Der Neukirchner Kapellenweg

Gruppenfoto: V.l.: Susanna Vötter-Dankl (TAURISKA), Inge Unterrassner (Gasthaus Friedburg), Ingrid Maier-Schöppl (Tourismusverband Neukirchen), Dr. Ernestine Hutter (Kunsthistorikerin), Norbert Unterrassner (Gasthof Friedburg), Erzbischof Dr. Franz Lackner, Margarita Kaiser (Katholische Frauenschaft Neukirchen), Pfarrer Mag. Helmut Friembichler, Bürgermeister Peter Nindl und Christian Vötter (TAURISKA).
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Foto: Ruben Weyringer

Mit dem Erzbischof auf Pilgerreise in den Hohen Tauern. Einweihung des “Neukirchner Kapellenweges” am Samstag durch Franz Lackner

Die Kraft der Gemeinsamkeit, des Gebetes, der Fröhlichkeit spürten alle Pilger, die sich zu Hunderten am Samstag auf den neuen Kapellenweg in Neukirchen am Großvenediger begaben. Umringt von den Pinzgauern schüttelte Salzburgs Erzbischof Franz Lackner viele Hände, betete mit ihnen an den Kapellen und segnete diese. Fünf Stunden wandelte man so bei Prachtwetter von einer Station zur anderen. An jeder wurde Trinkwasser gereicht, spielten Weisenbläser. Neun dieser kleinen Gotteshäuser liegen auf dem Weg, und jede hat ihre eigene, berührende Entstehungsgeschichte. Die Berndlkapelle etwa, hatte Maria Scharler im Ersten Weltkrieg erbauen lassen und darin um die Rückkehr ihrer Söhne aus dem Krieg gefleht.

Bei der Siggenkapelle. Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Bei der Siggenkapelle. Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

EB Franz Lackner: “Man spricht von uns in der Theologie auch oft von einer Heilsgeographie, die Umgebung, das Land woher wir stammen prägt uns…Um dieses Land und vor allem die Menschen die hier leben kennenzulernen ist es wichtig, das ich auch ein wenig durch das Land wandere, so freue ich mich sehr, dass ich heute hier sein darf. Ich taste mich schön langsam an den Ursprung der Salzach heran, für ein Land ist es immer sehr wichtig, wo der Hauptfluss entspringt.

Man sagt Europa ist an den Pilgerwegen des Glaubens entstanden, Wege die Menschen gegangen sind. So einen Kapellenweg wollen wir heute segnen. Es möge ein Weg sein, auf dem viele Menschen gehen. …Wir Menschen sind für das gehen geschaffen, das unterwegs sein. Und dieser Kapellenweg ist so ein tiefes Symbol, dass wir auf unseren Wegen, auch auf unseren schweren Wegen nicht alleine sind. Gott geht mit uns, so wie Jesus mit den Emmas Jüngern unterwegs waren ohne das sie ihn erkannt haben. So möge dies  Kapellenweg auch ein Weg sein auf dem sie zur Ruhe kommen, wo sie Freude finden am Leben wenn es vielleicht schwer wird, und wo wir ein wenig das Ziel unsere Lebens bei Gott auch erahnen und ersehnen dürfen.”

Die Siggenkapelle errichtete man, als 1686 der Ortsteil Sulzau von schweren Unwettern getroffen worden war. Häuser und Stallungen standen unter Wasser, einem Bauern wurden 100 Stück Vieh getötet. Zum Dank, dass zwei Jäger einen Murenabgang im Obersulzbachtal überlebt hatten, entstand 1991 die Hubertuskapelle. Mit Vehemenz kämpften Bewohner stets auch dafür, dass ihre Heiligen nicht unter die Räder kamen. So musste die alte Krausenkapelle dem Straßenbau weichen. Krausenbauer Johannes Bräuer barg flink den Altar und die Statuen. Der Altbauer ließ auch nicht locker, bis 2001, zu seinem 90. Geburtstag, die neue Krausenkapelle eingeweiht wurde. Tatenlos zuschauen konnte auch der Gemeindearbeiter Hubert Kaiser nicht, als die Kapelle Klein Neukirchen – ein Nachbau der Pfarrkirche im Maßstab von 1:20 – immer mehr verfiel. Er schaffte sie zu seinem Haus auf die Anhöhe, renovierte sie und holte für das Gotteshäuschen einen Altar aus einem Brennholzhaufen.

Für den Bau der Christophoruskapelle schleppte 2008 Norbert Unterrassner mit seinem Vater Anton Steine aus dem Krimmler Achental und sogar über eine Mure im Habachtal. An seiner Kapelle wurde denn auch Mittagsrast gemacht und – mit Blick über das Überschwemmungsgebiet des Salzachtales – vom Erzbischof ein Wettersegen ausgeprochen. Stark spürbar war der Gemeinschaftsgeist, der diesem Projekt zugrunde liegt.

Gruppenfoto: V.l.: Susanna Vötter-Dankl (TAURISKA), Inge Unterrassner (Gasthaus Friedburg), Ingrid Maier-Schöppl (Tourismusverband Neukirchen), Dr. Ernestine Hutter (Kunsthistorikerin), Norbert Unterrassner (Gasthof Friedburg), Erzbischof Dr. Franz Lackner, Margarita Kaiser (Katholische Frauenschaft Neukirchen), Pfarrer Mag. Helmut Friembichler, Bürgermeister Peter Nindl und Christian Vötter (TAURISKA).

Gruppenfoto: V.l.: Susanna Vötter-Dankl (TAURISKA), Inge Unterrassner (Gasthaus Friedburg), Ingrid Maier-Schöppl (Tourismusverband Neukirchen), Dr. Ernestine Hutter (Kunsthistorikerin), Norbert Unterrassner (Gasthof Friedburg), Erzbischof Dr. Franz Lackner, Margarita Kaiser (Katholische Frauenschaft Neukirchen), Pfarrer Mag. Helmut Friembichler, Bürgermeister Peter Nindl und Christian Vötter (TAURISKA). Foto: Ruben Weyringer

Die Gesamtorganisation (für die digitale Vernetzung der Stationen, die Aufstellung der Schautafeln, die Videoproduktionen der Filmemacherin Margit Gantner, die Erstellung einer Broschüre) hat der Verein Tauriska übernommen. Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte durch die Kunsthistorikerin Ernestine Hutter, die Textgestaltung auch durch Pfarrer Helmut Friembichler. Die Gemeindeentwicklung Salzburg, die Marktgemeinde und der Tourismusverband Neukirchen sowie die Raiffeisenverband und die Lichtgenossenschaft in Neukirchen haben den Neukirchner Kapellenweg gesponsert, der auch die Friedhofskapelle, die Schlosskapelle sowie die Scheffaukapelle miteinbezieht.

Pressetext:
TAURISKA/Christine Schweinöster
Fotos Siggenkapelle: KTraintinger, Dorfzeitung

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