»Kubus 1024« – doch noch eine Chance!

Kubus 1024
Mag. Thomas Randisek

Mag. Thomas Randisek

Der Tamsweger Gemeinderat zieht die Entscheidung um ein zeitgenössisches Kulturhaus für den Lungau an sich.

Der Bürgermeister der Gemeinde Tamsweg, Alois Lankmayer (ÖVP), hatte die Meldung um das »Aus« für das zeitgenössische Kulturhaus »Kubus 1024« für die Region Lungau wohl doch zu früh verkündet. Bei der gestrigen Sitzung des Gemeinderates wurde die Entscheidung der Gemeindevorstehung auf Antrag der Fraktionen von SPÖ, FPÖ und Grüne revidiert und dem Projekt damit noch eine neue Chance gegeben.

Ginge es nach den Ursprungsplänen, hätte das zeitgenössische Kulturhaus für die Region Lungau mit ihren 22.000 Einwohnern im September 2011 eröffnet werden sollen. Angrenzend an die ebenfalls neue Mehrzweckturnhalle wäre in der Bezirkshauptstadt Tamsweg (Seehöhe: 1.024 m) mit beträchtlichen Investitionsmitteln des Landes Salzburg – 70% der Gesamtbaukosten – das Kulturhaus »Kubus 1024« entstanden: mit Veranstaltungssaal, Proberäumen, Lagerkapazitäten, Büro und insgesamt vier Kultur-Arbeitsplätzen. Betreiber wäre die Lungauer Kulturvereinigung mit dessen Obmann Robert Wimmer.

Die Pläne waren fertig, und einem Baubeginn nach mehrmaliger Verzögerung stand nichts mehr im Wege, hätte nicht Bürgermeister Alois Lankmayer ob der laufenden Betriebskosten kalte Füße bekommen und das Haus für Zeitkultur in der Gemeindevorstehung mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ zu Fall gebracht.

Durch einen Antrag von SPÖ, FPÖ und Grünen Tamsweg wurde diese Fehlentscheidung im Gemeinderat nun letztendlich einstimmig aufgehoben. Die Gemeinde will das »Aus« noch einmal überdenken und hat sich dafür eine zeitliche Frist bis 14. November 2011 gesetzt. Bis dahin soll ein Expertengremium aus Vertretern der Gemeinde und der Benutzergruppen (Kulturaktivisten und Sportvereine) noch einmal eine neue Kalkulation für die Betriebs- und Investitionskosten vorlegen.

»Wir haben in dieses Zukunftsmodell bereits drei Jahre Planung und entsprechende Energie gelegt«, so Robert Wimmer, »an der nötigen Kreativität für die nun noch geforderten Einsparungen wird es von Seiten des Kulturvereines sicher nicht scheitern«.

»Was so lange währt sollte letztendlich gut werden«, so die Meinung des Dachverband Salzburger Kulturstätten, der dieses Projekt von Anfang an voll inhaltlich unterstützt hat. Und: Auch trotz der Verzögerungen: eine derartige Chance auf ein modernes Kunsthaus darf sich die Region Lungau nicht entgehen lassen – sie hat es sich verdient. Das Land Salzburg steht ja mit seinen Investitionszusagen nach wie vor hinter dem Projekt eines eigenständigen Kulturhauses.

NEU: Kulturinteressierte konnten die Lungauer Aktivisten nun auch per online Unterschrift unterstützen.

Dachverband Salzburger Kulturstätten
Mag. Thomas Randisek
Dreifaltigkeitsgasse 3/3
5020 Salzburg
Tel: 0662 – 87 99 57
Mobil: 0650 – 970 29 08
http://www.kultur.or.at
http://www.kultplan.at
fair pay für kulturarbeit: kultur muss sich lohnen

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1 Kommentar zu "»Kubus 1024« – doch noch eine Chance!"

  1. Geschätzte Damen und Herren,
    geschätzte Unterstützer unseres Projektes KUBUS1024 !

    Wir danken der Gemeinde Tamsweg für die Einladung und die Mühe, dass wir als Kulturverein in den letzten drei Jahren als designierter Nutzer/ Mieter das geplante Projekt Mehrzweckhalle/ Kulturhaus mitgestalten haben dürfen.

