Buchrezensionen von Annelore Achatz

Annelore Achatz

Annelore Achatz

Buchtitel: Aufgeklappt
Autor:
Ludwig Laher
Verlag:
Roman Haymon
Erschienen:
2003
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Klapptext:
1804 wird im salzburgischen Werfen Ferdinand Sauter geboren, ein bemerkenswerter Dichter, der sich sträubt, Bücher zu veröffentlichen, ein merkwürdiger Mensch, der es sich und den anderen nicht leichtmacht. Die meiste Zeit seines Lebens lebt er in einem Wien, wo Spitzelwesen, absolute Staatsmacht und soziale Probleme in krassem Widerspruch zur vielbesungenen Idylle des Biedermeier stehen.

In über vierzig kurzen Kapiteln nimmt sich Ludwig Laher dieser schillernden Figur an, entlang ihrer ungewöhnlichen Lebenspraxis und außergewöhnlichen Literatur gewinnt Vernebeltes scharfe Konturen zurück, gestaunt darf werden, geschmunzelt, geschwelgt.

Authentisch, poetisch, emotionell, v.a. immer unterhaltsam, erzählt Ludwig Laher die Geschichte eines Mannes, viel aber auch aus der Geschichte Österreichs um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Autor schlägt den Bogen zur Gegenwart, löst zeitliche Gebundenheit in nichts, macht begreifbar, wie Österreich werden mußte, was es ist. Ein engagierter Roman, der die Augen öffnet.  Kurz vor seinem Tod verfaßt Ferdinand Sauter seine eigene Grabschrift. ‘Und der Mensch im Leichentuch / Bleibt ein zugeklapptes Buch’ heißt es da lapidar. Ludwig Lahers Annäherung beweist, daß das nicht so sein muß.

Rezension:
Vor allem WIE Ludwig Laher den Ferdinand Sauter vorstellt hat mir in Aufgeklappt echt gut gefallen. Bei jedem Kapitel Anfang steht ein Gedicht welches dann „zerpflückt“ wird. Allerdings tritt Laher dabei „in Dialog“ mit Sauter und als Leser hat man das Gefühl die Beiden zu beobachten. So manche Diskussion mitzuerleben, wenn Sauter meint missverstanden zu werden. Amüsant ist es auch diverse Begebenheiten zu erfahren und der Vergleich Damals- Heute.

Ludwig Laher schrieb dazu: Den Sonderling Ferdinand Sauter, meine ich, würden notorischer Konsumzwang, selbstauferlegtes Wahnsinnstempo aller unserer Verrichtungen, geistig-emotionale Leere im materiellen Wohlstandsambiente und andere Lifestyle- Versatzstücke nie und nimmer verwundern, traurig stimmen schon. Daß dieses Buch über ihn, über das So- sein- wie- er, nur ein paar Monate Zeit hat, sein Puplikum zu finden, oder in der grellen Masse des auf den Markt Geworfenes untergegangen sein wird, kann einem wie dem Sauter nur ein resigniertes Schulterzucken entlocken.
Wär nicht das erste Mal, das ich untergeh.

Sauter sah sich selbst so: Immer lustig lebt der Sauter, Treu ist sein Gemüt und lauter, Tausend Hirngespinste baut er, Und sich selber nicht vertraut er, Alles was er hat verhaut er, Wie ein Vogel Strauß verdaut er, Wenn oft Selchfleisch isst mit Kraut er, Schöne Mädchen gerne schaut er, Leider aber schon ergraut er, Immer mehr und mehr- versaut er.

Wer für Lyrik nicht viel übrig hat, wird an Aufgeklappt keinen Gefallen finden. Doch für alle Anderen, Ferdinand Sauter zu entdecken lohnt sich! Es wäre schön ihm, die zu Lebzeiten verwehrte, ernste Anerkennung zu gewähren. Damit er nicht wieder untergeht.

Buchtitel: Mieses Karma
Autor: David Safier
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 2008
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Klapptext:
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

Rezension:
Mieses Karma ist sehr, sehr amüsant! Tatsächlich musste ich bei fast jeder Seite lachen. David Safier nimmt die ganze „Leben- nach- dem- Tod“ Thematik auf´s Korn ohne dabei aber pietetlos zu wirken.

Mieses Karma liest man in einem Zug durch und entspannt sich dabei auch noch toll. Dabei ist es aber durchaus mit Tiefgang. Auch als Geschenk für Jedermann bestens geeignet. Zumindest wurde mir das von so manchem Kunden bestätigt!

Buchtitel: Jesus liebt mich
Autor: David Safier
Verlag: Rowohlt
Erschienen: 2008
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Klapptext:
Marie hat das beeindruckende Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem ihre Hochzeit geplatzt ist, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Männer zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Rendezvous, er sei Jesus persönlich. Zunächst denkt Marie, dieser Zimmermann habe nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch bald dämmert ihr: Joshua ist wirklich der Messias. Und Marie fragt sich, ob sie sich diesmal nicht in den falschesten aller Männer verliebt hat.

