Viel Gitarre in Hallein

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Im Keltenmuseum und im Musikhaus Hallein ging vom 18. – 21. April das Internationale Gitarrenfestival Hallein 2013 über die Bühne.

Siegfried SteinkoglerVon Siegfried Steinkogler

Die Künstlerischen Leiterinnen Christina Schorn-Mancinelli und Yvonne Zehner sowie das Kulturforum Hallein luden zu einem hochkarätigen und abwechslungsreichen Programm, das die Erwartungen der vielen Gitarren-„Fans“ voll und ganz erfüllen konnte. Nach den ausverkauften Konzerten von Festival-Gründer Joaquin Clerch und den Formationen 4mal6 bzw. Delirio Amoroso kam es neuerlich zu einem Programmhöhepunkt mit dem Duo Doris Kreusch-Orsan (Violine) & Johannes Tonio Kreusch auf der Gitarre. Die versierten Musiker überzeugten mit ihrem Programm bestehend aus Barockmusik und spanischen Tänzen, allesamt Bearbeitungen für ihre beiden Instrumente. Schon die „La Follia-Sonate“ von Arcangelo Corelli (1653-1713) zeigte den unfehlbaren Gestaltungssinn der Künstler, gepaart mit lange gehaltenen Spannungsbögen und viel Virtuosität in beiden Parts.

Doris Kreusch-Orsan verfügt über einen vollen, kernigen Violinklang, der unmittelbar zum Hinhorchen animiert. Schnelle Registerwechsel und Modulationsfähigkeit in der Tonformung zeichnen ihr Violinspiel aus. Das Duo beherrscht die Kunst, Musik für ihre Instrumente zu bearbeiten. Ganz besonders kam diese Fähigkeit bei den „Danzas Espanolas“ von Enrique Granados (1867-1916) zum Tragen, die in interpretatorischer Hinsicht zu den Höhepunkten des Programms zählten. Der Freundschaft mit dem kubanischen Komponisten Tulio Peramo verdanken die beiden eine mehrsätzige Suite, aus der sie ein Stück als Zugabe auswählten, was sehr für die Qualität von Peramos Musik spricht.

Im ersten Teil des Konzerts spielte Johannes Tonio Kreusch zunächst eigene Kompositionen für Gitarre solo, darunter „Panta Rhei“ und „Siddharta“, ein 45-minütiges, sehr stimmungsreiches Werk, das Kreusch in diesem Rahmen nur auszugsweise spielen konnte. Kreusch besticht durch seine Fähigkeit, Stimmungen aufzubauen und über lange Zeit aufrecht zu erhalten. Auch bei Piano-Passagen und selbst im Pianissimo war im Zuhörerraum ein stetes Knistern spürbar. Im Zusammenspiel mit Doris Kreusch-Orsan gewinnt dieses „Stimmungs-Spiel“ noch an Farbigkeit und Attraktivität, wie etwa bei den einfühlsam vorgetragenen „Siete Canciones Populares Espanolas“ von Manuel de Falla (1876-1946).

Den Abschluss des Halleiner Gitarrenfestivals bildete ein Ensemble-Treffen, organisiert in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Gitarre des Musikum Salzburg, bei dem heranwachsenden MusikerInnen in unterschiedlichsten Besetzungen die Möglichkeit geboten wurde, in einem professionellen Rahmen aufzutreten. Für solcherart Veranstaltungen möchte man dem Int. Gitarrenfestival Hallein noch eine lange währende Zukunft wünschen!

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