    Unser Bemühen galt dem Schaffen einer Begegnungsstätte für Menschen in der Region Lungau, insbesondere für die Jugend, einer Begegnungsstätte von Tradition und Moderne, einer Begegnungsstätte von Sport und Kunst, eine Begegnungsstätte von Menschen, welche am gesellschaftlichen Rand stehen und jenen aus der gesellschaftlichen Mitte.

    Das Kulturhaus KUBUS 1024 hätte Strahlkraft über den Lungau hinaus entwickelt, wäre eine Model für neue regionale Kunst- und Kulturarbeit, für ökologisches /sparsames Bauen und für besondere, umfassende Barrierefreiheit geworden.

    Hätte. Wäre.

    Ich danke für die Zusammenarbeit in den letzten drei Jahren. Die heute mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ gefällte Entscheidung, KUBUS 1024 nicht zu bauen, werden wir akzeptieren, obwohl nach drei Jahren Zusammenarbeit wir in diese eigentliche Entscheidung nicht mehr eingebunden waren, obwohl diese Entscheidung für uns nicht nachvollziehbar ist.

    Die Entscheidung des heutigen Tages werden wir akzeptieren, nicht weil sie so verantwortlich und zukunftsorientiert ist:

    Wir akzeptieren sie vor allem, weil wir als langjähriger Partner des Projekts in den letzten Monaten zu Gegnern gemacht worden sind. Weil in den letzen Monaten unwahrscheinlich viel instrumentalisiert worden ist, Angst gemacht worden ist, Untergangszenarien an die Wand gemalt worden sind, die weder der Entwicklung der Gemeinde, der Bevölkerung noch uns helfen, sondern nur Verunsicherung und Angst schüren.

    Wir wollen nicht, dass dieses Projekt, welches eigentlich Zukunft, Kreativität, ein Miteinander und viel positive Energie ausstrahlen sollte, instrumentalisiert wird für mögliche Angstbilder und Untergangszenarien.

    Was immer die Gründe für diesen fast schon verbitterten Kampf gegen das Projekt sind, die Entscheidung des heutigen Tages werden wir auch akzeptieren, weil wir müde geworden sind / gemacht worden sind, weil immer wieder neue Argumentsteine in den Weg gelegt worden sind, weil in den aktuellen Diskussion immer wieder neue Projekte vorgereiht worden sind, wie z. B. „Volksschulsanierung“ oder „ Feuerwehrsanierung“.

    Wir können in dieser Diskussion nicht den/die Watschenmann/frau abgeben und wollen uns nicht als Gemeindesündenbock instrumentalisieren lassen.

    Wir haben unsere Ideen in der Broschüre „ magazin nr.2“ und die Entwicklung des Projekts auf der Hompage http://www.kubus1024.at archiviert, ebenso die bunte Unterstützerschar von 1024 und mehr Kulturinteressierten:

    Damit nicht vergessen wird, worüber heute abgestimmt worden ist. Damit nicht vergessen wird, dass das bereits beschlossene, um rund € 660.000.- bereits fix fertig geplante Projekt KUBUS/ Mehrzweckhalle immer wieder hinten angestellt worden ist und schließendlich nicht realisiert worden ist, hinten angestellt sogar wegen einer angeblich notwendigen Renovierung der verplanten, erst 16 Jahre alten Tiefgarage in Tamsweg!

    Vielleicht ist diese momentan für uns als Krise dastehende Situation eine Chance, wir werden die Entscheidung des heutigen Tages auf jeden Fall akzeptieren. Und wir werden weiterarbeiten, stark eingeschränkt, aber doch, da wir von der Kraft und der Notwendigkeit unseres kulturellen und künstlerischen Handelns in der Region Lungau immer noch überzeugt sind.

    Mit freundlichen Grüßen aus Tamsweg

    Robert Wimmer, Elisabeth Strauß
    für die Lungauer Kulturvereinigung.

    Pressetext der Presseaussendung vom 25. 1. 2011

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