Werner-Lobo/ Weiss:
Schwarzbuch Markenfirmen

schwarzbuch_600Autoren: Klaus Werner-Lobo, Hans Weiss
Titel: Schwarzbuch Markenfirmen – Die Welt im Griff der Konzerne
Verlag: 2014 Deuticke Verlag
336 Seiten, broschiert, 20,8×13,4 cm
ISBN-10: 3552062599
ISBN-13: 978-3552062597

Klapptext:
Große Konzerne verfolgen vor allem ein Ziel: maximalen Profit. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, ethische Grundsätze und Umweltschutz fallen diesem Ziel oft zum Opfer. Daran hat sich seit 2001, als die erste Ausgabe des “Schwarzbuch Markenfirmen” erschien, wenig geändert. Finanz- und Wirtschaftskrisen und die fortschreitende Globalisierung haben die Welt seither stark verändert. Die Autoren nehmen nicht nur neue Global Player (Facebook, Google, Apple) unter die Lupe, sondern auch Banken und altbekannte Klassiker (etwa Coca-Cola). Auch der Macht, die jede und jeder einzelne von uns hat, widmen sich die Autoren, denn die Möglichkeiten, wie wir uns einbringen können, haben sich in den vergangenen Jahren ebenso verändert.

martina_085Eine Buchvorstellung von Martina Fischer.

Seit 29. September 2014 ist die Neuausgabe von „Schwarzbuch Markenfirmen. Die Welt im Griff der Konzerne“ erhältlich. Der Erstausgabe aus dem Jahr 2001 folgten Übersetzungen in 15 Sprachen und ein Verkauf von fast 200 000 Exemplaren. Welche Aspekte sind neu dazugekommen? Finanz- und Wirtschaftskrisen und die fortschreitende Globalisierung haben die Welt seither stark verändert und sollten Anlass zum Umdenken sein. Doch weiterhin werden Umwelt, Demokratie und Menschenrechte viel zu oft den Profitinteressen multinationaler Konzerne geopfert.

Was tun? Was tun!

Das Buch setzt seine Hoffnung in die nächste Generation: „Was tun?“, lautet der Titel eines Kapitels. Die Antwort darauf: „Was tun!“
Der Soziologe Ulrich Beck bringt es auf den Punkt: „Der politische Konsument ist ein schlafender Riese. Dieses Buch zeigt, wie man ihn aufweckt.“ Die Leser erfahren dazu umfangreiche Anregungen und Ideen, wie sie selbst gegen die Übermacht skrupelloser Weltkonzerne aktiv werden können. Dazu braucht es Motivation, Hintergrundwissen und Information. Diese zu lesen gleicht einem Sachbuch-Krimi.

…und die Großen küssen wir!

In vielen Ländern weltweit ist es heimlicher Wahlspruch der Politik: „Die Kleinen schröpfen wir und die Großen küssen wir.“ So ist es z.B. Konzernen möglich, ganze Länder zu verklagen und sich über demokratische Gesetzgebungen hinwegzusetzen. In der Folge fließen Milliardenentschädigungen von den Steuerzahlern direkt in die Konzernkassen. Die Steuerleistungen multinationaler Konzerne in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland und Österreich sind minimal, was von der Politik verleugnet wird.

Neben ausführlichen Firmenportraits werden aufrüttelnde Fakten zu skrupellosen Medikamentenversuchen in Indien veröffentlicht, die auf einer Undercover-Recherche bei indischen Krebsärzten basieren. Moderne Sklaverei in den Bereichen Mode, Sportartikel, Spielzeug und Elektronik in den sogenannten „Billiglohnländern“ wird durch hemmungslosen Kaufrausch in den Industrieländern mitverantwortet. Dieser ermöglicht schwindelerregende Konzernprofite.
Die großen Energie- und Erdölkonzerne diktieren die Politik zahlreicher Länder und blockieren dringend notwendige Entwicklungsschritte in eine gerechtere Zukunft.

Lug und Trug bei Lebensmittelkonzernen lassen die einen an Hunger und die anderen an Überfluss sterben. Beides spielt sich auf ein und derselben Erde, aber in verschiedenen Welten ab.

Leopold Kohr lässt grüßen…

Beim Lesen des Buches kamen mir immer wieder Gedankengänge des Philosophen und Ökonomen Leopold Kohrs in den Sinn, die heute noch Gültigkeit haben. „Ein Begriff wie ´Gleichgewicht´ , der durch das Misstrauen moderner
Wachstumstheoretiker als anzustrebendes Ideal fast unbrauchbar geworden ist, könnte wieder zu konstruktiven Zwecken benutzt werden, wenn die Volkswirtschaftler ihn, statt Jagd auf seine mathematischen Größen zu machen, im Lichtes des biologischen Prinzips der Ökologie, des musikalischen Harmoniebegriffs oder des physikalischen Gleichgewichtsprinzips bewerten würden, von dem er nur eine Variante zu sein scheint.“ Leopold Kohr in „Die überentwickelten Nationen“, Otto Müller Verlag, Salzburg 2003, S.156

Werner-Lobo_350Veranstaltungshinweis:
Der Autor Klaus Werner-Lobo wird am 17. Oktober 2014 in Ostermiething zu diesen Themenbereichen referieren.
20:00 Uhr im KultOs, Bergstraße 30. Büchertisch & Ausstellung „Fair handeln“.

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