„Superhenne Hanna“

Foto: Theater Anthering

Es ist ein wunderschöner Morgen am Bauernhof, so schön, dass Hanna das Krähen des Hahnes nicht mehr abwarten kann, sich einfach auf den Misthaufen stellt und mit einem lauten „Kikerikiiiii“ ihre Schwestern aufweckt. Hahn Alex ist darüber zwar schwer verärgert, aber diese rote Henne ist ihm sichtlich überlegen, denn sie verfügt über eine ganz außergewöhnliche Fähigkeit: Sie kann sprechen.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Eines Tages erfährt sie, dass im Dorf eine neue „Hühnerfabrik“ eröffnet wurde. Ihr Weggefährte, der räudige Fuchs Bartl, berichtet aufgeregt, dass die Hühner dort unendlich leiden müssen, denn sie sind eingepfercht in Legebatterien, sehen nie die Sonne und bekommen nicht einmal Würmer zu fressen. Da fasst die mutige Hanna den Plan, ihre „Schwestern“ zu befreien. Zur Seite stehen ihr neben dem Fuchs Bartl auch die Bauernkinder Kathi und Junior sowie der kleine Hahn Alex. Doch der geldgierige Fabrikbesitzer Klotzinger mobilisiert alle Kräfte, um Hannas Befreiungsaktion zu verhindern. Der Kampf um ein artgerechtes Leben für die Tiere spitzt sich auf einen dramatischen Höhepunkt zu.

Foto: Theater Anthering

Schon rein optisch ist die Superhenne Hanna der Boss. In ihrem schicken, roten Samtmantel mit grandiosem Federschmuck stolziert sie selbstsicher über die Bühne und reißt mit ihrem Mut, ihrer Zielstrebigkeit und Furchtlosigkeit alle mit. Martina Müller hat nicht nur die vielen kleinen Hühner fest im Griff, auch der kleine, vorlaute Hahn Alex (ganz entzückend Bernhard Thalmayr) und der räudige Fuchs Bartl (Ilse Schernthaner schleicht nicht nur, nein, sie tanzt und rockt auch über die Bühne) tanzen nach ihrer Pfeife. Die fünf Kinder (Kathrin Schmid, Sonja Schernthaner, Magdalena Ebner, Jana Hammer und Jakob Eder), die sich als kleine Hennen auf der Bühne tummeln dürfen, sind ganz in ihrem Element: Sie gackern nicht nur um die Wette, sondern stottern auch mit Begeisterung, da sie ja durch ihre Gefangenschaft ziemlich verhaltensgestört sind.

Foto: Theater Anthering

Gerard Es hat es geschafft, diese wunderbare, kluge Geschichte, die viel über Mut, Freundschaft und Zusammenhalt erzählt, schwungvoll und mit viel Musik auf die Bühne zu bringen. Der Applaus galt aber dem ganzen Team des Theaters Anthering, das mit liebevoll gemalten Bühnenbildern, phantasievollen Kostümen sowie einer bunten Choreographie zu überzeugen wusste. Das Publikum – ob jung oder alt  – war restlos begeistert. Da alle Termine bereits ausverkauft sind, plant man nach Ostern Zusatzaufführungen.

Foto: Theater Anthering

Superhenne Hanna – von Felix Mitterer, bearbeitet von Gerard Es / Ein Stück für Kinder und Erwachsene / Die Tiere: Martina Müller, Bernhard Thalmayr, Ilse Schernthaner, Kathrin Schmid, Sonja Schernthaner, Magdalena Ebner, Jana Hammer, Jakob Eder, Sebastian Karl / Die Menschen: Sabine Eder, Hermann Lechner, Bernhard Brenneis, Luca Prähauser, Sandra Hofer, Hans Kemetinger, August Liebenwein / Regie: Gerard Es, Choreografie/Regieassistenz: Uli Fißlthaler, Kostüme: Hellmut Hölzl und Ensemble, Technik: Sepp Kittl, Bühnenbild und -bau: Kurt Hofer und Ensemble, Illustration: Arthur Zgubic

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