Schauspielhaus Salzburg – Spielzeit 2010/2011 – Programmvorschau

Robert Pienz. Foto: Manfred Siebinger

Robert Pienz. Foto: Manfred Siebinger

Die Eröffnungspremiere findet am 15.September 2010 im Großen Saal statt. Der junge Salzburger Regisseur Rudolf Frey, der mit „Nora“ von Henrik Ibsen einen so großen Erfolg gefeiert hat, dass diese Inszenierung auch heuer wieder am Spielplan steht, wird „Endstation Sehnsucht“ von Tennesse Williams inszenieren. Für Friedrich Schillers „Maria Stuart“ stehen bereits die Hauptrollen fest: Elke Hartmann und Daniela Enzi werden als rivalisierende Königinnen auf der Bühne stehen. Einen interessanten Theaterabend verspricht eine Neufassung von Ferdinand Raimunds Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär“ mit Georg Reiter und Julia Gschnitzer. Neben diesen klassischen und bühnenerprobten Stücken verspricht „Solaris“, nach dem Science-Fiction-Roman von Stanislaw Lem, eine Reise zur eigenen Seele durch die Erforschung des Fremdartigen, des Anderen, des Unbekannten. Eine Österreichische Erstaufführung, die Komödie „Rauhe See“ von Tom Stoppard, komplettiert das Angebot im Großen Saal.

Am 23.September 2010 kommt es auch im Studio zu einer Österreichischen Erstaufführung. Das preisgekrönte und bereits verfilmte Bühnenstück „Zweifel“ von John Patrick Shanley wurde kurzfristig ins Programm genommen, ein Kammerspiel von antiker Wucht, in dem es um Missbrauchsvorwürfe an einer katholischen Schule geht. „Die 39 Stufen“, eine rasante Kriminalkomödie, basiert auf dem legendären Kinofilm von Alfred Hitchcock. Alberto Moravias 1929 erschienener Roman „Die Gleichgültigen“ ist von erschreckender Aktualität und wird als Bühnenadaption im Studio zu sehen sein. Die deutsche Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg wird oft auch als Pop-Literatin oder als „Fachfrau fürs Zynische“ bezeichnet. In „Hauptsache Arbeit“ wird ein Betriebsausflug aus der Perspektive von Ratten kommentiert, bitterböser, rabenschwarzer Humor ist garantiert. Der Nachwuchsautor Oliver Kluck liefert Textflächen in einer eigenen sprachlichen Form. Man darf gespannt sein, wie diese in dem Stück „Warteraum Zukunft“ umgesetzt werden.

Foto: Manfred Siebinger

Für die Kleinsten ab 5 Jahren ist das Kindermusical „ Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit der Musik von Konstantin Wecker geplant. „Herr der Diebe“, Cornelia Funkes Jugendstück ab 10 Jahren, und „Andorra“ von Max Frisch ab 12 Jahren komplettieren das Kinder- und Jugendprogramm. Das Schauspielhaus Salzburg ist stolz auf sein vielfältiges, theaterpädagogisches Angebot, das von den Schulen auch gerne angenommen wird. Neu ist ein „Lehrlingsclub“, der in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer Salzburg ein maßgeschneidertes Angebot für Jugendliche in der Ausbildung bieten wird.

Neben der im Vorjahr eingegangenen Kooperation mit der Salzburger Kulturvereinigung, die ein Abonnement mit vier Konzerten und vier Sprechstücken ermöglichte, kommt es in dieser Saison erstmals zu einer Partnerschaft mit dem Salzburger Landestheater. Dieses Abonnement wird jeweils drei Produktionen umfassen. Interessant verspricht die Zusammenarbeit mit dem Hotel Altstadt Radisson zu werden. Einmal im Monat werden in drei  Luxussuiten maßgeschneiderte Stücke für ein intensives, sehr intimes Theatererlebnis sorgen.

Das ambitionierte Ensemble des Schauspielhauses sucht immer wieder die Nähe zu seinem Publikum. Der engagierte „Freundeskreis Schauspielhaus Salzburg“, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum feiert, unterstützt immer wieder das Haus und bietet mit diversen Sonderveranstaltungen auch einen interessanten Blick hinter die Kulissen.

Ein aufregendes Theaterjahr steht bevor, man kann dem Team um Robert Pienz nur ein neugieriges und begeisterungsfähiges Publikum wünschen.

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