Biologisch aus Salzburg

Vor ein paar Wochen wurde von einigen Salzburger Bio-Urgesteinen eine neue Marke ins Leben gerufen: BIO!LOGISCH aus Salzburg. Eine neue Marke für altbekannte Produkte wozu? Ist die neue Marke mehr als nur ein werbewirksamer Verkaufsgag?

Die Gründungsväter der neuen Marke waren: Josef Hainz, der BIO Hofmetzger aus Bürmoos, Jakob Itzlinger von Itzlinger´s Biobäckerei aus Faistenau, Elisabeth Feldinger vom ÖKOHOF Feldinger in Wals, Manfred Eisl vom Aglassinger Biomarkt in St. Georgen und Josef Mangelberger von der Mattigtaler Hofkäserei in Seekirchen.

Ich liebe Itzlingers Nußbrot, seine Kamutweckerl, seinen Striezel, auch wenn die Verkäuferin den Kilopreis des Monatsaktionsbrotes (700 Gramm 3,6 €) nicht kennt. Was gibt es Besseres als Itzlingers Cantucini zum Mokka?

Der Mattigtaler Räucherkäse ist eine Sensation. Ein Glas Rotwein und dazu ein Stück Mattigtaler Blauschimmelkäse und die kulinarische Welt ist wieder in Ordnung. Feldingers Kresse ist berühmt, seine Tomaten werden es bald sein. Als Nichtfleischesser sind mir die Fleisch und Wurstwaren nicht bekannt.

Die Tatsache, noch extra neben BIO auf Bodenständigkeit zu setzen ist notwendig, heißt es von den Initiatoren, haben doch in letzter Zeit auch die Supermärkte den Handel mit BIO Produkten ausgebaut. Es ist schon gut, wenn man weiß, woher die Lebensmittel kommen, gell, wie ein bekannter Fernsehwochenkommentator sagen würde.

Kurze Wege vom Produzenten zum Konsumenten ist eine der wohlklingenden Werbe-Schlagzeilen vieler Hofläden. Dieser Forderung kann man sich auf jeden Fall anschließen. Auch die Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion sollte uns allen wichtig sein. Qualität hat ihren Preis, auch das ist richtig. Lebensmittel müssen in unserer Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Es muss verantwortungsvoll mit den Lebensmittel liefernden Tieren umgegangen werden, Tierschutz darf kein Thema sein. Viele BIO Forderungen sind auch für die Zukunft der konventioniellen Landwirtschaft wegweisend. Das ist ja alles bekannt, trotzdem, irgendwann werden die Marken zuviel und verwirrend werden.

Anbei 2 Fotos, die mit den “ökologischen Transportwegen” schwieriger zu erklären sind. Wahrscheinlich fordern die Konsumenten die Warenvielfalt.

Biobirnen Paprika

Diese Fotos sind für mich als BIO Fan schon etwas verwirrend, da ich die Bodenständigkeit der Produkte nicht wirklich erkennen kann. Wo ist der Unterschied zu den günstigeren Bioprodukten aus dem Supermarkt? Was macht die Bio!LOGISCH aus Salzburg Händler empfehlenswerter als die Supermärktler fragt

ein verunsicherter Spaziergänger.

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Der Spaziergänger

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6 Kommentare zu "Biologisch aus Salzburg"

  1. Ich kaufe für unsere Familie schon lange BIO Produkte ein und bin froh, daß das Angebot größer geworden ist. Die Kontrollen werden wohl überall gleich gut sein, hoffe ich wenigstens.

  2. Maria aus Salzburg | 20. Juni 2008 um 11:34 |

    Hallo, ich kaufe meistens am Grünmarkt ein, lege mich aber auf BIO nicht fest. Die Salate und Gemüse der Walser und Siezenheimer Bauern haben eine sehr gute Qualität, einzig bei den bunten Paprika greife ich auf BIO, da hat man von den konventionellen aus Spanien einmal etwas gehört, glaube ich mich zu erinnern. Fleisch kaufe ich bei einem selbst vermarktenden Bauern, ebenso die Eier.

