Roman Marchel: Kickboxen mit Lu

Autor: Roman Marchel
Titel: Kickboxen mit Lu
Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
Verlag: Residenz; Auflage: 1 (23. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3701715734
ISBN-13: 978-3701715732
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Eine Buchkritik von Astrid Müller.

Inhalt:
Lu ist 16 und hat sich eine Auszeit genommen. Allein ist sie in die Pension „Zur schönen Gegenwart“ gefahren, wo sie auf einer Gartenbank die alte Schriftstellerin Tulpe Valentin kennenlernt. Valentin hat lang kein Buch mehr geschrieben und Lu hat viel zu erzählen, also schließen sie einen Pakt: Lu darf ihre Geschichte erzählen und Tulpe Valentin darf sie als ihr letztes Buch veröffentlichen.

Was fröhlich beginnt, beginnt sich zu verfinstern. Lu findet schnell heraus, dass die Autorin dem Alkohol erlegen ist, weiß aber nicht warum. Im Buch fließt nach und nach ein, wie das Leben Tulpe Valentins vor dem Zusammentreffen mit Lu ausgesehen hat. Dreimal verheiratet, dreimal geschieden, eine Tochter, die nicht mehr mit ihr spricht. Unzählige Liebhaber und auch Bücher, die von ihnen handeln. Die einzig wahre Liebe, die sich als gejagtes Gespenst entpuppt.

Der endgültige Verfall, der Untergang im Suff und der unbändige Wunsch, zu sterben, haben Tulpe Valentin in die Pension „Zur schönen Gegenwart“ getrieben, wo Patrice, der Wirt, genau über seine Gäste Bescheid und auch genau weiß, was er für sie tun soll.

Lu ist aus einem anderen Grund da: ihr Exfreund ist tot und auf sie wird eine Hetzjagd veranstaltet, weil jeder glaubt, dass sie daran schuld ist, nur weil sie mit ihm Schluss gemacht hat. Weil sie mit ihrer besten Freundin Loretta gern in den Kickboxunterricht gegangen ist, hat sie ihren Eltern erzählt, auf ein Kickboxcamp zu fahren. Ihre Geschichte und ihr Philospohieren über Pfaue, Büchereiangestellte, Liebe und das Leben im Allgemeinen (wozu sie immer ihren Friseur Jean heranzieht) gibt Tulpe Valentin wieder Lebensmut und sie tut alles, um ihr letztes Buch in geordnete Bahnen zu bringen. Am Ende fliegt alles auf, die Eltern holen Lu aus der Pension ab und Tulpe Valentin ist wieder alleine. Sie erinnert sich noch an die ersten Worte, die sie mit Lu wechselte zurück, bevor die Geschichte endet.

Rezension:
Roman Marchel hat mit der philosophischen Lu eine untypische 16-jährige erschaffen, die unbeschwert auf die Probleme des Lebens zielt und Kommetare abschießt – dabei auch noch trifft. Alles, was Lu erzählt, wird direkt aus ihrer Perspektive in einem Monolog geschildert, der einen zum Lachen treibt, manchmal aber auch zur Besinnung bringt.

Die Probleme des Mädchens sind keinesfalls nur Jugendprobleme, im Gegenteil. Jeder von uns kennt diese Probleme, allerdings tun wir uns oft schwer, sie zur Gänze zu verstehen. Die Geschichte von Tulpe Valentin ist meiner Meinung nach auch nichts, was bedenkenlos von Jugendlichen gelesen werden kann, ohne alles misszuverstehen.

Deshalb bin ich der Meinung, dass Marchel einen Erstlingsroman geschaffen hat, der noch auf sich aufmerksam machen wird, weil er durch jugendliche Sprache, Witz und Tragikomik den Erwachsenen hilft, die Probleme im Leben besser zu verstehen.

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