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Rechtswalzer

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Vorwort

Ich sitze in Sarród an einem meiner Lieblingsplätze und lese einen Krimi. Manche Leiche unterhält mich.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Da mischen sich meine Gedanken ein. Sie meinen, ich müsse ein Buch empfehlen. Unbedingt noch vor den nächsten Wahlen. Nun gut.

So empfehle ich gerne allen Hartgesottenen den Kriminalroman von FRANZOBEL. RECHTSWALZER. Alle Fotos sind von bzw. Zitate aus dem Buch.

Wieder einmal stehen in Österreich Nationalratswahlen vor der Tür. Gehen mich nichts an. Ich darf nicht wählen.

Gehen dich nichts an? Du lebst doch in Österreich, in der EU.

Wird eh
wieder alles wie vorher.

Wie
vorher? Ja, so denken viele Menschen. Und weil sie so denken, wird alles
vielleicht noch viel schlimmer!

So wie in
dem Buch, was du doch gerade gelesen hast.

Welches
Buch?

Das von
FRANZOBEL. RECHTSWALZER.

Der Krimi?

           
„Tatsächlich erinnerte die Haut des Toten an Kochschinken.“

(FRANZOBEL, RECHTSWALZER, Paul Zsolnay Verlag, Seite 49)

Ach was.
Von wegen Krimi.

Du hast
es doch gelesen. Diese Horrorvision von einer Diktatur in Österreich.

„Als der Meister ausstieg und gönnerhaft die Hand hob,
applaudierten alle…Meister!-Meister!-Rufe wurden skandiert. Der Meister, eine
Symbiose aus Machiavelli, Führer und Pabst, lächelte. (Ob er wirklich ein in
Alkohol getränktes Tampon im Dickdarm trug?) Ihm folgten Minister, Staatsgäste,
der Kardinal und zwei Bischöfe.“

(FRANZOBEL, RECHTSWALZER, Paul Zsolnay Verlag, Seite 359)

Aber das
wird doch niemals möglich sein!

„Ihr
werdet euch noch wundern, was alles möglich ist.“

Wer hat das
gesagt? Dieser Kreidefresser?

Egal.

Jedenfalls
sagt der Möchtegernreiter schon wieder ganz laut, ja er brüllt geradezu, wie er
sich die Zukunft Österreichs vorstellt. Und der junge Möchtegernmeister lügt
dazu.

Rechtswalzer.