Gertrude Engljähringer: Der Puppenbaum

Der Baum verkörpert als Symbol in seiner rhythmisch wiederkehrenden Lebenskraft den ständigen Sieg über den Tod. Im Vorgarten des Hauses von Gertrude Engljähringer und Roland Kraml in St. Pantaleon steht ein Baum. Im Herbst hat die Künstlerin Gertrude Engljähringer ihn mit eigenartig manipulierten Puppen behängt.

Von Ulrike Guggenberger (Fotos: KTraintinger)

Es fehlen Gliedmaßen, der Kopf ist ab, die Füße sind verrenkt, einige Puppen hängen kopfüber im Baum. Die noch grünen Blätter verbergen die verstümmelten Geschöpfe von unterschiedlicher Art und Größe. Es wird Winter, das Laub fällt vom Baum. Nun werden die am Baum befestigten Puppen in den kahlen Ästen sichtbar. Von der Ferne schauen die bunten Gegenstände in der Baumkrone noch nicht bedrohlich aus. Beim Näherkommen macht sich aber Erschrecken, Entsetzen und Verwirrung breit. Die vorbeikommenden Menschen stellen sich Fragen über den Sinn dieser makaberen Dekoration.

Dazu einige Deutungsversuche über das „Warum?“.

Das Thema, das sich wie ein roter Faden durch die künstlerische Arbeit von Gertrude Engjähringer zieht sind die Verletzungen, die der Mensch dem Menschen bewusst oder unbewusst zufügt. Darüber will sie schonungslos Auskunft geben. Stellvertretend dafür hängen nun die leblosen Puppengeschöpfe im Geäst des Baumes.

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Dorfladen

1 Kommentar zu "Gertrude Engljähringer: Der Puppenbaum"

  1. Honnes_WA | 8. März 2010 um 23:38 |

    Gratulation zu dieser Idee einer Installation – schockierend, berührend, nachdenklich stimmend.

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