Was haben Hühner und nackte Perchten mit Heimat zu tun?

Dieser Frage ging :dieRAUM bei ihrer letzten Veranstaltung zum Thema Heimat am 14.12. 2011 in Laufen/ Obb. auf den Grund.

(Bericht und Fotos: Rochus Gratzfeld, Salzburg)

Simone Niehaus aus Laufen präsentierte ihre wunderbar schrillen Cartoons, deren Sexismus sich nur eine Künstlerin erlauben darf. Aber gerade die Sexualisierung des Federviehs macht dieses zu sympathischen ZeitgenossInnen, weitentfernt vom Rohmaterial für menschliche Nahrungsbedürfnisse.

Darauf ging auch Dr. Karl Traintinger aus Lamprechtshausen in seinem Vortrag zum „Steirischen Gickerlsalat“, seinem Plädoyer für einen humanen Umgang mit Tieren, für ein bewusstes Konsumverhalten, ein. Traintinger zeigte die Perversitäten auf, die heute mit dem massenhaften Bedarf an tierischer Nahrung verbunden sind: Tierhaltung, Tierernährung, Tierschlachtung. Aber er machte auch deutlich, dass es Alternativen gibt. Alternativen, die ein Umdenken im Umgang mit dem „Nahrungsmittel Tier“ notwendig machen.

Einem ganz anderen „Tier“ widmete sich der Salzburger H.Rogra. Der freischaffende Multi-Media-Künstler präsentierte Fotografien der „Nackten Frau Percht“. „Warum nackt?“, wurde er häufig von BesucherInnen gefragt. Die Antwort viel ihm leicht: “Weil längst vergessen wurde, dass dieses pelzige Ungeheuer eine Frau ist. So sieht es jede(r)“. Die Fotografien entstanden übrigens in einem norditalienischen Bergdorf, die Maske stammt aus Hohenwerfen.

Ergänzt wurden die Fotoarbeiten von H.Rogra durch einen emotionalen Vortrag von Sonja Schiff. Sie malte verbal das Bild der Frau Percht. Einer gütigen und Glück bringenden mythischen Figur, die aber immer dann zur fürchterlichen Rächerin wird, wenn Kindern oder Frauen Gewalt angetan wird. Die ohne Mitleid Säufer, Schläger, Vergewaltiger, Mörder verfolgt und bestraft.

So endete also der Zyklus Heimat in :dieRaum, begleitet vom Blechbläserensemble der Stadt Laufen.

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