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Seehofers Germanistan

Es ist geschafft. Der Rücktritt vom Rücktritt war eine taktische Glanzleistung des bayernstämmigen, deutschen Innenministers. Seehofer und Merkel haben sich ausgesprochen. Beide dürfen ihre Ideen ausleben und tun, was sie wollen. Auch der Jogi Löw darf bleiben. Die Schuldigen am WM Desaster waren sowieso die anderen Fussballer, die hätten nicht gewinnen dürfen.

Seehofer bekommt seine Flüchtlingssammelzentren an der österreichischen Grenze. Die kann er bei seiner politischen Erfahrung organisieren, schließlich war er von 1992 bis 1998 Bundesminister für Gesundheit und von 2005 bis 2008 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Grenzkontrollen bleiben, vielleicht kommen neue dazu. Die Landtagswahl in Bayern 2018 hat mit dem Hardlinergehabe von Seehofer nichts zu tun, der ist immer so. Ob das gut ist, steht woanders.

Es gibt in Europa sowieso zu wenige Grenzen, die kontrolliert werden, könnte man meinen. Die Österreicher übten in der Steiermark erfolgreich den Umgang mit Flüchtlingen, auch die Brennergrenzkontrolle ist in Arbeit. Unser Innenminister sucht nebenbei Pferde für seine berittene Polizei.

Irgendwie drängt sich der Verdacht auf, dass die aktuelle Panikmache gegen Flüchtlinge System hat. Und im Mittelmeer ertrinken noch immer Menschen, wir haben uns nur daran gewöhnt. Auch ist jetzt Urlaubszeit, da gibt es andere Prioritäten.