„Waiting Room“ – TheaterJugendKlub des Schauspielhauses Salzburg

Foto: Eva-Maria Griese

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Zum Ende der Spielzeit gehört die Bühne im Schauspielhaus Salzburg ganz der Jugend. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Petra Schönwald präsentierten 18 Jugendliche aus Salzburg und Umgebung am 22.6.2010 ihre Abschlussproduktion.

Foto: Eva-Maria Griese

Petra Schönwald ist mit ihrem TheaterJugendKlub, den sie schon einige Jahre am Salzburger Landestheater betreut hat, in dieser Spielzeit an das Schauspielhaus Salzburg übersiedelt. Die 22 Mitglieder proben während des gesamten Schuljahres einmal wöchentlich. Gedanken zum Thema „Warten und Erwartung“ standen diesmal im Vordergrund. Aus Improvisationen und mit Unterstützung von einigen Klassikern haben sie ein eigenes Stück entwickelt. Der Spielort ist eindeutig das Theater, denn ein roter Vorhang umgibt die Bühne und so hat jeder, der sie betritt, seinen großen Auftritt.

Foto: Eva-Maria Griese

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Zu Beginn stehen die jugendlichen Schauspieler gemeinsam auf der Bühne, die Gesichter weiß geschminkt, in schwarzer Kleidung, teils sportlich, teils elegant, konzentriert und abwartend.

Dann tritt Elisabeth von England auf mit ihrem großen Monolog aus  Schillers Maria Stuart  „Noch niemand hier, noch keine Botschaft? Will es nicht Abend werden! Steht die Sonne fest in ihrem himmlischen Lauf?“ und verschwindet wieder. Diesen Monolog wird man im Laufe des Abends noch öfter zu hören bekommen, denn bald schon gesellen sich eine frustrierte Regisseurin und ein Tonmeister, der ständig Schwierigkeiten mit seinem Computer hat, dazu.

In rascher Folge beginnen nun einzelne Szenen, werden abgebrochen und später wieder aufgenommen und weiterverfolgt. So muss auch das Publikum stets warten, denn bald schon erkennt man: Fortsetzung folgt.

Zwei sportliche Damen treffen sich im Park und warten, sie werden das ganze Stück hindurch warten, denn Godot kommt nicht und so vertreiben sie sich die Zeit mit Yogaübungen. Zwei Theaterbesucher warten auf den Beginn einer Aufführung, ihre Erwartungen sind groß, doch als sie nicht erfüllt werden, kommt es zum Eklat. Vier Personen warten auf das große Vorsprechen, sie versuchen ihre Nervosität mit Smalltalk  zu überwinden oder mit Atemübungen. Der Beleuchter wartet auf den Bus, die Autorin auf den großen Schauspieler, die Souffleuse auf den Probenbeginn.

Die Jugendlichen haben erkannt, dass das Thema „Warten und Erwartung“ unerschöpflich ist, denn jeder von uns wartet: auf den richtigen Moment, auf die große Liebe und wartet dabei manchmal vielleicht zu lange. Oder sind unsere Erwartungen nicht einfach zu hoch gesteckt?

Foto: Eva-Maria Griese

Dieses Jahresprojekt hat die jungen Schauspieler sichtlich inspiriert und begeistert und dem Publikum mit phantasievollen Szenen einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend beschert.

„Waiting Room“ –  Konzept und Regie: Petra Schönwald / Licht: Florian Haß / Einstudierung des Chors: Vera Pienz / Technische Leitung: Tobias Kreft / Mit: Anna Lehner, Lisa Donabauer, Mario Grubhofer, Alex Stücklberger, Lorenz Hutegger, Sophia Kremser, Dalma Karacsony, Lisa Isabella Grabner, Philipp Auer, Katherina Braschel, Emily Schmeller, Viviane Danninger, Caroline Picker, Luka Markovic, Maximilian Schmidt, Nelly Ennemoser, Clemens Revertera, Mario Orthmann

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