Denis Thériault: Die Verlobte des Briefträgers

Denis ThériaultDenis Thériault. Foto: dtv/ Bogenberger Autorenfotos

Autor: Denis Thériault
Titel: Die Verlobte des Briefträgers
ISBN: 978-3-4232-6164-7
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Klappentext:
Bilodo, ein junger Briefträger aus Montreal, hat nach einem Unfall sein Erinnerungsvermögen eingebüßt. Als er aus dem Koma erwacht, sitzt Tanja an seinem Bett, die schüchterne Kellnerin aus seinem Lieblingslokal. Sie ist seit Langem unsterblich verliebt in Bilodo, dessen Herz einer anderen gehört.

Doch Ségolène ist weit weg und Tanja nutzt die Gunst der Stunde: Sie behauptet, Bilodos Verlobte zu sein und ersinnt eine gemeinsame romantische Vergangenheit. Bilodos Zweifel sind groß. Erst als Tanja beschließt, Haikos zu schreiben – jene kurzen Gedichte, die mit siebzehn Silben die Ewigkeit einfangen -, scheint sie sein Herz zu erobern. Doch eines Tages kehrt schlagartig Bilodos Erinnerung zurück.

Rebecca SchönleitnerRezension von Rebecca Schönleitner
Was wie eine romantische Liebesgeschichte klingt, entpuppt sich als eine Mischung aus Liebe, Intrigen, ja fast einem Krimi.

Tanja, eine junge Frau aus Bayern, führt ein glückliches Leben in Montreal als Kellnerin bis sie sich unsterblich in den Briefträger Bilodo verliebt. Der reagiert auf ihre schüchternen Liebebezeugungen rein gar nicht. Seine große Liebe ist Ségolène, eine wunderschöne Frau aus Guadeloupe, mit der er brieflich Haikos austauscht. (Zitat Wikipedia: Eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt.) Aber auch diese Liebe steht unter einem schlechten Stern, aufgebaut auf eine Lüge. Bilodo gaukelt Ségolène vor jemand anderes zu sein. Ursprünglich tauschte sie ihre Gedichte mit dem Briefträger Grandpré aus. Nach dessen Unfalltod nimmt Bilodo seine Persönlichkeit an und führt diese verbale Liebe fort.

Als er nun selbst verunfallt entwickelt sich ein komplett verwirrtes Lügengeflecht erzeugt von Tanja, Bilodo und Ségolène, welches sich erst vor Ort in Guadeloupe auflösen kann.

Dieses poetische Buch berührt und ärgert gleichermaßen, ich kann es nur wärmstens empfehlen.

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