Abwechslungsreicher Auftakt der Sommerszene

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Mit der sinnlich- erotischen Performance „to come (extended)“ eröffnete die gefeierte dänische Choreografin Mette Ingvartsen am 5. Juni im republic die Sommerszene 2018. Tags darauf folgte mit „Stranger Home“ ein interaktives Stadterfahrungsspiel des Performancekollektivs gold extra.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Mette Ingvartsen mit „to come (extended)“

Fünfzehn Tänzerinnen und Tänzer in türkisfärbigen Ganzkörperanzügen räkeln sich auf der strahlend weißen Bühne. Die völlig verhüllten Körper wechseln ständig ihre Posen, bilden Skulpturen, welche die vielseitigen Möglichkeiten lustspendender Sexualpraktiken aufzeigen. Die androgyn wirkenden Körper wechseln geräuschlos von einem Partner zum nächsten, von einer Gruppe zur nächsten, schmiegen sich aneinander und wiegen sich in wechselndem Tempo lasziv vor und zurück.

Für den zweiten Teil der Performance entledigen sich die Künstler ihrer Anzüge, schlüpfen in Turnschuhe und holen die bisher unterdrückten Emotionen nach. Sie stöhnen und hecheln und simulieren kollektive Orgasmen, bevor sie sich in eine FKK-Disco stürzen, um dort gutgelaunt und energiegeladen Lindy Hop zu tanzen. Der Funke springt über und das Publikum bedankt sich mit reichlich Applaus für eine denkwürdige, kontrastreiche Performance.

„to come (extended)” – Mette Ingvartsen. Konzept & Choreographie: Mette Ingvartsen. Mit: Johanna Chemnitz, Katja Dreyer, Bruno Freire, Bambam Frost, Ghyslaine Gau, Elias Girod, Gemma Higginbotham, Dolores Hulan, Jacob Ingram-Dodd, Anni Koskinen, Olivier Muller, Calixto Neto, Danny Neyman, Norbert Pape & Hagar Tenenbaum. Ersatz: Alberto Franceschini, Maia Maens & Manon Santkin. Fotos: siommerszene | Jens Sethzman

gold extra mit „Stranger Home“

Vor dem  Zentrum im Berg  wurden 16 Personen von zwei munteren Stewardessen willkommen geheißen. Nach Check-in und Einteilung in Zweiergruppen ging es weiter Richtung Reisebus, wir hatten ja schließlich alle eine Stranger- Home-Tour gebucht und diese „Reise ins Ungewisse“ versprach schon jetzt, richtig heiter zu werden. Dank der verhängten Fenster konnten wir uns voll auf die Informationen von Hella aus Hamburg (Dorit Ehlers) und Renate aus Nürnberg (Martina Dähne) konzentrieren, die uns spektakuläre Einblicke in die Mozartstadt versprachen. Wir sollten feine, gefährliche, mysteriöse, dramatische und idyllische Orte kennenlernen, uns dort in einem Lichtkreis versammeln und dann innerhalb von 40 Sekunden auf einer Stadtkarte den vermuteten Standpunkt möglichst genau zu markieren.

Sommerszene 2018gold extra- Stranger Home -

Sommerszene 2018gold extra- Stranger Home -

Um unterwegs nur ja keine Langeweile aufkommen zu lassen, wurden wir mit einem überaus informativen Quiz beglückt, dessen Regeln etwas dubios waren. Bald begriffen die Reisenden jedoch, dass es Spiele gibt, die man einfach nicht gewinnen kann, auch wenn ständig versichert wurde: „Punkte sind das Einzige, was zählt.“ Man will ja nicht zu viel verraten, doch als Sieger ging das Team hervor, das am meisten von der Fahrt profitiert, sprich dazugelernt hatte. Wie das wohl überprüft wurde? Im Rahmen einer stimmungsvollen Siegesfeier auf einem Fußballfeld wurden die entsprechenden Urkunden übergeben und der Heimreise stand nichts mehr im Wege. Dass diese „Busfahrt ohne Aussicht“ ein ganz besonderes Erlebnis verspricht, dürfte sich herumgesprochen haben, denn die Termine sind bereits alle ausgebucht.

„Stranger Home“ – gold extra. Projektleitung: Tobias Hammerle. Team: Reinhold Bidner, Georgi Kostov, Andreas Leitner, Sonja Prlić & Karl Zechenter. Reiseführerinnen: Martina Dähne & Dorit Ehlers. Mitarbeiter: Severin Weiser, Christoph Galette, Victor Navas, Nabila Irshaid, Amira Willen, Gerlinde Zechenter uvm. Fotos: sommer szene | gold extra

 

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