„Zar Wasserwirbel“ – ein russisches Märchen im Odeïon

Das Theater ecce wählte bereits zum dritten Mal eine Geschichte des russischen Märchen-Autors Jewgenij Schwarz für seine Kinder- und Jugendproduktion. Der böse, hinterlistige Zar Wasserwirbel, Wassertod I., hält Marja wegen ihre Kochkünste gefangen. Ihr Sohn Wanja ist verzweifelt und macht sich auf die Suche nach seiner Mutter.

Von Elisabeth Pichler.

Dimitrij, ein verabschiedeter Soldat, befindet sich auf dem Heimweg. Er kämpft sich durch einen Wald voll seltsamer Geräusche, verdächtig laut rauscht das Wasser, die Frösche quaken um die Wetter, er ist im Reich des mächtigen und gefürchteten Zar Wasserwirbel gelandet. Als er auf den verzweifelten Wanja trifft, beschließt er sofort, ihm zu helfen. Eine riesige, furchteinflößende Gestalt, die mit verschiedenen Stimmen spricht, stellt sich ihnen in den Weg und will mit ihnen die Kräfte messen. Trickreich gelingt es dem Soldaten, den Kampf zu gewinnen und er wird ins Schloss des Zaren eingeladen. Hier trifft er auf eine unglückliche Prinzessin, die es langweilig findet, immer nur mit Kaulquappen zu spielen. Gerne ist sie bereit, bei der Befreiung der Köchin Marja mitzuhelfen, denn sie hat genug von ihrem bösartigen Vater und will so schnell wie möglich diese Wasserwelt verlassen.

Eine phantasievolle Geschichte, die zauber- und märchenhaft von Reinhold Tritscher in Szene gesetzt wurde. Mit einfachsten Mitteln gelingen traumhaft schöne Bilder. Eine riesige Silberfolie genügt, um mit der richtigen Beleuchtung einen Wasserwirbel auf die Bühne zu zaubern, der die Kinder staunen lässt. Stefan Wartbichler von den Blauen Hunden, der Theatergruppe der Lebenshilfe, beweist wieder einmal seine Bühnenpräsenz, er schwenkt die Folie für den Wasserwirbel mit großem Rhythmusgefühl, er beißt als Hund Cäsar gefährlich um sich und überzeugt als witziger, kleiner Diener des Froschministers. Jurij Diez kämpft unerschrocken als tapferer Soldat gegen alle Gefahren der Wasserwelt an. Gerard Es als Zar Wasserwirbel begeistert die Kinder mit seiner Gießkannen-Krone und einem Wasserschlauch-Bart, wirklich gefährlich sieht er also nicht aus.  Hildegard Starlinger muss als Köchin Marja meist blicklos, da verzaubert, über die Bühne stolpern. Jurek Milewski ist in mehreren Rollen im Einsatz, als Frosch-Minister des bösen Zaren hat er wenig zu lachen. Anna Baumgartner sieht als frustrierte Prinzessin die Gelegenheit zur Flucht gekommen und fegt plötzlich frisch und munter über die Bühne.

Bei einer Produktion des Theaters ecce ist die musikalische Untermalung durch Rupert Bopp stets etwas ganz Besonderes. Er versteht es, auf seinen unzähligen Instrumenten und sonstigen Geräuschkörpern, wundersame Klangteppiche zu zaubern, die den Geschichten einen ganz besonderen Reiz verleihen. Diesmal leiht er auch den erfundenen Freunden des Soldaten seine Stimme, eine musikalische Reise um die ganze Welt. Die Kinder waren begeistert von der phantasievollen Geschichte und den vielen witzigen Figuren, die im Wasserreich herumschwirrten. Für Kinder ab 6 Jahren ist dieses Märchen sehr zu empfehlen.

„Zar Wasserwirbel“ – Märchenkomödie für die ganze Familie von Jewgenij Schwarz. Odeïon Kulturforum Salzburg. Emailwerk Seekirchen. Kunsthaus Nexus Saalfelden. Sparkassen-Stadtsaal Ried. Inszenierung: Reinhold Tritscher. Kostüme: Nora Fankhauser, Musik: Rupert Bopp. Lichtgestaltung: Heide Tömpe. Choreographie: Wolf Junger. mit Jurij Diez, Gerard Es, Jurek Milewski, Anna Paumgartner, Stefan Wartbichler, Constantin Brandner/Magdalena Brandauer. Fotos: ECCE/ Hauch

 

 

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