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Er lebte zusammen mit seiner Frau in der Nähe von Grödig. In seinem wunderbaren alten Haus. Im Angesicht des Untersbergs.

Von Rochus Gratzfeld

Auch nach seiner Pensionierung konnte er vom Holz nicht lassen. Schon früh am Morgen zog es ihn in seine Werkstatt, die er mit wenigen Unterbrechungen erst am Abend verließ. Tag für Tag. Seit seiner Pensionierung. Das Haus. Die Werkstatt. Der Garten. Seine Heimat.

Hier schuf der alteTISCHLER seine eigene Welt. Häuser für Vögel, die an Paläste aus Märchen erinnern. Und Bildtafeln. Voller Humor. Und Altäre, die seine Verwurzelung im christlichen Glauben wiederspiegeln. Dies alles zu schaffen brauchte mehr als tausend und einen Tag.

Sein handwerklich künstlerisches Schaffen gab seinem Leben nach der Pensionierung Sinn. Dem Eigenbrötler, der mit den Menschen nicht wirklich etwas am Hut haben wollte. Ja. Mit seiner Frau. Mit seiner Frau ja.

Als wir ihn fragten, ob wir einige Arbeiten im Rahmen des VeranstaltungszyklusHEIMAT ausstellen dürfen, verdüsterte sich die Miene des altenGRANDLERS. Doch seine Augen leuchteten. Da wussten wir. Er wollte. Und dann sagte erJA.

Gerne hätten wir ihm diese Ehre erwiesen. Als wir im September aus Italien zurückkehrten gab es ihn nicht mehr. Der alteTISCHLER ist tot. Aber wir sind sicher, dass er im Himmel schon wieder neue Häuser baut. Vielleicht kleine Paläste für Seelen. Wer weiß?