„Bunbury oder Ernst sein ist alles“

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Very british geht es im Hippinger Stadl in Seekirchen zu. Unter der Regie von Alex Linse, Leiter der TheaterOffensive Salzburg, spielt das engagierte Ensemble der Theatergruppe Seekirchen Oscar Wildes 1895 uraufgeführte Gesellschaftskomödie, in der zwei Gentlemen in heftige Turbulenzen geraten. Die Premiere fand am 7. Juni 2014 im ausverkauften Heustadl des Hippinger Bauern statt.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

Algernon und Jack führen ein Doppelleben. Algernon hat einen kränkelnden Freund namens Bunbury erfunden, um auf Land flüchten zu können. Jack hingegen muss sich immer wieder um seinen nicht existierenden, liederlichen Bruder Ernst kümmern, um in der Stadt entspannen zu können. Ernsthafte Probleme tauchen auf, als Jack Algernons Cousine Gwendolen einen Heiratsantrag macht. Als Findelkind ohne ordentlichen Stammbaum ist er in der angesehenen Familie Bracknell nicht willkommen. Der eingefleischte Junggeselle Algernon sucht Jacks reizendes junges Mündel Cecily auf und gibt sich als Jacks missratener Bruder Ernst aus. Die junge Dame ist fasziniert von seinem Namen und seinem abwechslungsreichen, alles andere als langweiligen Lebensstil und verliebt sich in ihn. Das Lügengebäude der beiden feinen Herren kommt nun gehörig ins Wanken.

Sebastian Stangl verkörpert Algernon, einen unromantischen, eitlen und arroganten Zyniker, der die Ehe demoralisierend findet. Martin Leist ist in der Rolle von Jack durchaus zu romantischen Gefühlen fähig. Rührend sein hingebungsvolles Liebeswerben um die von ihm vergötterte Gwendolen. Anna Berger (Gwendolen) und Maria Schmidhuber (Cecily) überzeugen als zickige, selbstbewusste junge Damen, die es den Herren nicht leicht machen, haben sie sich doch beide in den Kopf gesetzt, nur einen Gatten mit dem Namen Ernst zu akzeptieren. Ein amüsantes Kabinettstück liefern Andreas Winklhofer in der Rolle eines umtriebigen Kanonikus und Elisabeth Schmidhuber als ihm äußerst zugetane Miss Prim.

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Das liebevoll gestaltete Bühnenbild weist auf das Doppelleben der beiden Männer hin. Neben feinstem englischem Landhausstil grüßt die Skyline einer Großstadt. Jacks Landsitz liegt zwar am Meer, doch ein üppiger englischer Garten darf hier nicht fehlen. Der rustikale Strandkorb eignet sich bestens für heimliche Zusammenkünfte. Andrea Linse hat in der Maske ganze Arbeit geleistet und den Damen beeindruckende Frisuren gezaubert.

Als Komödie, in der die Damen und Herren der britischen Oberschicht geistreich und ironisch attackiert werden, zählt Bunbury zu den erfolgreichsten Salonstücken Oscar Wildes und passt überraschend gut in diese außergewöhnliche Spielstätte. Ein Besuch im Hippinger Stadl verspricht ein ganz besonderes Theatererlebnis.

„Bunbury oder Ernst sein ist alle“ von Oscar Wilde. Bühne Seekirchen. Spielleitung: Alex Linse. Technik: Rainer Forsthuber. Bühnenbau: Lois Lenz, Johann Bruckenberger, Bernhard Brunnhuber, Martin Leist, Peter Sator, Thomas Sator. Gesamtleitung: Rainer Forsthuber. Mit: Martin Leist, Sebastian Stangl, Lois Lenz, Gabriele Sperl, Anna Berger, Maria Schmidhuber, Andreas Winklhofer, Elisabeth Schmidhuber. Fotos: Bühne Seekirchen

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