Kraut einschneiden beim Samplhaus in Bramberg

Krautschneiden in Bramberg | Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter | Alle Fotos: Sarah VötterKrautschneiden in Bramberg | Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter | Alle Fotos: Sarah Vötter / TAURISKA

Handwerkstechniken wieder beleben!

Man braucht einen Krauttopf, einen Holzstößel, einen Krauthobel, frisches Weißkraut (am besten Bio), Salz und wer noch will kann Lorbeerblätter, Wacholder und Kümmel dazugeben.

Jetzt, wo schön langsam der Herbst in unser Land einzieht wird auch das Kraut einschneiden von den Gartenbesitzern nachgefragt. Der Verein TAURISKA hat im heurigen Festivalprogramm die Ernährung in den Mittelpunkt gestellt. Der wöchentliche Wochenmarkt beim Samplhaus in Bramberg ist eine gute Plattform für die Vorführung alter Handwerkstechniken. Redet man vom Kraut einschneiden kommt bei den älteren Leuten immer wieder die Erinnerung hoch, wie sie in der Jugendzeit barfuß das Kraut in einen großen Holzbottich gestampft haben. Das Sauerkraut war ja eine wichtige Beilage in der ländlichen Hausmannskost sowie heute noch eine gesunde Zutat für die altösterreichische Küche. Gerade in der kalten Jahreszeit, wurde es wegen des hohen Vitamin C Gehaltes oft und gerne gegessen.

Krautschneiden in Bramberg

Die vielen Besucher und Besucherinnen waren sehr angetan, dass dieses Projekt wieder mehr und mehr belebt wird. Überrascht waren wird über das Interesse und über das Wissen der Gäste aus Deutschland. Dort wird es nach wie vor gepflegt und bei den Krautfesten, die sehr beliebt sind, kann man sich informieren, mitwirken und sogar schon Kostproben mit nach Hause nehmen.

Wie wird’s gemacht?

Zuerst schneidet man das Kraut in der Mitte durch und entfernt den Strunk, der bitter schmeckt. Dann wird das Kraut mit dem Krauthobel bearbeitet. Jetzt kommt die erste Schicht in den schweren Steinguttopf, etwas Salz (nach Gefühl) wird hineingestreut, dann mit einem Holzstößel so lange gestampft bis Flüssigkeit austritt. Nun wird Schicht für Schicht gesalzen, gestampft und eingearbeitet bis der Topf dreiviertel voll ist. Man bedeckt das Kraut nun mit ein paar Blätter und beschwert es mit einem Stein. Mit einem Deckel wird das Gefäß zugedeckt und in die Rinne wird Wasser gefüllt, damit kein Sauerstoff hineinkann. Der Krauttopf wird für ca. 7-14 Tage in die warme Küche gestellt bis es zum „Blubbern“ beginnt, dann wird der Topf für ca. 6-8 Wochen in den kühlen Keller gebracht. Jetzt heißt es warten!

Das Sauerkraut ist voll hoch wirksamer und lebenswichtiger Mikroorganismen, die einen Großteil des menschlichen Immunsystems bilden. Es schützt den Organismus vor chronischen Krankheiten, Parasiten, Viren und schädlichen Bakterien. Ein natürliches Probiotikum, dass durch kein anderes Mittel ersetzt werden kann.

Weitere Infos:

TAURISKA in der Dorfzeitung >

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Eine Veranstaltung, in der es auch um Nachhaltigkeit geht.

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1 Kommentar zu "Kraut einschneiden beim Samplhaus in Bramberg"

  1. Reinhard Waltl Reinhard Waltl | 28. August 2018 um 09:25 |

    In unserer Jugend wurde das bei jedem kleinen Bauern, aber auch beim normalen Dorfbewohner gemacht. Und als Kinder haben wir das Kraut mit unseren (gewaschenen) Beinen im großen Bottich getreten.

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