Margarita Broich „Ende der Vorstellung“ Ausstellung im Rupertinum bis 4. Oktober

Veronika Ferres

 

 Veronika Ferres

Veronica Ferres in "Unter Bauern". Foto: Margarita Broich/ Rupertinum

Ulrike Guggenberger. Man spürt sie verlässlich, jedes Jahr. Es liegt eine Aufregung in der Luft. STARS – ob aus der Musik- Theater- oder Gesellschaftsszene – bringen eine internationale Atmosphäre in die Festspielstadt Salzburg.  Mit der Ausstellung „Ende der Vorstellung“ im Rupertinum setzt sich der Reigen der Stars fort. Margarita Broich, die ausstellende Künstlerin, 1960 in Neuwied geboren, ist als Schauspielerin wie als Theaterfotografin gleichermaßen begehrt. Vom Publikum wie von Kolleginnen und Kollegen. Wie keiner sonst ist ihr die Theaterszenerie im Rampenlicht und nach der Vorstellung zutiefst vertraut.

Peter Simonischek

Peter Simonischek, der "Jedermann". Foto: Margarita Broich/ Rupertinum

Margarita Broich studierte Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund. Aus Leidenschaft für das Theater arbeitete sie anschließend am Schauspielhaus Bochum als Theaterfotografin. Ein Jahr später entschloss sie sich aus purer Freude und Lust eine Schauspielausbildung an der Hochschule der Künste anzuschließen.

Als ihr eines Nachts ihre gesamte Fotoausrüstung abhanden kommt, konzentriert sie sich zunächst ganz auf die Schauspielerei. Im Berliner Ensemle spielt sie mit George Tabori, an der Mailänder Scala mit Claudio Abbado, in Berlin mit Heiner Müller. Daneben zahlreiche Rollen in Filmen.

Schon längst feiert sie als Schauspielerin große Erfolge, als ihr ihr Mann, Martin Wuttke, zur Geburt des Sohnes eine Kameraausrüstung schenkt. Zunächst fotografiert sie Familienszenen, bis sie eines Tages die Kamera mit ins Theater nimmt. 2001 steht sie für „Rosebud“ mit Regisseur Christoph Schlingensief auf der Bühne. Aus einem Augenblick heraus entsteht ein Selbstporträt: Es zeigt sie selbst in der Garderobe, noch rinnen ihr die Blutspuren ihrer Maskerade vom Gesicht. Das ist die Geburtsstunde ihrer nunmehr im Rupertinum zum ersten Mal gezeigten fotografischen Aufnahmen. Von diesem Tag an, bildet sie ihre Schauspielkolleginnen und Kollegen ab. In dem einen kurzen Moment, in dem sie nicht mehr total in ihrer Rolle, aber auch noch nicht ganz sie selbst sind.

„Jedermann“ Stars Peter Simonischek und Sophie von Kessel, Ulrich Noethen im Film „Teufelsbraten“, Klaus Maria Brandauer als Wallenstein mit dem Berliner Ensemle, Veronica Ferres im Filmprojekt „Unter Bauern“, Christiane Hörbiger und viele mehr.

Margarita Broich spielte in all den Bühnenstücken und Filmen selbst mit. Ihre Kolleginnen und Kollegen sind mit ihrem Vorhaben einverstanden. Die Bilder sind Momentaufnahmen, es wird nichts arrangiert. Anlässlich einer Begegnung in Künstlerkreisen mit Direktor Toni Stooss entwickelte sich das Konzept einer Ausstellung. Großformatige Prints schaffen im Rupertinum eine Theater- und Filmszenerie der Stars. Momentaufnahmen, wie man sie persönlich nicht erlebt. In der Garderobe allein, im Kollegenkreis beim Abschminken, am Weg dorthin, in der Pause. Im somnambulen Schwellenbereich nachlassender Anspannung am „Ende der Vorstellung“.


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