Georg Bydlinski: Warten auf Gustav

Autor: Georg Bydlinski
Titel: Warten auf Gustav
Verlag: Residenz Verlag St. Pölten – Salzburg
Erschienen: 2011, 20 Seiten, ab 4 Jahre;
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Eine Buchbesprechung von Astrid Müller.

Inhalt:
Gustav kommt immer bei Vollmond, das behauptet zumindest der Glutz, der ihn zu kennen scheint. Jeden Tag vor Vollmond sucht er alle Tiere im Wald, beim See und auf dem Bauernhof auf und erinnert sie daran, genug Futter zusammenzuraffen, sonst würde Gustav böse und es würde ihnen schlecht ergehen. Vor lauter Angst gehorchen ihm die Tiere.

In Wirklichkeit jedoch nützt der Glutz die Tiere aus, denn es gibt gar keinen Gustav!

Nur ihn selbst, der die anderen Tiere für ihn Futter suchen lässt, selbst keinen Finger krümmt und nicht mal mit ihnen teilt. Mit den Monaten zeigt sich jedoch, dass die Tiere vor Angst und Hunger immer dünner werden, der Glutz jedoch immer fetter. Bei einer seiner Fressorgien am Bauernhof schläft er vor lauter vollem Bauch plötzlich ein und er sieht Gustav. Gustav schimpft ihn, dass es so nicht weitergehen kann, irgendwann wird es keine Tiere mehr geben, wenn der Glutz ihnen immerzu das Futter klaut und sie belügt.

Denn die Tiere glauben ja nach wie vor, der Glutz sei ihr Freund. Da verwandelt sich das Gesicht Gustavs in das Gesicht des Glutz und der Glutz bekommt so Angst, wie sie die Tiere immer haben mussten. Er wacht plötzlich auf, umringt noch immer von seinen Fressresten und trifft eine Entscheidung: er sammelt alles Übrige zusammen und sucht alle Tiere in Wald und Flur auf, um ihnen das Futter zu bringen.

Er sagt ihnen dabei, dass sich Gustav immer sehr über ihre Geschenke gefreut habe, aber er würde nun weiterziehen und sie in Ruhe lassen. Die Tiere freuen sich sehr und verzehren hungrig die Reste.
Als der Glutz jedoch nichts frisst und die Tiere ihn danach fragen, sagt er, dass er schon mehr als genug hätte, denn Gustav hätte immer mit ihm geteilt.

Rezension:
Kindergerecht bereitet Herr Bydlinski den bei uns verbreiteten Modus auf, dass es oft jemanden gibt, der sagt, wer der Feind ist und was man alles tun muss, um ihm zu entrinnen.

Er bedient sich dabei dem erfundenen Tier Glutz, der dick und hässlich ist, denn oft sind es ja die bedrohlichen und unangenehmen Leute, die uns verrückte Ideen und Feindbilder in den Kopf setzen.
Sein Ende passiert in der wirklichen Welt eher selten, aber das Buch möchte den Kindern auch sagen, dass es falsch ist, andere für sich arbeiten zu lassen, sie zu belügen und alles zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Denn das macht nicht glücklich und am Ende ist man immer allein.

Die Bilder sind von Barbara Nascimbeni und machen das Buch trotz allen Ernstes sehr farbenfroh.

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