Stadttaubenprojekt beendet –
wie geht es weiter?

das Bild zeigt, was den ausgesperrten Tauben bleibt; der Streit um ein stück Brot!

das Bild zeigt, was den ausgesperrten Tauben bleibt; der Streit um ein stück Brot!

Hunderte Protestschreiben erreichen dieser Tage die E-Mail Box von Bürgermeister Heinz Schaden und dem Ordnungsamt der Stadt Salzburg. Hunderte Tierschützer aus Ländern wie Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Österreich haben Beschwerde eingereicht, wegen der dramtischen Situation am Salzburger Bahnhof. Sie fordern alle gemeinsam ein Fütterungsrecht für die Stadttauben am Bahnhofsvorplatz, weil viele von ihnen vom Hungertod bedroht sind. Täglich sterben Tauben, werden verletzt, oder sind ernsthaft in ihrer Gesundheit gefährdet. Dieser derzeitig dramatische Standart um die Tauben wurde durch die Aussperrung der Tiere hervorgerufen.

Selbst Fußtritte nach den hungernden Tauben können beobachtet werden.

Die Österreichischen Bundesbahnen haben vor drei Jahren mit der Stadt Salzburg ein Stadttaubenkonzept begonnen, und mit engagierten Mitarbeitern der ARGE-Stadttauben umgesetzt. Vor zwei Jahren sind die Tauben von den Vorplätzen um den Bahnhof in die öffentlich betreuten Taubenschläge eingezogen. Seither wurden 1250 Eier ausgetauscht, die Vorplätze waren taubenfrei, die Kotbelastung fand nur mehr in den Schlägen statt, und die Bürger der Stadt waren zufrieden mit dem Erfolg.

Taube mit Flügelverletzung

Jetzt aber hat die ÖBB ihre Räume im Dachgeschoss wieder zurück verlangt, obwohl der Erfolg den Betreibern recht gegeben hat. Und der für das Ressort zuständige Vzbgm. H. Preuner (ÖVP), und die Mitarbeiter der ARGE standen mit leeren Händen da. Gut Aiderbichl übernahm einen kleine Teil der betroffenen Tauben, und die ÖBB versuchten einen Kompromiss, in dem sie ein kleines Grundstück für eine Krankenstation zur Verfügung stellten. Aber 200 Tauben mussten zurück bleiben.

Hunderte Tauben wurden nach zweijähriger häuslicher Betreuung und Fütterung (um den Erfolg zu halten, wurden die Tiere natürlich auch gefüttert) wieder Ausgesetzt, mit der fürchterlichen Konsequenz, dass sie draußen auf den Plätzen mit dem aus dem Jahre 1996 verordneten Fütterungsverbot konfrontiert werden.

Die ARGE-Stadttauben-Salzburg hat daraufhin eine Ausnahme für die betroffenen Tauben gefordert, mit dem berechtigten Einwand, dass man ansonsten vermutlich mit dem österreichischen Tierschutzgesetz in Konflikt geraten könnte, das besagt, das man Wirbeltiere keiner Angst und Panik, und auch keinem Hunger aussetzten darf. Und weil die Tiere auch Schaden nehmen können durch diese Verordnung. Das Salzburger Ordnungsamt hat daraufhin einen Ornithologen angerufen, der aber behauptet hat, dass die Tauben sich gut den neuen Gegebenheiten anpassen könnten, so war der Wortlaut aus dem Amt zu erfahren.

Verhungerte Jungtaube. (Alle Fotos: Hans Lutsch)

Aber um welchen Preis. Diese Tauben waren seit zwei Jahren in der häuslichen Betreuung der Stadt und der ÖBB über dieses Pilotprojekt, und nun will man von dieser Verantwortung nichts mehr wissen. Das hat die ARGE-Stadttauben dazu veranlasst, einen Protestaufruf zu veranstalten. Dieser Protest hat sich dann innerhalb von wenigen Tagen dermaßen auch auf andere Länder außerhalb von Österreich verlagert, dass man hier von einem für österreichische Verhältnisse zum Thema Stadttauben einzigartigen Erfolg sprechen kann.

Durch die vielen Protestschreiben aus diesen Ländern ist nun auch der Bürgermeister der Stadt Salzburg dazu aufgerufen, hier in dieser Angelegenheit Stellung zu beziehen. Weil es hier nicht nur um die Belange einer Stadtratsverordnung geht, sondern auch um den Schutz einer Tierart, die sehr wohl auch ein Tierschutzgesetz zur Verfügung hat.

Hans Lutsch und Gabriela Arnold
ARGE-Stadttauben-Salzburg

Kontakt: stadttaubenprojekt@hotmail.com

Infos zum Stadttaubenprojekt in Salzburg:
Hans Lutsch: Einfach nur Durst
Hans Lutsch: Sündenbock – Mythos Stadttaube

Briefvorlage für ein Schreiben an die Zuständigen der Stadt Salzburg

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Dorfladen

3 Kommentare zu "Stadttaubenprojekt beendet –
wie geht es weiter?"

  1. Laubfrosch | 10. April 2012 um 19:46 |

    Ich habe vor einigen Tagen beobachtet, wie aggressiv die Tauben im Bereich der Bahnsteige 34/35 betteln. Ein kleiner Junge wusste sich fast nicht mehr zu helfen und lief mit seinem Kebap davon. Andere Bahngäste wollten die Tiere verscheuchen, es war aber nicht möglich. Da kann ich schon verstehen, wenn die Stimmung für die Tauben nicht gerade positiv ist. Es ist sehr notwendig, dass sich bald etwas tut, sonst werden sicherlich wieder die Taubenvergifter kommen!

  2. Stanislaus Pschemisl Stanislaus Pschemisl | 13. April 2012 um 14:30 |

    Ein schändliches Verhalten der zuständigen Behörden!

  3. Schade, dass der ÖBB sich noch nicht für Eure richtige und tierschutzgerechte Lösung der Taubenprobleme entschieden hat. Dabei hat Euer System doch schon prima funktioniert, bevor ihr “ausgegliedert” wurdet.
    Ich drücke Euch die Daumen, dass sich hier bald was ändert. Viel Erfolg wieterhin!

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