Rezension:
Nun, bei diesem Buch bin ich echt froh es nicht als Hardcover (= gebundene Ausgabe) gekauft zu haben!

Mein Problem ist, mich nervt die Hauptperson Marie ganz gewaltig… Ihr Selbstmitleid, die immer gleichen (vorhersehbaren) Sprüche und Ansichten sind, ja, nervig. An sich herumkritisieren tun die meisten Frauen eh selbst, das muss man (frau) nicht auch noch lesen, oder?

Dabei finde ich Marie´ Schwester weit sympathischer und Deren Comic- Strips sind auch klasse.

Doch auch das Gesamt Thema über Jesus ist doch schon so was von oft durchgekaut worden, ob beim Film oder eben in Bücher, es ist einfach nichts Neues. Auch die Seitenhiebe über die Gesellschaft z. B. George Clooney als Teufel ( deshalb vielleicht die neue Nescáfe Werbung??????), sind zu viel. Es verliert das Komische wenn es das ganze Buch über solche Anspielungen gibt. Nervte (mich) auch.

Das vorherige Buch Mieses Karma fand ich sooooo toll! DAS würde ich jederzeit verschenken, Jesus liebt mich – sicher nicht. Es würde mich interessieren ob ich die einzige Leserin bin, die von dem Buch so enttäuscht ist. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen!

Buchtitel: Der Fisch
Autor: Ulrich Magin
Verlag: Aufbau
Erschienen: 2008
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Klapptext:
Der Tod lauert im Bodensee
Taucher verschwinden spurlos, eine Fähre sinkt unter mysteriösen Umständen. Carl Ghuimin, der am Bodensee forscht, entdeckt auf dem Echolot etwas, das er für einen riesigen Fisch hält. Als er seine Entdeckung veröffentlichen will, stellt man ihn kalt. Mit einer Journalistin ermittelt er im Geheimen weiter. Anscheinend treibt im Bodensee ein Seeungeheuer sein Unwesen. Doch wo kommt es her? Und was hat es vor? Als Carl die Wahrheit erkennt, ist es fast zu spät, um die Katastrophe noch abzuwenden.
Ein Öko-Thriller – packend und beklemmend zugleich.

Rezension:
Bei Der Fisch sprach mich zuerst das Cover an und ich wurde nicht enttäuscht, es ist wirklich sehr spannend, fesselnd geschrieben! Vor allem schreibt Ulrich Magin aus verschiedenen Sichtwesen, auch das liebe ich. So bin ich als Leser mittendrin, die Charaktere einzeln begleitend. Ich habe es auch fast in einem Zug ausgelesen. Der Gedanke so, oder so ähnlich könnte das Ökosystem tatsächlich einmal reagieren ließ ich doch etwas erschrecken… Denn es gibt kein „Happy End“ im klassischen Sinn, sondern ein intelligentes, wenn auch etwas gruseliges Ende.

Mein Fazit: Der Fisch ist nichts für schwache Nerven, doch Spannungs- Roman Leser jedes Genres werden auf ihre Kosten kommen.

Buchtitel: Eisiges Blut
Autor: Robert Masello
Verlag: Fischer
Erschienen: 2009
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Klapptext:
Am Ende der Welt: Point Adélie in der Antarktis. Hier, in der unwirtlichen, endlosen Eiswüste in der Nähe des Pols, recherchiert der Journalist Michael Wilde den Alltag in einer Forschungsstation, als er im Polarmeer einen spektakulären Fund macht: die beiden Körper eines Mannes und einer Frau- aneinandergekettet und perfekt Konserviert in hundertfünfzig Jahre altem Gletschereis. Die Suche nach dem Geheimnis des versunkenen Paares bringt Michael auf die Spur einer Geschichte, die Jahrhunderte und Kontinente überspannt. Und die sein Leben für immer verändern wird…..

Rezension:

Eisige Blut hat mich gleich von Beginn an gefesselt. Robert Masello hat verschiedene Genres gemischt und zwar wirklich gut! So sticht er heraus aus den immer zahlreicheren, typischen Vampirromanen. Er versteht es der Thematik wissenschaftlichen Ernst zu geben, doch dabei sehr spannend zu bleiben. Er erzählt zunächst zwei Geschichten die auch in verschiedene Zeiten geschehen, bis sie zu Einer, in der Heutigen Zeit wird.

Auf jeden Fall sollte man Eisiges Blut im Warmen lesen, denn es wird einem dabei eventuell kalt…

Ich kann dieses Buch auch den Männern empfehlen, denn Robert Masello hält die Romantik in dieser Liebesgeschichte sehr in Grenzen. Er richtet sein Hauptthema eher auf das Überleben, mit großer Brutalität. Auch das Ende ist nicht typisch und eigentlich offen. Ob es eine Fortsetzung geben wird? Das Potential wäre jedenfalls gegeben.

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