Der neue Bahnhof in Salzburg ist taubenfrei!

Wie wahr diese Tatsache doch ist, und wie unterschiedlich die Menschen den Erfolg des Stadttaubenprojektes in Salzburg wahrnehmen. Der neue Bahnhof ist taubenfrei, und seine Vorplätze sind es ebenso.

Von Hans Lutsch

Aber ein Blick in den Himmel, über die Dächer vom Hauptgebäude, lässt manche Bürger dann doch erschrecken. Zu manchen Tageszeiten fliegen bis über 200 Tauben in einer Schwarmformation, und in großer Höhe über den Vorplatz. Was die Menschen aber nicht sehen können ist, dass 200 weitere Tauben in den öffentlich betreuten Taubenschlägen sitzen – es sind dies meist die Partner der fliegenden – und ihre Zeit damit verbringen, auf falschen Eiern zu sitzen und zu brüten.

Tauben in der Stadt

Das ist das Konzept: Keine Taube mehr auf den Plätzen und den Balkonen der nahe gelegenen Häuser, eine konsequente Geburtenregelung mit dem Austausch der Eier, und die effektive Einschränkung der Kotbelastung der Gebäude. Es funktioniert hervorragend.

Foto: ARGE Stadttauben

Seit September 2009 betreuen zwei bis drei Menschen von der ARGE-Stadttauben-Salzburg sehr engagiert das Projekt, seit 2009 haben diese Mitarbeiter über 850 Taubeneier ausgetauscht, d.h. als Erfolgsmeldung ausgedrückt: Es gibt durch diese Maßnahme 850 Tauben weniger im Umkreis vom Salzburger Bahnhof; und dass ist eine wesentliche Grundlage des Stadttaubenprojektes. Wenn man also einen Blick in den Himmel wagt, mag man dieser Erfolgsmeldung zuerst keinen Glauben schenken, sieht man doch so viele Tauben am Himmel.

Aber alle, die daran zweifeln, müssen sich die Realität von den Jahren vor 2009
vor Augen halten: Die alte Kassenhalle des Salzburger Bahnhofes war von hungrigen und aufdringlichen Tauben gesäumt; auf den Vorsprüngen der Fenster brüteten unzählige Taubenpaare. Die Menschen fühlten sich belästigt und zogen ihre Köpfe ein, wenn die Tauben durch die Halle flogen. Heute ist die neue Eingangshalle taubenfrei, und das nicht nur wegen der teuer installierten Taubenabwehr, sonder vor allem, weil es kaum Futter suchende Tauben im Umkreis von 500 Metern gibt, die sitzen nämlich vorwiegend in den betreuten Taubenschlägen.

Auf den Plätzen vor dem Bahnhof, z.B. auf dem Platz des gegenüberliegende Denkmals gegen den Faschismus werden sie heute keine Tauben finden. Früher nannte man diesen Platz „das Taubenklo”. Der Kot wird im Gegensatz dazu, jetzt in den Taubenschlägen gesammelt, und dann gesondert entsorgt. Und an dieser Stelle hat der Aufruf der ARGE – Stadttauben – Salzburg auch bewirkt, das viele Tauben liebende Mitbürger das wilde Füttern eingestellt haben. Wenn es manche doch nicht lassen können, und etwas altes Brot ausstreuen, dann wird dieses aber von den Tauben ignoriert.

Foto: ARGE Stadttauben

Das Fazit nach zwei Jahren kann also sehr erfolgreich formuliert werden: Das erste Salzburger Stadttaubenprojekt funktioniert. Und es funktioniert sehr gut. Der große Schwarm am Himmel ist nur ein, wenn auch auf den ersten Blick ein erschreckender, erster Eindruck von einer zusehends positiven Bilanz. Es sind nicht mehr Tauben geworden, wie jetzt manche Bürger meinen, sondern es sind alle Tauben zusammengefasst in einem Schwarm, wie sie am Himmel sehen. Früher hätten sie eine noch größere Taubenpopulation wahrgenommen, aber eben auf mehrere Plätze
verstreut. Außerdem hat man sich auch daran gewöhnt, dass am Boden kaum noch Tauben anzutreffen sind; und wenn dann plötzlich ein zusammengefasster Schwarm über den Platz fliegt, dann entsteht dieser fälschlich geglaubte Eindruck. Die Arge – Stadttauben – Salzburg ist in ihrer Arbeit bemüht, den Sorgen der Menschen, die sich von den Tauben gestört fühlen, zu begegnen, und die Lebensbedingungen der Stadt-Tauben selbst zu verbessern.

Das Konzept, das in Deutschland schon über 15 Jahre mit Erfolg umgesetzt wird, trägt auch in Österreich schon erste Früchte. Salzburg hat als erste Stadt in Österreich mit diesem Konzept eine erfolgversprechende Lösung um die Stadttauben – Diskussion installiert. Und wenn man dieses Konzept auf die ganze Stadt nwendet, dann wird man sehen, dass man einerseits eine tierartgerechte Lösung zur erfügung hat, und andererseits eine Lösung für die betroffenen Bürger der Stadt. Und eine Kostenaufstellung hat ergeben, dass diese Variante billiger und effektiver ist, und auch näher am Tierschutzgesetz ist, als alle vorher angewandten Versuche, die von vielen Menschen zu unrecht ungeliebten Tiere loszuwerden.

Hans Lutsch und Gabriela Arnold
ARGE-Stadttauben-Salzburg
Clemens Krauss Straße 21
5020 Salzburg

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1 Kommentar zu "Der neue Bahnhof in Salzburg ist taubenfrei!"

  1. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 16. Dezember 2011 um 14:45 |

    herzlichen glückwunsch an die initiatorInnen dieses verantwortungsvollen und nachhaltigen projektes!

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