Rochus Gratzfeld: Val Cannobina

Das wilde, weite, sehr grüne und in großen Teilen auch noch unbewohnte Tal Valle Cannobina verbindet dos Vigezzo-Tal mit dem Lago Maggiore. Geographisch gehört das Tal zu den Alpi Lepantine. Durch das Tal fließt das Flüsschen Cannobino. Seine Ufer werden von steilen Felsen gesäumt, die zum Teil spektakuläre Engpässe bilden. Die Berge erreichen in dieser Region etwa eine Höhe von 2200 Metern.

rochus_qVon Rochus Gratzfeld (Fotos + Text)

Der Monte Limidario ist mit seinen 2189 Metern der höchste Berg des Valle Cannobina, und die Rocce del Gridone trennen das Val Vigezzo vom Gebiet der Centovalli. Die zum See hin orientierten Ortschaften sind z.B. S. Agata, Compeglia, Socrogno, Cinzago, Ronco, Marchile, Randonico, Farmine, S. Bartolomeo, Piaggio.

Zu den verschiedenen Zentren des Valle Connobina zählen beispielsweise Covaglia, Gurrone, Spaccia, Orasso, Cursala und Finera auf der linken Seite des Tales. Auf der rechten Seite sind Socraggia, Crealla, Falmento und Gurro zu nennen, die die Gegend mit ihren jeweils eigenen Traditionen geprägt haben. In der Ebene des Tals sind Ponte Socraggia, Nivetta, Lunecco, Ponte Falmenta, Ponte Spoccia, Arietta und Creves erwähnenswert, Charakteristisch für das Tal ist, dass es unten sehr schmal und dunkel ist und sich nach oben hin immer weiter öffnet.

Wir haben heute, bei trübem Wetter, Gurro besucht, einen der Hauptorte in diesem Tal. Bei aller Idylle fällt der Verfall auf. Mit zwei alten Frauen haben wir geredet, beide noch in der traditionellen blau-schwarzen Tracht. Als Schmuck kleine Medaillons mit der ihnen so heiligen Jungfrau Maria. Der Winter ist immer hart für sie, hier auf rund 1000 Metern Seehöhe. Jetzt blicken die weit über 80 jährigen Damen hoffnungsvoll dem Frühling entgegen, der bei 6 Grad Celsius sich noch als spröde erweist. Fotografieren wollten sie sich nicht lassen. Schade. Und dennoch natürlich eine mehr als wertzuschätzende Entscheidung.

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Dorfladen

2 Kommentare zu "Rochus Gratzfeld: Val Cannobina"

  1. Stanislaus Pschemisl Stanislaus Pschemisl | 13. April 2012 um 14:29 |

    Das ist eine berauschend schöne Landschaft! Es spricht für den Fotografen Rochus Gratzfeld, wenn er die Privatsphäre der 2 Bewohnerinnen akzeptiert und nicht von irgendwo her mit einem Tele das Foto macht. Hut ab. Ich freue mich auf die nächste Bildstaffel von Herrn Gratzfeld in der Dorfzeitung.

  2. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 17. April 2012 um 17:53 |

    ja, stanislaus. es ist eine wunderbare. eine archaische landschaft. das leben hier, mitten in europa, ist auch im jahr 2012 für die bewohnerInnen noch immer nicht einfach. für menschen, die die natur lieben, die gerne berwandern, ist es einfach ein paradies.

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