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Rochus Gratzfeld

Vom
Heim ins Bräu.

Über die braune Brühe der Salzach, die meine trüben Gedanken reflektiert.
Mit gezoomtem Blick auf Maria Plain, als könne die Kirche Hoffnung vermitteln.

Rochus Gratzfeld

Von
Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarród

Mit geschärften Sinnen entlang von Dingen, die ich fast täglich sehe und solchen, die ich noch nie wahrgenommen habe.
Darunter auch das Schild „Pflegeanstalt“.
Wir schreiben das Jahr 2019 und ich lese mitten in der Stadt Salzburg „Pflegeanstalt“.

Zum
Ziel.

Bei Hendl und Bier reden wir.
Über Stricke, die gedreht werden.
Über die Abneigung eines Stadtoberhauptes gegen bestimmte Minderheiten.
Über Armutsreisende, die fast alle denselben ethnischen Ursprung haben.
Über den Einsatz, diesen Minderheiten eine Anlaufstelle zu sein. In der Hitze
des Sommers, in der beißenden Kälte des Winters. Ihnen Arbeit zu beschaffen.
Darüber, welchen Einsatz dieser Kampf benötigt.
Mein Gesprächspartner und Freund ist Widerstand gewohnt. Widerstand gegen
Widerstand ist Teil seines gesamten Lebens.

Die Vorwürfe gegen ihn wiegen
schwer. Der Strick scheint gedreht, „sein“ Verein wohl am Ende.
Über Schuld und Unschuld kann ich nicht urteilen.
Wohl aber über einen Freund.

Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute, umarme ihn und verlasse satt, aber unzufrieden, das heimische Brauhaus.