Boleslaw Jan Czedekowski

Foto: Kulturverein Bibnoggl Lofer
Foto: Kulturverein Binoggl Lofer

Foto: Kulturverein Binoggl Lofer

Die Ausstellung ist in der Evangelischen Kirche in Lofer vom 6. bis 20. Oktober 2002 zu sehen.Öffnungszeiten: Di/ Mi/ Do: 10-12 und 15-17; So: 10-12 und 14-16 Uhr (Kulturverein Binoggl)

Gedenkausstellung mit Vernissage:
Boleslaw Jan Czedekowski (1885 – 1969) Liebe zu Lofer

Der mit besonderen künstlerischen Fähigkeiten ausgestattete Portraitmaler Boleslaw Jan CZEDEKOWSKI wurde am 22. Februar 1885 als Sohn einer polnischen Lehrerfamilie in Wojnilow, einer Kleinstadt Ostgaliziens, das damals zur Österr.-Ungarischen Monarchie gehörte, geboren. Er besuchte die Oberschule in Stanislawow und studierte anschließend an der Kunstakademie in Wien (1903 1907). Als Schüler des zweiten Jahrganges wurde ihm für seine Arbeit „Pyramidenbau“ die „Füger Medaille“ verliehen. Im dritten Jahrgang war CZEDEKOWSKI einer der allerbesten Schüler beim Malen von Bildnisstudien in Öl. Im vierten Jahrgang erhielt er für seinen ausgezeichneten männlichen Akt den Preis des „Freiherrn von Königswarter“, der finanziell hoch dotiert war. Im Herbst 1907 hatte er die allgemeine Malerschule abgeschlossen und arbeitete in den Werkstätten der berühmten Professoren K. Pochwalski und H. Angeli, wo er namhafte Persönlichkeiten portraitierte. Foto: Kulturverein Bibnoggl Lofer

Im Jahre 1909 wurde der Künstler B.J. CZEDEKOWSKI mit dem Spezialpreis für Bildnismalerei ausgezeichnet und 1911 war die vierjährige Meisterschule mit großem Erfolg abgeschlossen. Ein eigenes Atelier führte zu weiterem Ruhm als Bildnismaler. Im Jahre 1913 verehelichte er sich mit der Wienerin Eugenie Nell und im Jahr danach kam seine Tochter Helene zur Welt. Zu Beginn des I. Weltkriegs wurde er zur k.k. Armee einberufen, erst als Soldat, später jedoch als Kriegsmaler. Eines der Bildnisse war Kaiser Karl I. Im Jahre 1917 nahm der Künstler an der großen Kriegsausstellung österr. Maler und Bildhauer in Wien teil. In den Nachkriegsjahren weilte seine Familie 1920 ­ 1922 in den USA, wo er sein künstlerisches Schaffen weiter fortsetzte. Er kehrte des Öfteren nach Europa zum Besuch seiner Heimat Polen und Österreich zurück. In der Zeit von 1923 ­ 1938 weilte er in Frankreich (Paris), wo er eine große Zahl von Bildnissen schuf. Im Jahre 1934 wurde er für sein hervorragendes Wirken von der Republik Frankreich mit dem „Kreuz der Ehrenlegion“ ausgezeichnet. Während des II. Weltkriegs lebte er vorerst in Warschau, übersiedelte dann aber nach Wien, wo er den Bildzyklus „Der Krieg in Polen“ schuf. Nach Kriegsende 1946 reiste er abermals in die Vereinigten Staaten. Dort erlebte er die Krönung seiner Portraitmalkunst. Unzählige Ausstellungen in vielen Staaten der USA bezeugen seine Persönlichkeit und sein Wirken. am 21. März 1952 wurde B.J. CZEDEKOWSKI in Würdigung seiner Verdienste die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. Im Jahre 1953 starb plötzlich seine Gattin, sie wurde in Lofer bestattet.

Anschließend reiste er nach Polen und Österreich, wo CZEDEKOWSKI später Hertha Aujezdecky heiratete. Wieder in Amerika feierte der Künstler seinen 75. Geburtstag, beschloss aber für immer nach Europa zurückzukehren. Sein ständiger Wohnsitz war Wien, seine Heimat Polen besuchte er aber immer wieder. Im Jahre 1964 fand im Krakauer Kulturpalast die große retrospektive Ausstellung seiner Werke statt, bei der der Künstler persönlich anwesend war. Dem Meister der Portraitkunst wurde als Zeichen der hohen Verehrung und des Dankes die „CRACOVIA TOTIUS POLONIAE URBS CELEBERRIMA“ Medaille verliehen und in der Botschaft der polnischen Volksrepublik in Wien die höchste Auszeichnung Polens, die Medaille „POLONIA RESTITUTA“ überreicht. Dank des Vaterlandes!

B.J. CZEDEKOWSKI verbrachte in den fünfziger und sechziger Jahren seinen Erholungsurlaub im idyllischen Ort Lofer im Land Salzburg. Hier hat er 1 Blumenbild und 10 Naturmotive gemalt; diese werden in der Ausstellung 2002 zu sehen sein. In vielen Museen, Institutionen, Privatsammlungen und Ausstellungen der Welt ist der GROSSMEISTER verewigt. Auch in Wien fand vom 22. Februar bis 6. März 1965 im Internationalen Künstlerklub (Palais Palffy) eine Kollektivausstellung der Werke CZEDEKOWSKIS statt, mehr als ein halbes Hundert von Bildern wurde zur Schau gestellt.

Nach dem vollendeten 84. Lebensjahr verstarb am 8. Juli 1969 der akademische Maler in Wien, er wurde seinem letzten Wunsch gemäß in seiner Bergheimat auf dem Friedhof Lofer, Land Salzburg, in der Grabkapelle seiner Familie beigesetzt.

A. Rohrhofer

 

Dorfladen

Über den Autor

Karl Traintinger
Dr. Karl Traintinger ist der Herausgeber und leitende Redakteur der Dorfzeitung. Die Dorfzeitung ist seit September 1998 unter dem Motto: "Dorf ist überall" online. 2018 kam das Dorfradio, das Radiomagazin der Dorfzeitung dazu. Es wird jeden ersten Montag im Monat von der Radiofabrik in Salzburg ausgestrahlt und kann zudem weltweit gestreamt werden.

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