„young actors week“ – KunstQuartier Salzburg

Von 16. bis 20. Juli 2014 trafen auf Einladung des Thomas Bernhard Instituts der Universität Mozarteum junge Schauspielstudenten aus Rostock, München, Berlin und Hamburg in Salzburg zu einem friedlichen Wettstreit zusammen, bei dem es nur Gewinner gab.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

Elf Studenten des 3. Jahrgangs des Thomas Bernhard Instituts überzeugen zu Beginn mit ihrer hinreißend komischen Version der Artus-Sage „Camelot – Handbuch für Ritter“ in der Regie von Niklaus Helbling. In „Gandalf meets Harry Potter“ werden sechs Welten zu einer großen Familie zusammengeschweißt. Die Schauspielstudenten des 2. und 3. Jahrgangs dürften sich mit Fantasy-Literatur und Fantasy-Filmen bestens auskennen und hatten offensichtlich jede Menge Spaß dabei, dieses flotte Musical in einem liebevoll gestalteten Bühnenbild zu erarbeiten. Die Aufführung in der Regie von Conny Maschner fand wegen der intimeren Atmosphäre in einem dunklen Proberaum statt.

Zurück im KunstQuartier erzählen Markus Paul und Larissa Semke (Hochschule für Musik und Theater Rostock) in „Sagt Lila“ von der ungewöhnlichen Liebe zwischen einem jungen Araber und Lila, einer sechzehnjährigen, blonden Französin, in einem Pariser Vorort. Aufschlussreich und bereichernd sind die im Anschluss an die Vorstellungen stattfindenden Publikumsgespräche. So berichtet Larissa erfrischend von diesem interdisziplinären Projekt, das eigentlich wesentlich umfangreicher geplant war. Nachdem aber einige „Pappnasen“ abgesprungen waren, einigte sie sich mit dem Musikstudenten Markus Paul auf eine abgespeckte Form der Theaterfassung des Romans „Lila“ von Chimo. Die Otto Falckenberg Schule München hat weder Kosten noch Mühen gescheut und ist mit einer kompletten gelben „Dan Küche“ aus dem Jahre 1974 als Bühnenbild nach Salzburg gereist. Hier residiert Rodion Raskolnikow, der Protagonist aus Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“, und empfängt in „Trunkener Prozeß“, einem grotesk-komischen Stück von Bernard-Marie Koltès, nächtliche Besucher, unheimliche Gestalten, die sich durch Schranktüren Einlass verschaffen. Im anschließenden Publikumsgespräch berichtet Regisseurin Pia Richter über die Probenarbeiten. Am letzten Abend war die Theaterakademie Hamburg mit „Rose Bernd“ von Gerhart Hauptmann zu Gast. Die halbstündige Performance, eine Mischung aus Original- und Eigentext, ließ das Publikum etwas ratlos zurück, doch Regisseur Abdullah Kenan Karace verstand es, im anschließenden Gespräch seine Intentionen klarzumachen.

Die Schauspielstudenten bedauerten, dass die meisten Akteure nur zu ihrer Vorstellung angereist kamen und dann sofort wieder das Weite suchten. Für das gegenseitige Kennenlernen, den Austausch von Erfahrungen und natürlich das ausgiebige Feiern blieb leider nicht so viel Zeit wie in den Vorjahren.

„young actors week“ – Thomas Bernhard Institut im KunstQuartier. Hochschule für Musik und Theater Rostock. Otto Falckenberg Schule München. Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Theaterakademie Hamburg. Universität Mozarteum Salzburg – Thomas Bernhard Institut.

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Dorfladen

Über den Autor

Elisabeth Pichler
Geb. 1946 in Salzburg,1964 Matura im Realgymnasium. Abiturientenlehrgang HAK. 2000 Ausbildung zur ehrenamtlichen Bibliothekarin und seither in der öffentlichen Bibliothek Hallwang tätig. “Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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