„Die lustigen Weiber von Windsor“ – üben Rache in Holzhausen

Fotos: KTraintinger, Dorfzeitung

Das Theater Holzhausen eröffnet mit einer Komödie von William Shakespeare in der Bearbeitung von Ulrich Hub seine 71. Spielsaison. Matthias Hochradl steht als beleibter, dem Alkohol nicht abgeneigter Möchtegern-Casanova auf der Bühne und wird von den cleveren Frauen von Windsor gleich mehrfach in eine Falle gelockt. Ein Spaß für die ganze Familie in der Nachmittagsvorstellung am Samstag, dem 15. Oktober 2016.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Sir John Falstaff braucht dringend Geld. Im Vertrauen auf seine Wirkung auf Frauen schickt er zwei völlig gleichlautende, schwülstige Liebesbriefe an die verheirateten Frauen Fluth und Page, die beide seiner Ansicht nach „die Hand an der Kasse ihres Mannes“ haben. Die gut befreundeten Damen durchschauen den Schwindel sofort und beschließen, dem Trunkenbold eine Lektion zu erteilen. Zum Schein geht Frau Fluth auf die Schmeicheleien des alten Lüstlings ein und lockt ihn immer wieder zu vielversprechenden Rendezvous. Leider taucht im ungünstigsten Moment stets ihr eifersüchtiger Ehemann auf.

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So landet Falstaff in einem Wäschekorb in der Themse und wird, als er sich als alte Dame verkleidet aus dem Hause schleichen will, ordentlich verprügelt. Doch er gibt nicht auf und erscheint, wie gewünscht, „um Mitternacht an der alten Eiche als Hirsch verkleidet“. In der Zwischenzeit sind die Herren Fluth und Page in die Machenschaften ihrer Gattinnen eingeweiht worden und so kommt es zum großen Showdown im Wald von Windsor.

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Die braven Hausfrauen Alice Fluth (Silvia Reubel) und Margaret Page (Margret Matt) haben sichtlich großen Spaß daran, sich an dem „heuchlerischen Walfisch“, der „stündlich zwei Hemden durchschwitzt“ zu rächen. Während Georg Page (Richard Harfmann) seiner Frau blind vertraut, wird Francis Fluth (Fritz Niederreiter) von Eifersucht geplagt. Die arme Jungfer Anne Page (Lea Schwarz) hat ganz andere Sorgen, liebt sie doch den jungen, mittellosen Dichter und Sänger Fenton (Sabrina Filpo-Weber). Da haben die Favoriten ihrer Eltern, der linkische Herr Kümmerlich (Markus Ferner) und der schon etwas ältere Herr Doktor aus Frankreich (Matthäus Lang), wenig Chancen.

Die vielen Szenenwechsel überbrückt Waltraud Hochradl (Regie) mit wunderbar fröhlicher Tanzmusik aus der Zeit Shakespeares. Matthias Hochradl zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich, wobei er für Falstaff ein gemütliches Zimmer mit Stehlampe, einem Lehnstuhl und einem mit Alkoholflaschen gut bestückten Tisch eingerichtet hat.

Die Spielgemeinschaft des Theaters Holzhausen schafft es, Jung und Alt auf der Bühne zu vereinen, und gemeinsam genießen die engagiert aufspielenden Ensemblemitglieder die turbulente Schlussszene, in der sie als Elfen und Waldgeister auftreten und Falstaff nach Herzenslust „zwicken und zwacken“ dürfen.

„Die lustigen Weiber von Windsor“ – Komödie von William Shakespeare in einer Bearbeitung von Ulrich Hub. Regie: Waltraud Hochradl. Bühne: Matthias Hochradl. Kostüme: Franziska Zauner. Mit: Silvia Reubel, Margret Matt, Lea Schwarz, Christa Landrichtinger, Nina Ferner, Valentina Ammerer, Matthäus Lang, Sabrina Filpo-Weber, Matthias Hochradl, Stefan Adamski, Richard Harfmann, Fritz Niederreiter, Hermann Seidl, Markus Ferner, Max Ferner. | Fotos: KTraintinger, Dorfzeitung

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Dorfladen

1 Kommentar zu "„Die lustigen Weiber von Windsor“ – üben Rache in Holzhausen"

  1. Zäzilia Dottergelb | 26. Oktober 2016 um 10:41 |

    Der Hias ist und bleibt ein umtriebiger Geist. Es ist klass, dass seine Tochter, wie es scheint, mit dem Theater weitermacht.

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