Katze – Ein vielseitig verwendbares Wort

Katze

Kater Felix aauf Tour | Foto: Karl Traintinger| Dorfbild.com

Das Wort Katze bezeichnet nicht nur ein Haustier, sondern begegnet auch in Zusammensetzungen und Redewendungen.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Katze ist erstmals im 4. Jahrhundert n. Chr. im Lateinischen belegt. Bis heute ist unsicher, aus welcher Sprache das Wort stammt. Aus dem spätlateinischen Wort cattus entwickelten sich in den europäischen Sprachen Varianten, wie zum Beispiel italienisch gatto, altirisch cat, altfranzösisch katte, französisch chat oder englisch cat.

Mit dem Wort Katze wurden zahlreiche Zusammensetzungen gebildet, wie beispielsweise Katzenkopf, Katzenjammer, Katzenmusik, Katzenbuckel, Katzbuckelei oder Katzentisch. ___STEADY_PAYWALL___

Das Wort Katzenkopf begegnet in vielen Verwendungen. Abgesehen von der Bezeichnung für den Kopf der Katze, war Katzenkopf ein Schimpfwort mit der Bedeutung „Dummkopf“, der Name einer bayrischen Münze mit einem löwenähnlichen Bild, die Bezeichnung für ein Geschütz, für einen Kanonenschlag und ein alternativer Ausdruck für eine Ohrfeige.

Das Wort Katzenjammer ist ein jüngeres Wort, das erst Anfang des 19. Jahrhunderts begegnet und ursprünglich das Jammern der Katzen während der Paarungszeit bezeichnete. Aufgrund einer der älteren Bedeutungen von Jammer „kläglicher körperlicher Zustand“ wurde Katzenjammer zu einer Bezeichnung für den jämmerlichen Zustand nach einem Rausch. Ungefähr ab Mitte des 19. Jahrhunderts findet sich auch der Ausdruck moralischer Katzenjammer für seelische Niedergeschlagenheit nach einem Misserfolg.

Auch das Wort Katzenmusik bezeichnete ursprünglich das Geschrei der Katzen und wurde erst im Zeitverlauf zu einem Ausdruck für schlechte und misstönende Musik.

In übertragener Bedeutung gebrauchen wir das Wort katzbuckeln „sich unterwürfig verhalten“. Das Wort leitet sich von Katzenbuckel ab und ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts belegt. Katzen machen häufig einen Buckel, wenn sie schmeichelnd um die Beine eines Menschen gehen. Davon leitet sich das Wort katzbuckeln ab, mit dem ursprünglich das Verhalten von Menschen bezeichnet wurde, die sich unterwürfig mehrmals vor Höhergestellten verbeugten und dabei einen Buckel machten. Heute wird das Wort im übertragenen Sinn abwertend für unterwürfiges und kriecherisches Verhalten gebraucht. Dazu auch die Katzbuckelei „unterwürfiges Verhalten, Kriecherei“.

Die Katze begegnet uns auch in verschiedenen Redewendungen. Die Katzen wurden früher primär als Mäusefänger gehalten. Als zusätzliches Futter bekamen sie meistens nur minderwertige Essensreste. Dadurch entstand die Redensart das ist für die Katz „das ist minderwertig, wertlos“. Mit der Zeit entwickelte sich daraus die Bedeutung „das nützt nichts, das ist vergebliche Mühe“.

Das Wort Katzentisch kennen wir aus der Redewendung am Katzentisch sitzen. Ursprünglich war Katzentisch eine scherzhafte Bezeichnung für den Fußboden, später für kleine niedere Tische, die etwas abseits standen. Der Katzentisch war der Tisch für Gäste niederen Ranges oder für Kinder. Teilweise wurde der Platz an diesem Tisch auch als Strafe zugewiesen. Daraus entwickelte sich die Redewendung am Katzentisch sitzen für „abseits von der Gemeinschaft sitzen“.

Die Redewendung die Katze im Sack kaufen mit der Bedeutung „etwas kaufen, ohne es vorher geprüft zu haben“ geht vermutlich auf einen Schwank aus dem Buch Till Eulenspiegel zurück. Dieses Buch erschien erstmals um das Jahr 1515, erfreute sich schnell großer Beliebtheit und wurde bereits im 16. Jahrhundert in mehrere Sprachen übersetzt. Till verkaufte eine Katze, die er vorher in ein Hasenfell eingenäht hatte, als Hasen an einen Kürschner. Der entdeckte den Betrug erst, als er bereits zu Hause war und die Katze aus dem Hasenfell heraussprang. Daraus dürfte auch die Redensart die Katze aus dem Sack lassen für „ein Geheimnis lüften, eine Absicht, einen Plan bekanntgeben“ entstanden sein.

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Über den Autor

Michaela Essler
Mag. Dr. Michaela Essler, 1966 in Salzburg geboren, studierte Allgemeine und Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und promovierte im Fach Indogermanische Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Absolventin des Österreichischen Journalisten-Kollegs am Kuratorium für Journalistenausbildung Salzburg

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