Halbwertszeit ÖVP Obmann: Kurz

Cartoons by Seli

Die Überlebenszeit als Obmann in der Bundes-ÖVP ist traditionsgemäß nur sehr kurz. Das hat viele Ursachen, der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass dieser bunte Haufen aus Bünden und Landesorganisationen gar keinen Chef mit einer eigenen Meinung brauchen kann. Schon gar keinen, der ihnen womöglich Macht wegnehmen möchte. Daher fängt die Nachfolgedebatte meistens schon sehr früh an.

Dazu kommen dann noch aufstrebende Politik-Youngsters aus der eigenen Kaderschmiede, die hofiert werden, die sich von ihrer besten und schönsten Seite präsentieren dürfen. Unser aktueller Außenminister zählt zu diesen Sunnyboys, er soll jetzt den ÖVP Wunderwuzi geben. Der erfahrene Jungpolitiker ist sehr gut vernetzt, das müsste seine Chance sein, glauben die Hintermänner. Vergessen sind die Hummerauftritte (Geilomobil – Schwarz macht geil) in Wien in seinen politischen Sturm- und Drangjahren. Er ist der Liebling aller in der Partei, genauso wird er auch dargestellt. Seine Positionierung links der rechten Mitte soll die Stimmen bringen.

Reinhold Mitterlehner ist gegangen, mich hat gewundert, wie lange er durchgehalten hat. Gefallen hat er mir ganz gut. Er war für mich wählbar, sein zur Zeit diskutierter möglicher Nachfolger Kurz ist es zur Zeit noch nicht. Ich möchte einen Kanzlerkandidaten mit etwas mehr Lebenserfahrung. Seine politische Erfahrung zählt für mich nicht wirklich, er wurde perfekt inszeniert und wieviel wirklich von ihm selber kommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Eine weitere Kanditatur von Mitterlehner bei den nächsten Wahlen zum Normaltermin mit Kurz im Team hätte für mich Sinn gemacht.

Warum die ÖVP derart konsequent ihren selbstzerstörerischen Kurs beibehält, ist schon interessant. Die ewige Debatte um Neuwahlen ist unproduktiv, die Politiker werden dadurch nur noch unglaubwürdiger. Oft fragt man sich, ob es “denen da oben” wirklich auch um Österreich geht? Offensichtlich ist die Zeit der traditionellen Großparteien bei uns vorbei, gesagt hat es ihnen nur noch niemand. (kat)

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4 Kommentare zu "Halbwertszeit ÖVP Obmann: Kurz"

  1. Zäzilia Dottergelb | 12. Mai 2017 um 08:19 |

    Solange in Österreich ROT oder SCHWARZ gewählt werden, ändert sich nichts!

  2. Bernd Salomon Bernd Salomon | 12. Mai 2017 um 10:20 |

    Meine Prognose: Neuwahl im kommenden Herbst. NEOS + Stronach aus dem NR. Großer Wahlgewinner ÖVP Sebastian Kurz. Rote schwächeln, FPÖ holt auf und GRÜN wird unwichtig.

  3. Der Göd Der Göd | 14. Mai 2017 um 18:59 |

    Unter einem Kurz wird für mich die ÖVP wieder wählbar! Ich hoffe er hat die Schneid, mit den alten Sesselpickern aufzuräumen und mit einer neuen, jungen, engagierten VP durchzustarten. Neuwahlen sind notwendig, die Grünen, die Blauen und die Neos haben das schon lange gefordert, jetzt ist zu befürchten, dass sie die Hose voll haben und sich nicht trauen!

  4. Endlich ein junger, fescher Mann mit Schneid, ich wünsche ihm alles Gute!

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