Belgische Küste – Flandern

Belgien

Teil 2 – De Haan und Zeebrugge

Rochus Gratzfeld
Einen krassen Gegensatz zu Blankenberge bildet De Haan, französisch Le Coq, auch Le-Coq-sur-Mer.

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Da meine Eltern, wie bereits im Bericht über Blankenberge erwähnt, wenig mit Kunst, Kultur und Architektur am Hut hatten, kann ich hier nicht an Erinnerungen aus der Kindheit anknüpfen. Jedenfalls erteilte König Leopold II. von Belgien 1889 die Genehmigung für die Bebauung eines Dünenabschnittes. Verbunden mit Auflagen. So durfte eine bestimmte Bauhöhe nicht überschritten werden, mussten die Häuser freistehend und von Gärten umgeben sein. Für die Villen war der anglo-normannische Baustil ein Muss.

Bei unserem Rundgang durch die Stadt sind wir fasziniert von der Bebauung der „Concessie“ mit weißen Villen und Hotels im Stil der Belle Epoque und im Landhausstil.

Die Stille in den Straßen, Gassen und Parkanlagen strahlt eine Vorfreude auf Frühling und Sommer aus, die sich auf unsere Stimmung überträgt.

Nicht begegnen wir der Seele des berühmtesten Kurzzeitbewohners der Stadt – Albert Einstein. Sechs Monate lebte er dort im Jahre 1933 nach seiner Flucht aus Deutschland.

Unsere eigenen Seelen lassen wir zum Abschluss unseres Besuches von De Haan noch ein wenig in den Dünen baumeln.

Zeebrugge. Weitgehend Schluss mit Beschaulichkeit. Wenngleich, der alte Fischereihafen, heute Yachten vorbehalten – Nostalgie. Die Kneipen hier ebenfalls. Nostalgie pur. Einige wenige Gebäude, die architektonisch beeindrucken. Gute Fischgeschäfte. Frisch auf den Tisch lautet die Devise.

Ansonsten. Ein riesiges Logistikzentrum für den Transport von Waren nach Übersee – zumeist Autos. Unüberschaubar die Anzahl der Container und Schwertransporter auf vielen Rädern, der riesigen Schiffe. 24 Stunden Business und Hektik. Ich verzichte auf Fotos. Schwenk- und Hebebrücken stoppen immer wieder den Verkehr. Fordern uns Geduld ab. Wir nehmen uns die Belgier zum Vorbild, die, anders als die Türken, wie ich es so oft in Istanbul erlebte, auf ein Hupkonzert verzichten. Dennoch. Nix wie weg in ruhigeres Fahrwasser, wenngleich eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen.

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Dorfladen

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