Karl Traintinger:
Des Menschen ältester und bester Freund

Hund ist 17 Jhare alt und droht, wenn man seinen Rücken im Beckenbereich berührt.

Der Mischlingshund Tequila ist 17 Jahre alt und droht, wenn man seinen Rücken im Beckenbereich berührt. Die Berührung bereitet ihm Schmerzen. Alle Fotos: KTraintinger

Der Hund, der angeblich älteste und beste Freund des Menschen, ist in die Schlagzeilen gekommen. Was ist passiert? In Wals, einer Nachbargemeinde der Stadt Salzburg, wurde ein Kind von einem Rottweiler gebissen und dabei schwer verletzt. Der Hund hat dafür bezahlt, er wurde kurz darauf eingeschläfert.

Von Karl Traintinger

Der Bürgermeister der betroffen Gemeinde fordert gesetzliche Maßnahmen zu Hundehaltung, manche Medien springen auf den Zug auf und berichten über Tage an prominenter Stelle über die Gefährlichkeit von Hunden und Kampfhunden im Speziellen. Vergessen sind die von Lawinenhunden und Trümmerhunden geretteten Menschen, die von den Polizeihunden gefundenen Rauschgifte und Sprengmittel, die gestellten Verbrecher, die Blindenhunde und so weiter und so fort. Schier endlos ist die Liste der Hilfsdienste durch Hunde, die für uns Menschen arbeiten.

Bacsi, ein French Bully schaut gefährlich aus und bringt etwa 12 kg auf die Waage. Mit diesem Gewicht relativiert sich sehr viel, er ist auch extrem gutmütig und geht jedem Problem aus dem Weg.

Tatsache ist, jeder Hundebiss ist zu viel und es muss alles unternommen werden, damit es nicht dazu kommt. Selbstverständlich macht es Sinn, wenn Hundebesitzer nachweisen müssen, dass sie etwas von der Hundehaltung und Hundeführung verstehen. Es erscheint mir auch sinnvoll, wenn dieses Wissen und die wichtigsten Kommandos im Umgang mit Hunden  in bestimmten Abständen kontrolliert werden. Wer überprüft das, wer überprüft die Ausbilder und Prüfer? Tierärzte mit Zusatzausbildung? Man kann auch darüber nachdenken, ob für schwere und große  Hunde andere Spielregeln gelten müssen als für kleine Hunde. Ebenso sollte überdacht werden, ob im zivilen Bereich eine Schutzhundeausbildung zulässig sein muss und unter welchen Voraussetzungen das möglich sein könnte. Tatsache ist aber auch, dass der geforderte Hundeführschein das Problem nicht lösen wird, man hat halt wieder einmal etwas getan, mehr ist es nicht.

Der Bullterrier gehört zu den sogenannten Kampfhunden. Die meisten Tiere sind sehr friedlich und liebevoll, trotzdem sollte man das in ihnen vorhandene Potential nicht vergessen. Weitere Infos zur Rasse finden Sie nach einem Klick auf das Foto.

Das Tierschutzgesetz sieht vor, dass jeder Hund gechippt sein muss, jede Übergangsfrist ist bereits abgelaufen. Wieso hat sich der Gemeindeverband nicht dafür stark gemacht, dass die Chipnummern auch von den Gemeinden bearbeitet werden können? Man hätte eine aktuelle Datenbank aller in einer Gemeinde gehaltenen Hunde, die mit diesem Chip unverwechselbar gekennzeichnet wären. Ein Chiplesegerät ist ab 100 Euro zu bekommen und wird wohl auch für die Gemeinden leistbar sein. Wieso wird nicht lückenlos jeder Hundebiss angezeigt und in der Hundedatenbank vermerkt? In Salzburg haben die Bürgermeister die Möglichkeit, ein Gutachten lt. § 19 Abs. 3 des Landessicherheitsgesetzes zur Feststellung der Gefährlichkeit des Hundes von TierärztenInnen erstellen zu lassen. Warum wird das so selten gemacht und warum wird das nicht in der Datenbank vermerkt? Dazu kommen dann noch die diversen Gemeindeerlässe, die einen Leinenzwang und ähnliches vorschreiben, aber auch die Ausnahmen von den Regeln definieren. Mit einer sinnvoll geführten Hundedatenbank könnte man problemlos gefährliche Zuchtlinien erkennen, wenn man wollte. Man sieht, Hundegesetze gibt es gar nicht so wenige, sie werden nur fast nicht in ihren Möglichkeiten ausgeschöpft. Was neue Gesetze wirklich verbessern werden, bleibt abzuwarten.

Der Chow Chow wurde in China als Schlittenhund, Hütehund und Speisehund gehalten. Häufig sind sie sehr reserviert und typische Einmann/frau Hunde. Die Flexileine am Bild garantiert KEINE sicher Fixierung des Hundes.

