. Mittels dieser zwei Gangster zwingt er Lilli aufzutreten.

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Im zweiten Akt stöhnen alle unter der großen Hitze, General Howell kommt, um Lilli abzuholen. Fred fleht sie an, ihn nicht im Stich und die Show nicht platzen zu lassen. Die beiden Gangster haben in der Zwischenzeit erfahren, dass ihr Auftraggeber selbst nicht mehr unter den Lebenden weilt und ziehen ab. In Padua soll nun die große Hochzeitsfeier stattfinden – doch von Lilli keine Spur. Im letzten Moment jedoch sieht Lilli doch ein, dass ihr Platz an der Seite Freds ist und erscheint auf´s Stichwort – Happy End und großes Finale.

Kiss me, Kate- schwungvoll, bunt und mitreißend inszeniert von Andreas Gergen und Christian Stuppeck. Franziska Becker (Lilli Vanessi / Kate) spielt und singt sehr gut und temperamentvoll. Bettina Mönch (Lois Lane/Bianca) betört nicht nur durch ihre Stimme und ihr tänzerisches Können, sondern (vor allem die Männer) durch ihre, wie man auch als Frau neidlos zugestehen muss, durch ihre wunderschönen Beine.

Sascha Oskar Weis ( Fred/ Petrucchio) beeindruckt ebenfalls durch sein Können. Die beiden Ganoven werden hervorragend komödiantisch durch Werner Friedl und Franz Supper dargestellt (besonders sehenswert das Couplet „ Schlag´ nach bei Shakespeare “).

Die Kostüme sind „wunderbar“- von klassisch chick bis schrill- bunt. (Kostüme: Conny Lüders). Das Bühnenbild stammt von Stephan Prattes, er verwendet “Flightcases”( das sind Kisten, in denen Requisiten während einer Tournee transportiert werden ) in verschiedenen Größen – man kann sie aufklappen – und es steckt zum Beispiel eine Garderobe drin – oder vielleicht auch viele rote Herzluftballons. Das Bühnenbild für die „Widerspenstige “ ist allerdings reichlich kitschig, mit überdimensionalen Katzenporträts auf künstlichen Mauern.

Der Ton, meiner Meinung nach zu laut – oder schlecht gemischt ?, sodass manchmal der Text sehr schwer zu verstehen ist. Schwungvolle musikalische Leitung des Mozarteumorchesters durch Peter Ewaldt. Es gab sogar eine musikalische Zugabe! Die Première wurde jedenfalls heftig beklatscht !!

„Kiss me, Kate“, Musical von Cole Porter, Première im Salzburger Landestheater, 3.4.2011 (Uraufführung 1948 in New York) / Musikalische Leitung: Peter Ewaldt / Inszenierung: Andreas Gergen | Christian Struppeck / Choreographie: Simon Eichenberger / Bühnenbild: Stephan Prattes / Kostüme: Conny Lüders / Choreinstudierung: Stefan Müller / Dramaturgie: Bernd Feuchtner / Besetzung: Lilli Vanessi | Katherina – Franziska Becker, Fred Graham | Petrucchio – Sascha Oskar Weis, Lois Lane | Bianca – Bettina Mönch, Bill Calhoun | Luccentio – Aris Sas, Hattie, Garderobiere – Angela Hercules-Joseph Paul, Garderobier – Ingo Meichsner, 1. Ganove & Halbesel | „Aide“ to Katherine – Werner Friedl, 2. Ganove & Halbesel | „Aide“ to Katherine – Franz Supper, Flynt, Aide to General Howell | Gremio – Simon Schnorr, Riley, Aide to Gernal Howell | Hortensio – Asher Smith, General Harrison Howell – Hubert Wild, Bühnenpförtner | Priester in Padua – Rudolf Pscheidl, Ralph, Inspizient – Steven Sayer, Harry Travor | Baptista – Volker Ullmann, 1.Bühnenarbeiter | Taxifahrer/Nathaniel – Sung Kyu Lim, 2.Bühnenarbeiter | Philip & Halbesel – Vesselin Hristov, 3.Bühnenarbeiter | Gregor & Halbesel – Horst Zalto, Schneiderin – Beth Jones / Fotos: Christian Schneider