„Insomnia“ – Im Traum ist alles möglich

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Am 6. Februar 2014 fand in der TriBühne Lehen die Uraufführung der neuesten Produktion der TheaterOffensive statt. Ein junges, spielfreudiges Ensemble entführte das Publikum mit viel Witz und Phantasie in ein absurdes Reich der Träume und Albträume.

Von Elisabeth Pichler.

„Hereinspaziert in die Menagerie der heißen Wollust.“ Mit diesen Worten begrüßt ein gutgelaunter Showmaster das Publikum. Er stellt uns die namenlosen, von Panikattacken gequälten Menschen vor, die dem Wahnsinn anheimgefallen sind, weil sie keinen Schlaf finden konnten. Wegen ihrer psychologischen Störungen in Zwangsjacken gesteckt, leben sie ihre Ticks in etwas reduzierter Form aus. Die Schlaflosigkeit macht ihnen schwer zu schaffen, Halluzinationen sind die Folge. Nur gut, dass sie selbst nicht merken, wie schwer gestört sie sind. Christine Winter erklärt uns in der Rolle einer Patientin auf die Sekunde genau, wie viel Lebenszeit wir durch den Schlaf verschwenden, bevor sie sich wie Alice im Wunderland in einen Kaninchenbau zurückzieht, um in fantastischen Scherenschnitt-Bildern durch eine Welt der Schatten zu reisen.

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Die schräge Performance bietet viel Abwechslung und skurrile Überraschungen. Professoren haben drei Jahre lang die weibliche Psyche studiert und können die Träume der Frauen immer noch nicht verstehen. Gott Amor ist gleich dreimal vertreten und hilft einem schüchternen Liebespärchen zu seinem großen Glück. Natürlich darf der bekannte Albtraum, in dem man unpassend gekleidet oder gar ganz nackt mitten auf einer belebten Straße steht, nicht fehlen.

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Das Ensemble hat sich vom Film „Insomnia“ des US-Regisseurs Christopher Nolan aus dem Jahr 2002 inspirieren lassen, in dem Al Pacino in der Rolle des Ermittlers Will Dormer, bedingt durch die Mitternachtssonne, tagelang keinen Schlaf findet. Zwischen den einzelnen Szenen nehmen die Schauspieler immer wieder auf einer weißen Couch Platz, um sich eine Schlüsselszene aus dem Film anzuhören.

Es wird in diesem Stück zwar behauptet, dass Schlaf nicht produktiv sei, doch nach diesen zwei Stunden, wird klar, dass im Schlaf auch das Unwahrscheinlichste möglich sein kann. Die Spielfreude des jungen, überaus talentierten Ensembles (Christine Winter, Daniel Solymár, Sebastian Pauli, Frederic Böhle, Thomas Hofer) schwappte auf das Publikum über, der Schlussapplaus war geradezu frenetisch. Gratulation an Alex Linse (Idee und Regie), der es immer wieder schafft, mit einem winzigen Budget, dafür aber mit umso mehr Leidenschaft, Energie und Phantasie, unverwechselbare, eindrucksvolle Theatermomente zu schaffen.

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„Insomnia“ – Uraufführung. Schauspiel. Idee und Regie: Alex Linse. Entwicklung: Ensemble. Produktionsleitung: Diana Paul. Mit: Christine Winter, Daniel Solymár, Sebastian Pauli, Frederic Böhle, Thomas Hofer. Fotos: Theateroffensive. Nähere Infos: www.theateroffensive.at

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