Faschingsende

Grenzen Zäune

Foto: Karl Traintinger, Dorfbild.com

Der Fasching ist aus, jetzt wird es wieder Zeit für ernsthafte Politik. Reisekanzler Kurz ist unterwegs in aller Welt.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Überall wo einige Spitzenpolitiker zusammenkommen ist er als Adabei präsent. Mal plauscht er mit Putin, dann schüttelt er die Hand von Trump, verneigt sich vor diesem oder jenem Potentaten. Immer geht es auch um die Anknüpfung von Geschäften. Oft fragt allerdings der Besuchte nachher seine Berater, wer denn der junge Bursche war, der gerade da war, warum nicht der Vater selbst vorbeikommt, wenn dieser ein Anliegen hat. Es muss diesem Land ja nicht besonders gut gehen, wenn man so eine Bettelei nötig hat. Da sollte man eher vorsichtig sein bei Investitionen. Leider hat unser Regierungschef keine heiratsfähigen Töchter oder Schwestern zur Vertiefung von Freundschaften, um wie die Habsburger zu sagen: Bella gerant alii, tu felix Austria nube (Kriege führen mögen andere, du, glückliches Österreich, heirate.)

Zwischendurch kommt Basti aber auch in Österreich vorbei. Kurzer Besuch im Parlament ist angesagt, diverse Fototermine sind angesetzt und manchmal kommt er, um dem vorlauten Kickl auf die Finger zu klopfen, wenn dieser wieder eine seiner extremen Ideen präsentiert. Aber nicht zu fest geklopft, nur soviel, dass der Rest an christlich-sozialen ÖVP-Mitgliedern wieder ruhiggestellt ist. Dieser Reitergeneral im Innenministerium prescht ja mit Maximalforderungen vor, nimmt dann nach Protesten einiges zurück und hat dann genau das, was er wollte. Doskozil nickt dazu wohlwollend und die übrige Opposition fällt auf das Spielchen herein.

Übrigens: Eine Außenministerin haben wir auch! Sie darf als Beiwagerl gerne öfters mitfahren oder auch selbständig heikle Missionen alleine durchführen, damit sich der Chef nicht anpatzt. Nur bei den Autokraten und Kopftuchträgern im nahen Osten wird sie nicht recht ernst genommen.

Der Kickl aber entwickelt seine Anti-Terror Ideen zügig weiter. Obwohl es nach eigenen Veröffentlichungen nur um eine handvoll Leute geht, soll gleich die Verfassung geändert werden. Flüchtlinge, die irgendjemand suspekt vorkommen, sollen eingesperrt werden können, bevor das ein Richter entscheidet. Was kommt dann als nächstes, damit sich der Betrieb der Lager lohnt? Schreiende Fußballanhänger, Teilnehmer an Protestmärschen, unbequeme Journalisten, vermummte Schifahrer?

Attentate werden nie ganz verhindert werden können, da hilft die beste Vorsorge nichts. Die wirklichen Gefährder sind längst als „Schläfer“ im Land und warten auf ihren Einsatz. Oder sie kommen mit perfekt gefälschten Pässen ganz offiziell.

Dafür werden die richtigen Flüchtlinge ausgeplündert, die es bis Österreich geschafft haben. Sie sollen das Geld bis auf einen kleinen Rest und das Handy abgeben. Eigentlich sollte es sie ja gar nicht geben, ebenso wie die Grenzkontrollen, denn wir sind ja von lauter sicheren Schengen-Ländern umgeben. Aber um Stimmung gegen „Die Ausländer“ zu machen, braucht der Kickl halt doch eine gewisse Anzahl davon in den „Ausreisezentren“.

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