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Walter Hansy: Die Bernsteinstraße

Von der ehemaligen „Toten Grenze“ zum europäischen Handelsweg.

Das Marchfeld und das Weinviertel haben sich verändern, seit der Eiserne Vorhang gefallen ist. Man besinnt sich wieder seiner zentralen Bedeutung, die diese Region auf Grund ihrer geographischen Lage innehatte.

Von Walter Hansy, Gänserndorf. Fotorechte bei den Autoren.

Ein Beispiel dafür ist die sagenumwobene Bernsteinstraße, ein uralter Handelsweg, der Kaufleute und Reisende mitten durch viele der damals schon vorhandenen Siedlungen geführt hatte.

Die Bernsteinstrasse ist Symbol für die vielfältigen kulturellen wirtschaftlichen und sozialen Kontakte, die seit Urzeiten die Ostsee mit dem Mittelmeer verbinden. Dieser Handelsweg, benannt nach dem Bernstein, dem „Gold des Meeres“, wird nun im touristischen Sinn wiederbelebt.

Im Weinviertel verläuft die Bernsteinstrasse durch uraltes Siedlungsgebiet. Stillfried/March, ein Zentrum der Urzeit, bezeugt

30.000 Jahre Menschheitsgeschichte, im Raum Carnuntum kreuzte die Bernsteinstrasse als die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Mitteleuropas die Ost-West-Achse Donau. Alle bedeutenden Ereignisse der zentraleuropäischen Geschichte, von der Steinzeit bis in die Gegenwart, hatten in der Region östliches Weinviertel – nicht immer zum Wohle der Bevölkerung – ihren Schauplatz und hinterließen Spuren in Kultur, Tradition und Mentalität der Menschen.

Dabei gab es keine Straße im eigentlichen Sinn, sondern ein Netzwerk von Pfaden und einzelnen Stützpunkten. Daher wird das Projekt „Die Bernsteinstrasse in Österreich“ die bedeutendsten kulturtouristischen Einrichtungen zwischen March und Leiser Berge aufbereiten und miteinander vernetzen.

Langfristiges Ziel ist dabei die Entwicklung einer europäischen Bernsteinstrasse als  internationale Kultur- und Tourismusachse entlang des historischen Verbindungsweges zwischen Ostsee und Mittelmeer. Die Bernsteinstrasse verläuft durch Regionen in Italien, Slowenien, Ungarn, Österreich, Slowakei, der tschechischen Republik, Polen, der Exklave Kaliningrad (Russland) und Litauen. Dabei soll aber nicht nur touristische Infrastruktur entwickelt, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen, das Entdecken von Gemeinsamem und Überwinden von Trennendem erreicht werden.

Der Künstler Ferdinand Altmann schreibt über den Bernstein:

“Vierzig, fünzig oder ein paar Millionen Jahre mehr ist es her, da haben die damals im Norden Europas verbreiteten Kiefernwälder große Mengen an Harz ausgeschieden. Insekten, Samen von Pflanzen, aber auch Kleintiere bis zu Fröschen und Eidechsen sind von der klebrigen Oberfläche dieser “Tränen der Götter” wie schon die alten Griechen das uns als Bernstein bekannte Harz genannt hatten, gefangen und in dem stetig nachfließenden Harz eingeschlossen für uns erhalten geblieben.” “Vollendet scheint dieses Objekt von einem Künstler gestaltet und doch ist es ein Wassertropfen, der, in Bernstein erstarrt, seit Jahrmillionen seine Form behalten hat.”

Einen VIDEOFILM zur Bernsteinstraße können Sie zum Selbstkostenpreis von 150.- ÖS (excl. Versandkosten) bestellen bei: Centerspot.at Gänserndorf