„Pension Schöller“ – ein Lustspielklassiker

Über 2.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in der generalsanierten Seebühne in Seeham. Zur Premiere von Wilhelm Jacobys und Carl Laufs’ Lustspiel aus dem Jahre 1890 am 4. Juli 2014 erstrahlte die Bühne in neuem Glanz.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

Der junge, mittellose Alfred Klapproth bittet seinen Onkel, den wohlhabenden Gutsbesitzer Philipp Klapproth, um etwas Startkapital für die Eröffnung eines Geschäftes. Bekannt für seine verrückten Einfälle, verlangt dieser von seinem Neffen, ihm die Besichtigung einer Irrenanstalt zu ermöglichen. Alfred lädt seinen Onkel daher zu einem Gesellschaftsabend in die Pension Schöller und lässt ihn im Glauben, dass es sich um eine Nervenheilanstalt handle. Die List funktioniert bestens, sind doch die Gäste der Pension exzentrisch und überdreht. Der Weltenbummler Bernhardy ist nicht zu stoppen, wenn er von seinen gefährlichen Abenteuern mit Löwen und Tigern erzählt. Der zutiefst frustrierte, leicht aufbrausende Major a.D. Gröber fühlt sich stets gekränkt und beleidigt. Eine aufdringliche Schriftstellerin belästigt jeden, der ihr in die Quere kommt, ständig auf der Suche nach Inspiration für ein neues Buch. Bedauernswert der Bankangestellte, der sich trotz eines Sprachfehlers zum Schauspieler berufen fühlt. Philipp Klapproth amüsiert sich köstlich und er verabredet sich mit den vermeintlich Irren zu diversen Aktivitäten. Als die ganze verrückte Gesellschaft tags darauf vor seiner Tür steht, vergeht ihm das Lachen.

Fritz Lindner und Franz Angerer haben eine großzügige, moderne Pension mit Durchblick zum See und auf den Puchberg auf die Seebühne gestellt. Bezaubernd der kleine Schanigarten, in dem die Protagonisten im 1. Akt aufeinandertreffen. Alexander Eberl überzeugt in der Rolle des selbstbewussten Philipp Klapproth, der sich königlich über die Marotten der Pensionsgäste amüsiert. Ständig auf der Suche nach geeigneten Bewerbern für ihre zwei heiratswilligen Töchter hat es Ulrike Ritzner als seine Schwester nicht leicht. Temperamentvoll die irren Pensionsgäste: Manfred Pichler als rastloser Abenteurer, Veronika Kaiser als überdrehte Schriftstellerin und Werner Dallinger als grantelnder Major. Bewundernswert Fritz Liebert in der Rolle des verkannten Genies mit Sprachfehler. Wie es sich für ein ordentliches Lustspiel gehört, findet jeder der Suchenden schließlich den passenden Partner. Ein vielfaches Happy End zeichnet sich ab. Die geschmackvollen, edlen Kostüme sind Christine und Irmgard Esterbauer sowie Katrin Wallner zu verdanken.
Erstmals hat Michael Silbergasser in Seeham Regie geführt. Mit dieser flotten Inszenierung hat er dem Publikum am Premierenabend, einer Benefizveranstaltung zu Gunsten der Schmetterlingskinder, einen unterhaltsamen Theaterabend beschert. Die Faszination der Seebühne, das Zusammenspiel von Wasser und Kultur, hat ihren ganz besonderen Reiz und begeistert sicherlich auch im Kultursommer 2014 Gäste aus nah und fern.

„Pension Schöller“ – von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby. Regie: Michael Silbergasser. Technik: Christian Greischberger, Rainer Niederreiter. Bühnenbild: Fritz Lindner, Franz Angerer. Kostüme: Christine und Irmgard Esterbauer, Katrin Wallner. Mit: Alexander Eberl, Ulrike Rizner, Michaela Schwab, Sabrina Russinger, Lukas Korber, Christian Altendorfer, Manfred Pichler, Veronika Kaiser, Rudi Waltran, Maria Michal, Cornelia Macher, Fritz Liebert, Werner Dallinger.

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Dorfladen

Über den Autor

Elisabeth Pichler
Geb. 1946 in Salzburg,1964 Matura im Realgymnasium. Abiturientenlehrgang HAK. 2000 Ausbildung zur ehrenamtlichen Bibliothekarin und seither in der öffentlichen Bibliothek Hallwang tätig. “Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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