Ein wichtiges Thema ist die Möglichkeit der sicheren Verwahrung eines Hundes, wenn der Tierbesitzer nicht anwesend ist. Kommen wieder die Kettenhunde, die Zwingerhunde? Auch sollte man sich überlegen, welche Halsbänder und Leinen beim Gassigehen eines Hundes notwendig sind. Bis zu welchem Hundegewicht kann ein wie schwerer Hundeführer einen Hund halten?

Der Hovawartrüde Hannibal ist 42 kg schwer und sehr kinderfreundlich. Trotzdem, in der Situation am Bild ist die Aufsichtspflicht im Problemfall nicht gegeben. Es ist dem Hund möglich das Kind zu verletzten, bevor jemand eingreifen kann.

Zwei Punkte sind, meines Erachtens nach, unabhängig von dem was kommen wird, wichtig:

1. Die Prävention.
Unsere Gesellschaft hat in vielen Bereichen vergessen, wie man sich den Tieren gegenüber richtig verhält. Richtig sozialisierte Hunde werden an den Menschen adaptiert, wie schaut es umgekehrt aus? Bereits in den Kindergärten sollte den Kids richtiges Verhalten Tieren, und auch Hunden gegenüber, vermittelt werden. Man sieht, wenn man beispielsweise durch die Stadt Salzburg geht, was dabei alles falsch gemacht werden kann. Viele Kinder kennen keine Grenzen und laufen jedem Hund nach oder versuchen ihn zu berühren. Wieso gibt es in Regionen, in denen Hunde noch als Arbeitstiere verwendet werden, so wenige Probleme? Traurige Tatsache ist, Kinder werden sehr häufig in den Kopf gebissen, weil sie so klein sind und wenn sie schreiend davon laufen, können sie einem idealen Beutebild entsprechen. Daher noch einmal, Kinder müssen wissen, wie man sich Hunden gegenüber richtig verhält.

2. Hundeauswahl.
Viele Hunde wurden vom Menschen für ganz bestimmte Arbeiten gezüchtet. Leider (?) sind dabei auch für unseren heutigen Geschmack schöne Hunde herausgekommen. Und heute kann man sich für Geld fast alles kaufen. Man sollte darüber nachdenken, was zum Beispiel ein Herdenschutzhund in unserer urbanen Umgebung verloren hat. Was macht ein Border Collie ohne Schafherde? Es müsste für angehende Hundehalter ein Thema sein darüber nachzudenken, welche Rasse für ihn am besten geeignet ist, wie er gehalten wird und wofür der Hund gebraucht wird.

Es stellt sich schon die Frage, was hat ein angehängter Weißer Schäferhund in der Salzburger Getreideghasse zu tun? Ist der sicher verwahrt?

Fest steht, Hundebisse können nur mit der Abschaffung aller Hunde sicher verhindert werden. Wenn man das nicht will, muss in die Prävention bereits ab dem Kindergartenalter als Sofortmaßnahme investiert werden. Sinnvolle Gesetze, die man auch exekutiert, müssen das Ganze unterstützen. Die Österreichische Tierärztekammer hat im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe zum Thema gebildet. Es stehen genügend TierärzteInnen zur Unterstützung der Gemeinden sowohl bei der Organisation, der Prävention als auch bei der Erstellung der Gefährlichkeitsgutachten zur Verfügung.

Ein gut ausgebildeter Blindenhund beherrscht an die 60 verschiedne Befehle.

Die Hundebesitzer fordern Toleranz ihren Tieren gegenüber; sie müssen aber auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die Hunde fürchten oder ganz einfach nicht mögen. Es kann und darf nicht sein, dass ein Hund über die Wiese gelaufen kommt und 50 m weiter weg der Hundebesitzer schreit: Fürchten Sie sich nicht, mein Hund ist nicht gefährlich, er will nur spielen!  Man sollte gemeinsam an Verhaltensregeln und Maßnahmen arbeiten, die, so gut es geht, Hundebisse verhindern.  Es muss abschließend festgestellt werden, jeder Hundebiss ist zu viel!

Weitere Infos zum Thema und 2 Broschüren zum GRATIS Download (Tapsi, komm … und Ich habe Angst vor Hunden finden Sie ) HIER>

PS: 2 Fotos vom 30. Mai 2010, einfach zum Nachdenken …

Einsamer Hund auf Wanderschaft zwischen Braunsberg und Willenberg in der Gemeinde Lamprechthausen. Weit und breit ist kein Besitzer zu sehen.Im ganzen Dorf gilt eine Leinenpflicht.

Abends in Oberndorf an der Salzach am Treppelweg - eine sehr eigenwillige Demonstration der Aussichtspflicht bei einem nicht wirklich kleinen Hund.

