Christian Schacherreiter: Diese ernsten Spiele

Buchtitel: Diese ernsten Spiele
Autor: Christian Schacherreiter
Verlag: Otto Müller Verlag
Erschienen: 2011

Eine Buchkritik von Annelore Achatz

Klapptext:
Ein autobiografisches Buch über eine Kindheit und Jugend ist entweder ein Buch über eine Katastrophe oder ein Heldenepos mit dem Untertitel “So wurde ich ein Promi”. “Diese ernsten Spiele” ist weder das eine, noch das andere.

Christian Schacherreiter findet, es müsse auch möglich sein, dass ein “normaler” Mensch von einer “normalen”, folglich repräsentativen Kindheit und Jugend erzählt. Vom Dorfleben in Pramet berichtet daher dann auch der Autor, vom humanistischen Gymnasium in Ried im Innkreis, vom ersten Rausch und den ersten Balzversuchen, vom Geigenunterricht und der ersten Stifter-Lektüre. Wäre es da nicht naheliegend, mit dem kleinbürgerlichen Provinzmilieu der fünfziger und sechziger Jahre abzurechnen?

Phasen der kritischen Distanzierung gab es, vor allem während der Studienzeit in Salzburg. Aber aus heutiger Sicht sieht der 56-jährige Autor dazu wenig Anlass. Im Gegenteil. Vieles von dem, was sein Leben und Denken heute ausmacht, wurde im Innviertel der sechziger Jahre zumindest in Ansätzen vorbereitet: das lebhafte Interesse für die intellektuelle und künstlerische Interpretation der Welt, das sinnenfrohe Leben und nicht zuletzt die Begeisterung für den Fußball im Allgemeinen und die SV Ried im Besonderen. Christian Schacherreiter idealisiert nichts, aber er verhehlt nicht, dass der Hauptimpuls für sein Buch Dankbarkeit war. Dankbarkeit für eine geglückte Kindheit und Jugend.

Rezension:
Diese ernsten Spiele gefiel mir wirklich sehr gut! Denn hier wird eine wohl glückliche Kindheit Augen zwinkernd portraitiert mit einigen liebevollen, (unfreiwillig) komischen Anekdoten, die wohl so mancher auch selber erlebt haben mag. Zumindest bis zum Kapitel 17  konnte ich das Essay sehr zügig und mit Genuss durchlesen, dann wird es mir persönlich zu intellektuell. Oder sollte ich besser schreiben zu fad????

Leider kommen ab genanntem Kapitel weniger (bis gar keine) Anekdoten vor, dafür dominieren Sport-, (Geigen) Musik-, gymnasische- und am allermeisten politische Themen. Dazu will ich mir keinen Kommentar anmaßen, auch wenn ich finde an den Fehlern der 68er- Politik haben wir bis heute zu „beißen“.

Doch witzigerweise wird ab Kapitel 22 der Schreibstil wieder wie zu Anfang. Ein Rückblick zurück in die Kindheit, sehr amüsant und wieder, für mich, angenehm zu lesen.
Mich hätte bei den Jugendjahren nur interessiert, ob das „Alltagsleben“ wirklich so ereignislos gewesen ist. Gab es außerhalb des Gymnasiums, oder der politischen Überzeugung nichts?

Nun, Diese ernsten Spiele sind sicher nicht uninteressant, doch eher nicht für die breite Masse gedacht. Doch das ist wohl auch nicht die Absicht des Autors gewesen.

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Dorfladen

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