„Welfarewell“ – Komödie in englischer Sprache im Kleinen Theater

Michael Darmanin, Leiter der English Drama Group Salzburg, präsentierte als europäische Erstaufführung (Premiere 30.5.2011) das preisgekrönte Stück „Welfarewell“ der kanadischen Schriftstellerin Cat Delany. Die skurrile Komödie über eine etwas schrullige, aber sehr resolute, alte Dame begeisterte Jung und Alt.

Von Elisabeth Pichler.

Esmeralda Quipp, einst eine gefeierte Schauspielerin beim Global Shakespeare Festival, hat finanzielle Probleme. Mit ihren nunmehr 80 Jahren weiß sie nicht, wie sie über die Runden kommen soll. Sie steht vor der schweren Entscheidung, ihre Rente für die notwendigen Medikamente auszugeben oder sich lieber etwas zum Essen zu kaufen. Auch mit der Miete ist sie drei Monate im Rückstand, und so hat ihr Vermieter absolut kein Verständnis dafür, dass sie ihre tote Katze in seinem Vorgarten vergraben möchte, und ruft die Polizei. Als sie eine Nacht im Gefängnis verbringen muss, ist sie begeistert: ein warmes, beheiztes Zimmerchen, jederzeit eine Tasse Tee und durchwegs freundliche Menschen. Der Gedanke, für länger hier einzuziehen, hat etwas Verlockendes. Wie wäre es mit einem Banküberfall? Die Strafe müsste doch eigentlich für einen gemütlichen Lebensabend im Knast reichen.

Für eine 80-jährige, etwas verschrobene alte Lady ist es zwar ein Leichtes eine Bank zu überfallen, nur nimmt sie leider niemand so richtig ernst. Diese Szenen sind auf einer Videoleinwand zu verfolgen, aufgenommen von der Überwachungskamera der Bank. Einfach köstlich, wie Esmeralda zum Abschied noch freundlich in die Kamera winkt. Sandra Pendlebury Laing überzeugt in der Rolle der liebenswerten Esmeralda und begeistert mit ihren wunderschönen Shakespeare-Zitaten, mit denen sie ständig auf ihre Karriere als Schauspielerin hinweist. Mit den Gefängnis-Insassen, einer Mörderin, einer Diebin und zwei Prostituierten, versteht sie sich blendend. Officer Hacket (Celine von Garssen) gibt sich zwar Furcht erregend, doch erliegt sie dem Charme der alten Dame ebenso wie ihr gutmütiger, leicht überforderter Pflichtverteidiger (Kevin Bailey) und schließlich sogar die gestrenge Richterin (Mona Lobendanz). Für viel Heiterkeit sorgen die vielen kleinen Umbauten, die mit flotter Tangomusik untermalt, einen fast revueartigen Charakter besaßen.

Mit „Welfarewell“ ist Cat Delany eine überaus humorvolle Sozialsatire über die Probleme alter Menschen gelungen, die gezwungen sind, mit einer winzigen Rente zurechtzukommen. Auch wenn die vielen jugendlichen Besucher vielleicht nicht alle Pointen verstanden haben, so hatten sie sicherlich kein Problem, der witzigen Geschichte zu folgen. Mit dieser flotten Inszenierung hat es Michael Darmanin und seine English Drama Group wiederum geschafft, das Publikum mit einem unterhaltsamen Stück einer bei uns noch unbekannten Autorin zu überraschen und zu begeistern.

„Welfarewell“ von Cat Delaney, English Drama Group Salzburg im Kleinen Theater / Director & Producer: Michael Darmanin / Costume & Makeup Design: Hellmut Hölzl / Set Design: Alois Ellmauer / Sound & Light: Erich Posch / Photography: Alois Lobendanz / Cast: Sandra Pendlebury Laing, Kevin Bailey, Martina Landl, Sarah Wagner, Natascha Fuka, Celine von Garssen, Tina Kaltseis, Laura Lindahl, Emily Mahoney, Mona Lobendanz, Jim Laing, Britta Opatz, Rebecca Jelbert.

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