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3 Kommentare zu "Karl Traintinger:
Des Menschen ältester und bester Freund"

  1. Astrid Müller | 25. Mai 2011 um 20:01 |

    Liebe Leser!

    Seit heute (25.5.) steht plötzlich in der Zeitung ein vages “Jaaaa…möglich” für einen Hundeführerschein.
    Manche Parteien sagen aber, dass man zB “die alte Dame mit dem Dackel in Ruhe lassen soll” oder dass der Führerschein nur für “gefährliche” Rassen gelten soll.
    Aber mal ernsthaft: der Hund ist ein Raubtier, ein Fleischfresser, ein Rudeltier, das auch sein Rudel beschützt.
    Wie in einen Menschen kann man in einen Hund nicht hineinschauen.
    Warum letztens eingeschläferter Rottweiler das Mädchen so furchtbar verletzt hat, kann man nur spekulieren.
    Das jedoch auch Schlimme an der Sache ist, dass der Besitzer jede Verantwortung mit dem Wort “Einschläfern” abgegeben hat.
    Vorher schon offensichtlich keine Verantwortung und nachher auch nicht.
    Ein Hundeführerschein garantiert mir nicht, dass mein Hund in unvorhergesehenen Situationen nicht zubeißt!
    Es werden bestimmt keine Stresssituationen simuliert, um seinen “Deckel” zu bekommen.
    Außerdem arbeitet man mit einem Lebewesen und nicht mit einer Maschine, die man an- und abstellen kann!
    Unsere alte Hündin ist ein Schaf, aber wenn sich jemand Fremder nähert, wird gebellt und wenn dieser eine falsche Bewegung macht, vielleicht sogar zugebissen und warum? Weil sie ihr Rudel verteidigen würde!
    (Ist noch nie passiert)
    Und was sind “gefährliche Rassen”?
    Wenn ich mich blöd anstelle, kann ich meinen Yorky auch dazu bringen, dass er auf alles und jeden losgeht!
    Es gibt viel zu viele Lücken in dem “vielleicht” kommenden Führerschein.
    Schon bevor man sich einen Hund zulegt, sollte man sich im Klaren sein, dass man gut beraten ist, sich mit Hunden auszukennen und wenn man das nicht tut, sich ausbilden zu lassen oder sich keinen Hund zu nehmen.
    Ich liebe Pferde, aber ich würde mir nie (wie so viele andere, die ich kenne) anmaßen, mir ein Pferd zu kaufen, obwohl ich nicht genug Ahnung davon habe!
    Das sollte einem der Hausverstand sagen, aber davon gibts wohl generell zu wenig, nicht nur beim Thema “Hunde”.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Astrid

  2. Lieber Mensch,

    wie gern vergisst du, dass du nicht das einzige Lebewesen auf diesem kranken Planeten bist?
    Wieso glaubst du dass nur du Recht hast hier zu existieren? Wieso hat dein Kind mehr Recht zu Leben als eine Ameise, eine Kuh, ein Schwein? Du Umweltschänder! Überlege du wie viele Tiere du schon ermordet und verspeist hast? Wie viel Sauerstoff du den Lebewesen weggenommen hast? Jedes Tier auf dieser Erde ist viel besser als du! Was ist ein Hundehäuflein für ein Problem für die Umwelt im Vergleich zu deinem Auto, deinem Flugzeug, deinem Schiff, deiner Begierde nach mehr?

    Und ich bin Dir trotz allem, was du mir angetan hast dein treuester Freund und Diener! Immer bereit dich aus den Trümmern und Lawinen auszugraben, dir deine Augen zu ersetzen, dich zu schützen. Ich lasse mich auch gerne von dir verprügeln, wenn du zufällig schlecht gelaunt bist, auch mich zu töten, weil meine Liebe zu Dir unendlich ist. Weil du ein MENSCH bist!
    Dein treuer Bello

  3. Der Hype um die Hunde ist vorbei, jetzt spricht jeder nur noch von EHEC.

    Man darf gespannt sein, was die Politiker zu den Hunden aushecken, an die Sinnhaftigkeit kann ich leider nicht glauben. Es ist jetzt schon niemand zuständig, wie soll es dann mit einem neuen Gesetz funktionieren? Wo steht geschrieben, für welche Gesetze die Polizei zuständig ist, beim Tierschutzgesetz, in dem das Chippen verankert ist, drehen sie sich wie die Würmer. Dürfen die Polizisten wegschauen, wenn sie wissen, dass ein Hund nicht gechippt ist? Dürfen oder müssen die Polizisten die vielleicht kommenden Hundeführscheine kontrollieren? Wie heißt es so schön: Alles steht in den Sternen. Die Lungauer würden zur Hundedebatte sagen: Alles Laa-Schatzerei.

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