dorfzeitung _quer
der kleine vampir

Der kleine Vampir

Das Salzburger Landestheater feiert das
40-jährige Jubiläum des Kinderbuchklassikers von Angela Sommer-Bodenburg mit
einem schwungvollen, vampirisch-gruseligen Musical. Kinder ab sechs Jahren und
natürlich auch ihre Begleitpersonen dürfen zum Finale gemeinsam mit dem
Vampir-Ensemble zum „Tanz der Vampire“-Song mitsingen, mitklatschen und
mittanzen.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Anton ist ein braves Kind, das gerne liest. Gruselgeschichten haben es ihm besonders angetan. Eines Samstagnachts sitzt doch tatsächlich ein einsamer, kleiner Vampir auf seiner Fensterbank und jammert: „Allein sein, nein, jetzt reicht es mir!“

Er nennt sich Rüdiger von Schlotterstein und hat heute schon zu Abend gegessen. Daher interessiert er sich mehr für Antons Gruselbücher als für sein Blut. Rüdiger will Anton mit auf den Friedhof nehmen, um ihm seine großartig stinkende, feuchte und schreckliche Familiengruft zu zeigen. Er leiht ihm einen Umhang und schon fliegen die beiden zur Gruft der von Schlottersteins. Rüdigers kleine Schwester, die noch Milch trinkende Anna, ist begeistert vom neuen Freund ihres großen Bruders. Nur gut, dass die bissige Tante Dorothee ständig ihre Zähne suchen muss. Als sie jedoch herausfindet, dass Rüdiger einen Menschenfreund hat, bekommt er Gruftverbot.

Wo soll er jetzt bloß hin? Auf dem Friedhof ist es viel zu gefährlich, denn bewaffnet mit Knoblauch schleicht Friedhofswärter Geiermeier auf der Jagd nach Vampiren ständig zwischen den Gräbern herum. Soll aus dem wunderbar verfallenen Friedhof etwa wirklich ein Park werden? Da bleibt der Vampirfamilie Schlotterstein wohl nichts anderes übrig, als in eine neue Gruft im Jammertal zu ziehen, die aber glücklicherweise nur wenige Flugminuten von Antons Wohnung entfernt ist.

Dass Gregor Schulz nicht nur in tragischen
Rollen überzeugen kann, hat er schon des Öfteren bewiesen. Diesmal begeistert
er die Kinder als charmanter, liebenswerter „kleiner Vampir“, der es mit dem
gestrengen Vampir-Kodex nicht so genau nimmt. Tim Oberließen gibt den begeisterungsfähigen
kleinen Anton, der das Gruseln über alles liebt. Als Rüdigers kleine, quirlige
Schwester Anna schwärmt Patrizia Unger für den neuen Freund ihres Bruders. Die
blutrünstige Tante Dorothee ist bei Genia Maria Karasek gut aufgehoben. Alessandro
Visentin sorgt mit seinen Auftritten als Vampirjäger Geiermeier stets für
Gekreische im Publikum.

Christina Piegger hat die vergnügliche Geschichte temporeich in Szene gesetzt, wobei die Choreographie von Josef Vesely zusätzlich für Schwung sorgt. Für das zauberhafte, windschiefe Kinderzimmer mit den vielen Gruselbüchern und die feuchte Gruft mit den liebevoll arrangierten Utensilien der Bewohner zeichnet Peter Engel (Bühne und Kostüme) verantwortlich.

Am 10. November 2019 gab es statt einer
Pause, die bei einem einstündigen Kinderstück nicht unbedingt nötig ist, für
neugierige und interessierte Kinder nach der Vorstellung ein Künstlergespräch
mit dem Vampir-Ensemble. Alle Fragen konnten zufriedenstellend beantwortet
werden und die Kinder genossen die Nähe zu den Schauspielern sichtlich. Eine
super Idee!

„Der kleine Vampir“ – Angela Sommer-Bodenburg. Komposition von Uwe Vogel. Libretto und Song-Texte von Angela Sommer-Bodenburg, Marcel Gödde und Karl-Heinz March. Inszenierung: Christina Piegger. Choreographie: Josef Vesely. Bühne und Kostüme: Peter Engel. Mit: Gregor Schulz, Tim Oberließen, Patrizia Unger, Genia Maria Karasek, Alessandro Visentin. Fotos: SLT/ © Anna-Maria Löffelberger