Annelore Achatz, Buchrezensionen

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Bücher, von der Dorfzeitung vorgestellt:

platzkonzertBuchtitel: Platzkonzert
Autor: Alois Schöpf
Verlag: Limbus Essay
Erschienen: 2009

Klapptext:
Musikkapellen gehören zum Erscheinungsbild der Alpenländer wie Berge, Bauernhöfe und Almen. Doch wer verbirgt sich hinter all den bunten Trachten und unter den blumengeschmückten Hüten? Ist die ländliche Blasmusik, wie viele Städter glauben, tatsächlich das letzte Reservat für konservative, patriarchalische und alkoholgefährdete Machos? Oder finden sich in den Reihen der Musiker auch feinsinnige und gebildete Männer und Frauen, die durch die Idylle der Märsche und Polkas nicht daran gehindert werden, originell über die Welt nachzudenken?

Platzkonzert ist eine leidenschaftliche und schräge Liebeserklärung an die Musik!

Rezension:
Platzkonzert stellt eine Herausforderung für Leser, wie mich, dar. Denn weder bin ich ein glühender Verehrer der Klassik- noch der Blasmusik. Warum ich es trotzdem, über die ersten 20 Seiten hinaus, zu Ende gelesen habe? Nun, Alois Schöpf nimmt seine Vergangenheit kritisch (zynisch) unter die Lupe. Ob den heimatlichen Fremdenverkehr (Tourismus), die Nachkriegsgeneration (-politik), das Gymnasium des Jesuitenordens oder die „Wilden“ 68iger, er kommentiert, ja, analysiert es scharf und treffend. Im Stil wie z. B. Felix Mitterer, doch immer mit seiner geliebten klassischen Musik vergleichend. Genial, wie ich finde!

Von nun an werde ich Blasmusik und Klassik wohl mit „neuen“ Ohren hören. (Wenn auch deswegen nicht öfter…)

Platzkonzert empfehle ich all Jenen, die genug haben von der „verkitschten Heimat- Schmus- Vermarktung“ volksdümm-äh-tümlicher Musik und Schlagertexten. Wer daran keine Kritik verträgt, sollte davon absehen, es zu lesen, gibt nur eine unnötige Aufregung.

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Buchtitel: Die Leiden einer jungen Kassiererin
Autor:
Anna Sam
Verlag:
Riemann
Erschienen:
2009

Klapptext:
Sie ist uns vertraut, und wir kennen flüchtig ihr Gesicht, weil wir mehrmals pro Woche an ihr vorbeigehen- die Supermarkt- Kassiererin.

Für die meisten von uns reduziert sich ihre Identität jedoch auf das von Piepstönen untermalte Scannen der Waren sowie auf stereotype Floskeln wie „Ist das alles?“ oder „Macht dann 9,99.“

Anna Sam hat Literatur studiert und musste 8 Jahre lang ihren Lebensunterhalt als Kassiererin verdienen. Mit ironischer Lässigkeit und scharfer Beobachtungsgabe beschreibt sie hier Szenenbilder aus der Welt der Supermärkte, die im Kleinen das widerspiegelt, was in unserer Gesellschaft insgesamt im Argen liegt.

Rezension:
Nun, eines vorweg, Anna Sam schrieb keine Geschichten im Romanstil, sondern einen, mit trockenem Humor (Zynismus), gewürzten Bericht. Wer diesen Schreibstil nicht mag, sollte davon absehen, „Die Leiden…“ zu lesen.

Mir hat es gut gefallen, doch es wäre durchaus noch „ausbaufähig“. Ich meine von einer/einem Fachverkäufer/In gäbe es noch mehr Skurriles  zu berichten. So haben wir hier „nur“ die Kassa (= Schlusspointe) die dieses Werk beleuchtet…

Es ist zwar gut geschrieben, sehr flüssig, somit schnell gelesen und vor allem amüsant. Doch wer im Handel (oder in einem sonstigen Dienstleistungssektor) arbeitet weiß, es „passiert“ weit mehr. Natürlich auf beiden Seiten des „Tresens“, denn wo einander Menschen begegnen, sind diverse Begebenheiten nun einmal unumgänglich.

Die Leiden einer jungen Kassiererin empfehle ich Jedem, der etwas „Flottes für Zwischendurch“ lesen möchte, sich jedoch selber nicht zu ernst nimmt!

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