Richard Kienberger: Hammermenschen

Auf dem indischen Subkontinent sind Hammermenschen ein allgegenwärtiges Bild: Frauen und Männer, die oft mit nichts mehr als einem einfachen Hammer ihren Lebensunterhalt verdienen.

Von Richard Kienberger.

Man findet sie im Himalaya, wo bei manchmal eisigen Temperaturen der Schotter für den Bau von Passstraßen in Handarbeit produziert wird. In Rajasthan brechen sie mit Hämmern und Meißeln Sandsteinplatten aus gigantischen Gruben, andernorts wird die Rinde gefällter Bäume weich geklopft und abgeschält, um diese separat vermarkten zu können. Im Süden schützen simple Schirme aus Palmwedeln die Arbeiterinnen und Arbeiter bei ihrer mühsamen Tätigkeit vor der tropischen Sonne.

Richard Kienberger
Der erste Fotoapparat, mit dem Richard Kienberger (*1958) auf Bilder-Pirsch ging, war eine simple Agfa Box. Die Ausbeute war nicht sonderlich vielversprechend, doch das lebhafte Interesse für das Medium Fotografie blieb. 1976 kaufte er sich die erste Spiegelreflex-Kamera und schloss sich kurz darauf einem Amateurfotoclub an. Trotz anfänglicher, aber bescheidener Erfolge bei Wettbewerben interessierte sich Kienberger immer stärker für die Reportagefotografie, zumal er auf diesem Gebiet nach dem Beginn einer Redakteursausbildung bei der Lokalzeitung auch beruflich tätig war.

Nach Anstellungen bei Lokalzeitungen wechselte der Journalist 1984 nach München in die Presseabteilung eines großen Nutzfahrzeugherstellers. Seitdem beschäftigt sich Kienberger beruflich in erster Linie mit Lastwagen und ihren Fahrern, seit 1986 als freier Journalist. Inzwischen arbeitet er für zahlreiche deutsche und ausländische Fachzeitschriften, sein Spezialgebiet sind Bild- und Textreportagen aus allen Teilen der Welt. Neben der engagierten beruflichen Beschäftigung mit Fotografie entstanden immer auch freie Arbeiten, die in zahlreichen Einzelausstellungen in Pfaffenhofen, Freising und München zu sehen waren.

hammer.menschen
Das Buch von Richard Kienberger – Bilder aus einer anderen Wirklichkeit. Der Fotograf Richard Kienberger hat bei seinen Reisen nach Indien den Alltag der Hammermenschen in zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotos dokumentiert und zusätzlich in mehreren Reportagetexten beschrieben. Mit einem Nachwort von Mandip Singh Soin.

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1 Kommentar zu "Richard Kienberger: Hammermenschen"

  1. Ästhetik und Leid. Ein bekannt dünnes Eis, auf dem sich Künstler zuweilen bewegen. Tragen sie aber wie hier dazu bei uns “Gutmenschen” mit brillianter Eindringlichkeit zu zeigen, was uns alle in westlichen Zivilisationen, gewollt oder aus Gedankenlosigkeit, zu Sklavenhaltern macht, dient die Ästhetik der Botschaft und wirkt deshalb auch nicht frivol.

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