„Don Giovanni“ – Nebel in Sevilla

vk_imgZum Abschluss des Studienjahres 2013/2014 begeistern Studentinnen und Studenten der Universität Mozarteum mit einer von Eike Gramss hinreißend in Szene gesetzten Mozart-Oper. Die Premiere der umjubelten Produktion der Abteilung für Musiktheater fand am 14. Juni 2014 im Großen Studio der Universität Mozarteum statt.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

In einer nebligen Straße in Sevilla wird Donna Anna gegen ihren Willen von Don Giovanni stürmisch bedrängt. Der ihr zu Hilfe eilende Vater wird in einen Zweikampf verstrickt und dabei ermordet. Trist und grau wie ein Edgar-Wallace-Krimi beginnt Eike Gramss’ Inszenierung. Plötzlich fällt ein riesiger, weißer Vorhang von der Decke, auf dem Bett- und Reizwäsche der von Don Giovanni verführten Damen befestigt sind. Dank wechselnder Lichteffekte gibt es darauf immer wieder etwas neu zu entdecken. Bei der bäuerlichen Hochzeitsgesellschaft, die ebenfalls ganz in Weiß gehalten ist, umrahmen sogar fünf Bahnen dieser faszinierenden Tücher (Bühne: Linda Hofman und Mirjam Stängl) die Festivität.

vk_img (1)Bei der Premiere überzeugten Matthias Winckhler als Don Giovanni und Peter Kellner als sein Diener Leporello. Winckhler nimmt man seine Profession als Verführer durchaus ab, denn in seinem schwarzen Ledermantel mit weißem Schal bietet er einen absolut betörenden Anblick. Kein Wunder, dass die Frauen ihm kaum widerstehen können. Peter Kellner geht in seiner Rolle als etwas tollpatschiger, doch gerissener Diener voll auf. Mit teuflischem Grinsen verfolgt er die schmutzigen Geschäfte seines Herren. Der Kleidertausch der beiden funktioniert einfach perfekt. Besonders viel Applaus erntet Athanasia Zöhrer als leidende Donna Anna. Gemeinsam mit dem Tenor Sungwon Park als ihrem Verehrer Don Ottavio und Katrin Bulke, die als rachsüchtige Donna Elvira mit einer Pistole hinter Don Giovanni her ist, sorgt sie dafür, dass nicht auch noch das naive Bauernmädchen Zerlina auf der Liste der verführten und geschändeten Frauen landet.

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Immer wieder ein Vergnügen bereitet der Chor Musicacosi, der seit 2008 mit Regisseur Eike Gramss zusammenarbeitet. Jung und frisch wird getanzt und gesungen als fröhlich feiernde Landjugend, ausgelassen und übermütig beim großen Fest, das fast zu einer Orgie ausartet. Neben dem Sinfonieorchester der Universität Mozarteum unter der Leitung von Gernot Sahler kommt auch ein Bühnenorchester zum Einsatz. Diese großartige, ideenreiche Inszenierung mit einem überwältigenden Bühnenbild und jungen engagierten Sängern, denen viel Glück für ihren weiteren Berufsweg zu wünschen ist, sollte man sich nicht entgehen lassen. Große, professionell inszenierte Oper zum kleinen Preis, das bietet die Universität Mozarteum Salzburg.

vk_img (3)„Don Giovanni“ – von Wolfgang Amadeus Mozart. Eine Produktion der Abteilung für Musiktheater. Sinfonieorchester der Universität Mozarteum. Chor Musicacosi. Musikalische Leitung: Gernot Sahler. Szenische Leitung: Eike Gramss. Bühne/Kostüm: Linda Hofmann, Mirjam Stängl.19. und 20.6.: Dirigat der Dirigierstudierenden. 19.6.: Paul Willot-Förster, Silvia Vassallo Paleologo. 20.6.: Silvia Spinnato, Silvia Vassallo Paleologo. Don Giovanni: Matthias Winckhler/Aron Cortes. Leporello: Peter Kellner/Samo Lampichler. Donna Anna: Athanasia Zöhrer/Alice Depret. Donna Elvira: Meredith Hoffmann-Thomson/Katrin Bulke. Zerlina: Anna Hempel/Marika Rainer. Don Ottavio: Sungwon Park/Thomas Huber. Masetto: Robert Davidson/Thomas Hansen. Commendatore: Alessio Cacciamani/Ozan Saygi. Fotos: Morarteum

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