    LG Maria

  3. Christine | 20. Juni 2008 um 14:41 |

    Ich gehe davon aus, daß alle Lebensmittel im Handel qualitativ entsprechen und greife zu den günstigen Angeboten. Wir sind eine 4-köpfige Familie und da müssen wir auch bei den Lebensmitteln auf den Preis schauen. Bio war mir bis jetzt zu teuer. Im Supermarkt nehme ich bei gleichen Preisen schon die Bioprodukte.

  4. Heute traut man den grossen Ketten mehr Kompetenz im biobereich zu als den eigentlichen Auslösern der Bewegung: Rebellen, Starrköpfe, Gutmenschen. Die opererieren jetzt mit der Marketingsprache der Nahrungsmittelindustrie und schließen sich gleichzeitig zu größeren Produktions- und Vertriebseinheiten zusammen. Und alles beginnt von Vorne. Rebellen, Starrköpfe und Gutmenschen nehmen einen neuen, ehrlichen, moralisch einwandfreien Anlauf um dann wieder vom System korrumpiert und absorbiert zu werden. Daneben gibt es wie immer eine handvoll sensibler und wacher Zeitgenossen, die mit den Aufrührern gemeinsame Sache machen und Nahrungsmittelkonsum zu einer Sache des guten Gefühls machen. Das ist tröstlich, auch wenn der Großteil einer schafsköpfigen Konsumentenschaft weiter in die supermärkte rennt. Ich übrigens auch, weil sonst nichts da ist, weil wir zu weit auseinander sind, Bauern und Konsumenten und… Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

  5. Die Initiative “Bio!Logisch aus Salzburg” soll den Kunden wieder darauf Aufmerksam machen das gerade Bioprodukte die aus der Umgebung kommen eine viel höhere Wertschätzung haben sollten. Es ist natürlich klar das es in Österreich zu gewissen Jahreszeiten bestimmte Gemüse- und Obstsorten nicht gibt – jedoch verlangt es der Kunde. Ich persönlich brauche zb im Winter keine Tomaten essen. Ist es jedoch so das wir im Winter einmal von unseren Lieferanten keine Tomaten bekommen – reagieren manche Kunden teils ungehalten wenn mal keine da sind. Meiner Meinung nach ist dies ein allgemeines Gesellschaftliches Problem – das der Mensch heutzutage zu jedem Zeitpunkt alles haben muß. Das ist ein Kreislauf – wer ist daran Schuld – alle! Der Kunde da er es kauft, der Handel der es zum Verkauf bereitstellt, die Medien… das ist eine sehr lange Diskussion. Was jedoch für mich noch ein Punkt ist: Bio!Logisch aus Salzburg soll ja auch den Standpunkt vertreten: Bei Salzburger Betrieben kaufen. Für mich persönlich ist es eine super Sache wenn wir Salzburger Bio-Betriebe hier noch stärker zusammenarbeiten und uns gegenseitig Unterstützen. Zusammen sind wir viel stärker! Wir Mitglieder von “Bio!Logisch aus Salzburg” beschäftigen ca. 70 bis 80 Mitarbeiter (wenn nicht mehr) – wir betreiben aktiven Umweltschutz indem wir mit Tier, Boden und Pflanzen biologisch “behandeln”. Ein kleines Statement zu dem Bericht – den ich sehr schön finde, weiters finde ich es super wenn über solche Themen aktiv diskutiert wird. Allen liebe Grüße vom Ökohof Feldinger – Elisabeth Feldinger

  6. Laubfrosch Laubfrosch | 30. Mai 2011 um 14:31 |

    Bemerkenswert und interessant, die EHEC verseuchten BIO Gurken aus dem sonnigen Süden. Die brauche ich nicht, ich warte, bis sie bei uns reif werden. Die schmecken auch besser.
    Kathi

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