“Bilder aus dem Koffer” ist die 13. Ausstellung des Museum Zinkenbacher Malerkolonie

Presseinformation

Die Sammlung Fritz Grossmann
und die Wiederentdeckung des Malers Theodor Fried

Im kommenden Sommer widmet sich das Museum Zinkenbacher Malerkolonie dem Kunsthistoriker Fritz Grossmann, der mit vielen der Zinkenbacher Künstler befreundet war. Auf seiner Flucht vor den Nationalsozialisten nahm er viele Blätter mit sich. Die einzigartige Sammlung, die sich heute im Besitz von Fritz Grossmanns Tochter in England befindet, wird in St. Gilgen erstmals ausgestellt. Dr. Marie-Theres Arnbom, die sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Salzkammerguts und speziell des Wolfgangsees beschäftigt, kuratiert “Bilder aus dem Koffer” und setzt einen thematischen Schwerpunkt auf das Werk von Theodor Fried (Budapest 1902 – New York 1980). Der nach Amerika emigrierte Maler ist in Europa beinahe vergessen, im Sommer wird er im Museum Zinkenbacher Malerkolonie neu entdeckt.

Zinkenbach
Von St. Gilgen am See entlang Richtung Strobl gelegen, wurde von Arpad Weixlgärtner, Direktor der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums, Zinkenbach „entdeckt“: Er war der erste Sommerfrischler auf dem Hof des Adambauern. 1918 folgte der Maler Ludwig Heinrich Jungnickel, und 1930 fand sich die Familie Ferdinand Kitts erstmals beim Adambauer ein.

Malerkolonie
1932 wurde aus einer Freundesgruppe, die gemeinsam den Sommer in Zinkenbach verbrachte, eine Malerkolonie: „Jetzt haben die Maler Ferdinand Kitt und Ernst Huber Quartier in dem geräumigen Hof des Adambauern aufgeschlagen. An jedem Eck sitzt derzeit mit Pinsel und Stift ein männlicher oder weiblicher Maler. Die Staffeleien wachsen geradezu aus der Erde.“
(Zitat aus Wolfgang Born, Österreichische Malerkolonie Zinkenbach. In: Neues Wiener Journal, 19.8.1932

Auch Alexander von Wunderer, Vorstand der Wiener Philharmoniker, war Mitbegründer der Zinkenbacher Künstlerkolonie, die 27 Mitglieder umfasste, so auch Lisel Salzer, die gemeinsam mit der Schriftstellerin Hilde Spiel während eines Sommers eine Liebelei mit zwei Belgiern erlebte, eine Begebenheit, die die Vorlage zu Hilde Spiels Roman Verwirrungen am Wolfgangsee lieferte. Spiel folgte ihrer Freundin Lisel Salzer im Sommer an den Wolfgangsee: „Tagsüber schwimmt, rudert und aquarelliert man am See, abends beschwört Erich Zeisl auf dem verstimmten Klavier seiner Gastwirtschaft das ganze Instrumentarium der Pastorale herauf, während es draußen zur Begleitmusik donnert.“

Zerfall
1938 zerfiel die Zinkenbacher Malerkolonie: Ein Teil der Mitglieder musste vor den Nationalsozialisten flüchten, ein anderer Teil arrangierte sich mit den neuen Machthabern.

Ein Museum als Gedächtnis
Um diese Künstler dem Vergessen zu entreißen wurde 1996 wurde auf Initiative von Christina Steinmetzer in St. Gilgen das Museum Zinkenbacher Malerkolonie begründet. Jährlich wechselnde Ausstellungen zeigen unterschiedliche Aspekte und porträtieren die einzelnen Künstlerpersönlichkeiten.

“Bilder aus dem Koffer” ist die 13. Ausstellung des Museum Zinkenbacher Malerkolonie
Werke von Josef Dobrowsky, Theodorf Fried, Georg Merkel, Lisel Salzer, Franz von Zülow

Eröffnung: 13. Juli 2013, 11 Uhr
Laufzeit: 13. Juli – 26. Oktober 2013
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 15:00 – 19:00 Uhr, Kulturhaus St. Gilgen, Aberseestr. 11

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Dr. Marie-Theres Arnbom (Kuratorin der Ausstellung), Eva Moore-Grossmann (Tochter von Fritz Grossmann) und Dr. Christian Stifter (Leiter des VHS Archivs)

www.malerkolonie.at

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