It‘s very british and very amusing

“Peter Breuers Flying Circus”

Ballettchef Peter Breuer hat die 70er Jahre als Tänzer in London verbracht und während dieser Zeit eine ganz besondere Affinität zum schwarzen Humor der englischen Comedy-Truppe „Monty Python“ entwickelt, deren Sketche Kultstatus genießen. Seine hinreißende Hommage, in der auch andere bekannte Vertreter des britischen Humors auftauchen, wurde vom Publikum bei der Premiere am 18. Mai 2014 mit Standing Ovations gefeiert.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Den Beginn machen die Angestellten des „Ministry of Silly Walks“, einem Ministerium für alberne Gangarten. Sie zeigen die verschiedensten, irrwitzigsten Möglichkeiten auf und verblüffen damit den Neuankömmling Ron Obvious (Vladislav Koltsov). Als Perfektionistin und Meisterin der wildesten Verrenkungen erweist sich Kate Watson als Sekretärin. Nach jeder Szene erfolgt die bekannte Ankündigung: „And now for something completely different.“ Marian Meszaros erscheint in der Rolle des Charlie Chaplin und beweist, dass man auch mit riesengroßen Schuhen elegant zu tanzen und springen vermag. Rührend sein unbeholfenes Werben um die entzückende Paulette (Anastasia Bertinshaw). In einer Schwanensee-Parodie versucht Kristina Kantsel, als bösartiger schwarzer Schwan die netten weißen Schwänchen an die Wand zu tanzen. Christina Uta erweist sich als schießwütiges, verführerisches Bond-Girl, während Asher Smith als smarter Bond mit seinen „Golden Bond Girls“ beschäftigt ist. Die Gumbys, wilde Kerle mit verknoteten Taschentüchern auf dem Kopf und Gummistiefeln, machen wiederum den zierlichen Balletttänzerinnen schwer zu schaffen. Auch die Freunde des klassischen Tanzes kommen an diesem Abend nicht zu kurz, denn nach der Pause begeistern Eriko Abe und Yoshito Kinoshita mit einem Pas de deux der Extraklasse. Ein Abend, an dem ein Höhepunkt den anderen jagt, sodass man sie leider gar nicht alle aufzählen kann. Mein Tipp: Unbedingt anschauen, am besten gleich zweimal.

Die Probebühne am Rainberg erweist sich wieder einmal als idealer Ort für Stücke, die etwas aus dem Rahmen fallen. Der Naturfelsen im Hintergrund beginnt durch ganz spezielle Beleuchtungseffekte fast zu leben und bildet den perfekten Rahmen für diesen außergewöhnlichen Tanzabend, in dem die 16 Tänzerinnen und Tänzer des Ballettensembles beweisen, dass sie nicht nur grandiose Solisten, sondern auch großartige Schauspieler mit außergewöhnlichem komischem Talent sind. Zum krönenden Abschluss ertönt der bekannte Song „Always Look on the Bright Side of Life“ aus dem Film „Das Leben des Brian“. Gratulation an Peter Breuer und sein phantastisches Ensemble für diese hin- und mitreißende Tanz-Comedy-Show.

„Peter Breuers Flying Circus“ – Ballett von Peter Breuer und Tobias Hell. Idee und Choreographie: Peter Breuer. Szenische Konzeption und Raum: Peter Breuer und Tobias Hell. Kostüme: Alois Dollhäubl. Mit: Eriko Abe, Danúbia Barbosa Pereira, Anstasia Bertinshaw, Kristina Kantsel, Flávia Samper, Cristina Uta, Kate Watson, Anna Yanchuk, Iure de Castro, Yoshito Kinoshita, Vladislav Koltsov, José Flaviano de Mesquita Junior, Marian Meszaros, Herick Moreira, Asher Smith, Josef Vesely. Fotos: SLT/ Christina Canaval

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1 Kommentar zu "It‘s very british and very amusing"

  1. Heide-Maria Müller | 23. Mai 2014 um 18:04 |

    Danke für den tollen Bericht. Jetzt freu ich mich schon richtig auf die Aufführung !Bis jetzt haben mir noch alle Ballett Events in der Rainbergbühne sehr gut gefallen.

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