Lesefest in Holzhausen

Am Freitag, 29. Juni 2012, fand in Holzhausen zum ersten Mal ein Lesefest statt. Ein Tag voller Geschichten, Fabeln, Sagen und Märchen – dargeboten auf unterschiedlichste Arten – an mehreren Schauplätzen im Dorf.

Von Waltraud Hochradl.

Begonnen hat der Tag mit Sagen- und Fabellesungen für die Kindergartenkinder des Ortes. Leider machte hier das Wetter einen Strich durch das „sagenhaft“ geplante Programm, denn der ursprüngliche Aufführungsort „Wald“ musste dem sicheren Schauplatz „Theater“ weichen.  So durften die Kinder, auf der Bühne sitzend und Obst naschend, den Lesungen lauschen. Stefan Adamski, Franziska Zauner, Waltraud und Matthias Hochradl erzählten Fabeln und Sagen, auch welche aus der Gegend wie die Geschichte vom Schneiderbauern aus Holzhausen und sein Treiben mit den Soldaten und Zigeunern.

Am Nachmittag ging es dann bei Schönwetter mit einer Märchenwanderung weiter. Die Gebrüder Grimm fanden sich in Holzhausen ein, um zu sehen, wie 200 Jahre später mit ihren Märchen umgegangen wird. „Was wäre wenn.. alles anders passiert wäre?“ – diese Frage wurde zu Beginn des Projekts gestellt. Das Projekt „Märchen neu erzählt“ startete bereits zwei Monate vorher in der Volksschule, wo Waltraud Hochradl gemeinsam mit den Holzhauser Volksschulkindern Märchen neu interpretierte, Ideen sammelte, improvisierte. Das Ergebnis daraus sah man in Form einer Märchenwanderung quer durch Holzhausen. An fünf Schauplätzen im Dorf verteilt, führten die Volksschüler gemeinsam mit einigen Schauspielern des Theaters Holzhausen die Märchen „Der Froschkönig“, „Hänsel&Gretel“, „Rumpelstilzchen“, „Schneewittchen“ und „Rapunzel“ auf. Da kam es dann schon vor, dass die Gebrüder Grimm über die unüblichen Ausgänge ihrer gesammelten Märchen staunten. Wenn etwa Rumpelstilzchen verhaftet wird, weil es keine Genehmigung für offenes Feuer hat oder Hänsel und Gretel nicht zur Hexe ins Haus gehen, weil die keinen Nintendo besitzt.

Am Abend endete das Lesefest mit Lesungen von Leuten unterschiedlichster Natur und so waren auch die Texte. 15 Personen wurden im Vorfeld gefragt, ob sie Lust hätten, an diesem Abend einen Text zu lesen, den sie entweder selber geschrieben oder ausgesucht hatten. So war es auch für den Veranstalter eine spannende Sache, da man im Vorhinein nicht wusste, was da alles an Texten kommen mag. Von zeitgeschichtlichen Erzählungen über selbst verfasste Gedichte zum Beispiel über den Ruhestand bis hin zur Botanik – alles war dabei. Diese Mischung gestaltete den Abend kurzweilig und interessant für das unerwartet große Publikum. Es lasen Gerhard Fuchsberger, Fritz Amerhauser, Margret Ederer, Roswitha Gucher, Franz Putz, Anni Rachl, Gerlinde Lang, Hannes Hochradl, Josef Absmanner, Karl Traintinger, Johann Schwarz, Franz Hinterbauer, Karina Kaltenegger und Barbara Gradl sowie Matthias Hochradl. Neben den Lesungen spielte die Honzis Jazz&Blues Connection, die den lauen Sommerabend mit feinem Jazz erfüllten.

Abschließend kann man sagen, dass es ein gelungenes, erstes Lesefest in Holzhausen war und nach einer Wiederholung schreit.

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